Seit sechs Jahren bietet die Berliner PayGay GmbH Kreditkarten speziell für schwule Menschen an. Das Spezielle daran ist die optische Gestaltung der Kreditkarten, entweder in pink-purple oder in schwarz mit stilisiertem Regenbogen, und die Benefitpartner, die wiederum alle einen speziellen Bezug zu schwulen Menschen haben (sollen).
Herausgeber der Kreditkarten ist die Berliner Bank AG & Co KG, die auch die Abwicklung betreibt.
Ich habe so eine Kreditkarte.
Warum? Ein kleiner Exkurs:
Ich wähle meine Vertragspartner sehr bewußt aus. Wenn ich nicht gerade auf einen Monopolanbieter, wie zum Beispiel dem hiesigen Wasserversorungsunternehmen, angewiesen bin, scheiden explizit schwulenfeindliche Unternehmen von vornherein als Erbringer von (Dienst-)Leistungen für mich aus. Auch Unternehmen, die HIVpositive Menschen diskriminieren, kommen als Vertragspartner nur in unausweichlichen Situationen in Betracht. Zwar sind diskriminierende Haltungen nicht immer leicht und einwandfrei festzustellen; hin und wieder gelingt es aber doch, wie zum Beispiel im Falle der DEVK Versicherungen oder der ACE Europe Versicherung.
Für alle übrigen Unternehmen gilt: Bei gleich gutem Leistungsangebot entscheide ich mich für das schwulenfreundliche(re) Unternehmen – soweit feststellbar. Schwulenfreundlich heißt nun nicht, dass schwule Menschen dort besser behandelt werden, sondern schlicht und ergreifen genau so, wie alle anderen auch. Festmachen lässt sich das zum Beispiel an der diversity policy des Unternehmens (zum Beispiel Gleichbehandlung gleichgeschlechtlicher Lebenspartnerschaften mit verschiedengeschlechtlichen Ehen in Bezug auf Mitarbeiter und Kunden). Derartiges herauszufinden ist nicht immer ganz einfach (in den USA hilft zum Beispiel der Buyers Guide, im Vereinigten Königreich der Workplace Equality Index), deshalb begrüße ich sehr das Vorhaben von ILGA Europe, einen International Business Equality Index zu erstellen.
Die Berliner Bank ist eine Tochtergesellschaft der Deutschen Bank AG und diese ist immerhin Träger des Max-Spohr-Preises. Der gayfriendly-Test war also bestanden.
Geblendet von der Aussicht auf eine Kreditkarte im black-rainbow Design und auf all die vielen Benefits habe ich der Frage des gleichguten Leistungsangebots nicht genügend Aufmerksamkeit geschenkt. .. continue reading ..
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