Vor wenigen Tagen hat Iran Queer Railroad (IRQR) einen Hilferuf veröffentlicht:
We request your assistance with an urgent case involving Mehdi N., a 29-year-old gay Iranian who seeks asylum in Germany.
Dieser Hilferuf wurde von verschiedenen Bloggern und schwullesbischen Medien unreflektiert weitergegeben. Soweit ersichtlich hat allein Norbert Blech in seinem Beitrag für queer.de einen leisen Vorbehalt formuliert: “Dem Bericht zufolge, der aus anderen Quellen bisher nicht verifiziert werden konnte, [...]“.
Ich bin gegenwärtig nicht bereit, dieses Hilfeersuchen unkommentiert weiterzugeben oder zu unterstützen.
1. Ist das nicht alles etwas dick aufgetragen?
In der Meldung auf IRQR ist von schreienden Polizeibeamten die Rede, mehrfache Vergewaltigungen des Mehdi N werden behauptet, die zu allem Überfluß auch noch gefilmt sein sollen.
Offensichtlich befindet sich das Asylverfahren bereits in einem fortschrittenen Stadium. Es müsste also bereits einiges aktenkundig sein. Statt dessen sollen wir uns mit einem Brief Mehdis und dem Inhalt eines Gesprächs mit Arsham Parsi (IRQR) begnügen.
2. Warum scheucht der IRQR die Öffentlichkeit auf?
Warum hat der IRQR sich nicht an schwullesbische Verbände, wie zum Beispiel dem LSVD, oder die deutsche Sektion von amnesty international oder PRO AYSL gewandt? Warum nicht an die deutschsprachigen schwullesbischen Medien?
Arsham Parsi ist Mitglied des Beirats der Hirschfeld-Eddy-Stiftung. Zwischen dem Vorstand dieser Stiftung und der Leitungsebene des LSVD besteht teilweise Personalunion. Parsi weiß also durchaus, wer in Deutschland geeignete Ansprechpartner für ihn sind. Mit dem LSVD ist aber zumindest bis zum vergangenen Donnerstag keine Kontaktaufnahme erfolgt. Es stellt sich die Frage, warum Parsi ein internationales Schaulaufen einer unmittelbaren Ansprache von mit den Verhältnissen hier vor Ort vertrauten Organisationen vorzieht.
3. Was soll die Richterschelte? .. continue reading ..
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