Zurück, aber wohin?
Peter Thommen, hochgeschätzter Blogger aus Basel, hat vor ein paar Tagen Gedanken im Internet veröffentlicht, die Zustimmung und Widerspruch verdienen.
Das ist zunächst die Überschrift
barebacking als indiz für eine gescheiterte emanzipation!
Mit einem Fragezeichen hinter dieser Aussage könnte ich Leben, mit einem Rufzeichen nicht, denn die Behauptung ist falsch.
Jede Zeit hat ihre Ideale, jede Generation ihre Vorstellungen vom Leben. Ältere Menschen, zu denen ich mich und – nichts für ungut – Peter Thommen rechnen muss, zumindest auf dem Blickwinkel eines Zwanzigjährigen, neigen dazu, ihre Erfahrungen als Wertmaßstab für das Leben jüngerer Menschen zu nehmen. Ich habe sogar den Eindruck, dass bei den (selbst-)ernannten Schwulenaktivisten diese Art des Herangehens an die Jetztzeit besonders ausgeprägt ist. Da wird auf die Errungenschaften früherer Zeiten verwiesen, auf das eigene Vorkämpfertum und das heute längst vergessener Vor(vor)kämpfer der Schwulenbewegung. Mit Wehmut wird den untergehenden Institutionen der schwulen Szene nachgeblickt. Wer zurückblickt, sieht die eigene Vergangenheit davontreiben, bleibt aber blind für die Zukunft der Heutigen.
Allerdings: Ein Phänomen ist seit der Zeit, als heterosexuelle Menschen anfingen, schwulen Menschen das Leben schwer zu machen, dauerhaft zu beobachten. Peter Thommen schreibt:
Die Sexualität zwischen Männern ist zu einem Heterofick – einfach von hinten – verkommen. Das nennen viele „Normalisierung“.
Diese Normalisierung, dieses Mitschwimmen in der Masse ist keine neue Verhaltensweise schwuler Menschen. .. continue reading ..
Filed under: Gay, Leben, Schwul
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