Im Nachkriegsdeutschland haben wir, mal besser, mal schlechter, eingeübt, Streitfragen in Abstimmung oder durch Gerichtsentscheidungen klären zu lassen. Nach den furchtbaren Erlebnissen, die die Nazis den Deutschen beschert haben, ist es allgemeiner Konsens, dass zwar jeder seine eigene Auffassung von richtig und falsch haben kann, niemand aber das Recht in die eigenen Hände nehmen darf.
Auch andere Staaten in Europa haben im Laufe der Zeit Erfahrungen mit grausamen Unterdrückern gemacht, so dass die Auffassung, Recht sei durch Rechtsprechung und nicht durch das Faustrecht zu erlangen, sich ganz überwiegend durchgesetzt hat. Das Rechtsstaatsprinzip ist eines der höchsten Güter im zivilisierten Europa. Als Folge dieser hohen Wertschätzung des Rechtsstaats hat sich in Europa und den einzelnen Nationalstaaten ein ausgeklügeltes Gerichtssytem entwickelt, das auf europäischer Ebene hinsichtlich der Zuständigkeiten, der Reichweite der Gerichtsentscheidungen und ihrer Vollstreckbarkeit durch mehrere zwischenstaatliche Abkommen geregelt ist.
Es gibt aber auch Menschen und Institutionen in Deutschland, die wollen keinen Rechtsstaat, die wollen kein Recht. Sie wollen allenfalls das als Recht gelten lassen, was ihnen in den Kram passt, sie wollen selbst bestimmen, was Recht ist und damit Deutschland erneut zu einem Unrechtsstaat machen. Es gibt Menschen und Institutionen in Deutschland, die wollen lieber in einer Diktatur des Unrechts leben und sehnen sich nach den Gesinnungsrichtern vergangenener Tage zurück.
Eine dieser Institutionen ist die römisch-katholische Kirche. .. continue reading ..
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