Tag: Intoleranz



25 Nov 09

Ich erlaube mir, einen Bericht des suedkurier.de im Volltext wiederzugeben:

Bis zum letzten Punkt „Anträge“ war es eine ziemlich normale Hauptversammlung des CDU-Ortsverbandes Meersburg: trotz Neuwahlen und einer nüchternen Bilanz des scheidenden Vorsitzenden Hans-Heinrich Gerth. Doch dann verlas der neue Vorsitzende Martin Frick die Anträge von Werner Leicht aus Stetten. Zum einen erregte er sich über das EU-Kruzifix-Urteil, denn er befürchtet, dass es auch in Deutschland zur Entfernung von Kreuzen in öffentlichen Gebäuden führt. Der CDU-Ortsverband solle beim EU-Gerichtshof Protest einlegen. Und dann stört den Diplom-Ingenieur, dass die neue Regierung, wie er gehört habe, die „Gleichstellung der Homo-Ehe weiter vorantreiben wolle“. Er verlangt, der Ortsverband möge den „Mandatsträgern“ schreiben, dass er dies ablehne.

Leicht bekommt Schützenhilfe von Anton Model. Dieser ereifert sich über den homosexuellen Hamburger Regierenden Bürgermeister Ole von Beust, dem er schon mal habe schreiben wollen, „weil er bei einer Schwulenparade dabei war.“ Model fragt sich: „Was ist mit dem C in CDU?“

Zwar versucht der alte Politfuchs Werner Endres noch, zwischen den erregten Äußerungen, die Luft raus zu nehmen. Dabei geht er weniger auf ihren Inhalt ein, sondern verweist auf die vielen innerparteilichen Hürden und die geringe Chance, bis ein Antrag aus einem Ortsverband tatsächlich bei einem Bundesparteitag ankommt.

Doch die Debatte ist nicht mehr zu stoppen. Der 19-jährige Adrian Künstler wirft ein: „Ein Grund, warum es weniger Zulauf zur christlichen Partei gibt, ist diese Intoleranz.“ Leicht retourniert: „Junger Freund, der große Fehler kam“, als man Homosexualität nicht mehr als Krankheit angesehen habe. Das sei sie aber und sie trage dazu bei, dass die Bevölkerung immer mehr abnehme. Als Künstler entgegnet, Homosexualität sei „keinesfalls gesellschaftsvernichtend“, kann Leicht gar nicht mehr an sich halten und bezeichnet Homosexuelle als „pervers“. Horst-Peter Schieber „beschwichtigt“: „Wir müssen mit der Zeit gehen“, obwohl: „Ich bin auch nicht dafür, dass so Schwule rum rennen.“ .. continue reading ..


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11 Jul 09

Der Berliner Chef der LSU erklärt in der queer.de, warum CDU und CSU nachgerade Schrittmacher für die Rechte schwuler Menschen sind.

Allerdings mag ich nicht so recht glauben, was er da schreibt; wirkt es doch eher so, als würde er den schmerzhaften Rosenkranz beten, und zwar in der vierten Runde.

Die Selbstgeißelung beginnt:

Nachdem die CDU im Jahr 2007 die Anerkennung der Eingetragenen Lebenspartnerschaften in ihrem Grundsatzprogramm verankert hat, sind wir als Lesben und Schwule in der Union (LSU) jetzt natürlich auch mit einer noch weitergehenden Erwartungshaltung an die Wahlprogrammdebatte heran getreten. Und wir wurden nicht enttäuscht! .. continue reading ..


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20 Jun 09

EMMA, eine der wohl überflüssigsten Periodika auf dem deutschen Zeitschriftenmarkt, äußert sich zum Thema CSD in Köln:

Denn der Christopher Street Day – einst ausgelöst von der Gegenwehr homosexueller Männer, die als “Tunten” nicht nur von der Polizei schikaniert, sondern auch von der eigenen Community verachtet wurden – muss sich in Zeiten von Homo-Ehe und schwulen Bürgermeistern (auf die lesbischen Bürgermeisterinnen warten wir noch) tatsächlich die Frage stellen, ob er überhaupt noch Sinn macht.

Offenbar wird bei EMMA das Tagesgeschehen nicht verfolgt, warum auch, schwulenfeindlicher Unsinn ist zeitlos, sonst wäre den Frauen des politischen Periodikums für Frauen nicht entgangen, dass Zürich eine lesbische Stadtpräsidentin hat. Sicher, die EMMA-Frauen hätte noch die für ihre Verhältnisse geistige Höchstleistung vollbringen müssen, zu erkennen, dass das Amt der Stadtpräsidentin dem einer (Ober-)Bürgermeisterin entspricht.

Wie “der Christopher Street Day” sich eine Frage stellen kann, wird das ewige Geheimnis der EMMAs bleiben.

Und wenn ja, welchen?

Wie wäre es, statt rumzustänkern, mit einer Antwort auf die Frage? Aber das ist für die weibliche Periode, Verzeihung, für das weibliche Periodikum, zuviel verlangt. .. continue reading ..


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1 Jun 09

Auf zeitjung.de schreibt ein gewisser cicero über das Thema “Keine Homoehe in Kalifornien“:

Ich kanns schon hören, die Reaktionen auf dieses Urteil, auch in Deutschland. Wie konservativ, engstirnig, prüde und borniert die Amis doch sind. Und wie intolerant. Das “Recht” der Homosexuellen auf Gleichstellung einfach mißachten. Pfui.

Ich kann vielmehr hören, wie die selbstgefälligen Mehrheitsmenschen, in ihrer selbstgerechten Ruhe gestört, nunmehr wieder losplärren, die schwulen Menschen mögen endlich Ruhe geben und möglichst wieder in den Schränken verschwinden. Dieser cicereo höchstselbst ist ein wunderbare Beispiel für diese Art von Selbstgefälligkeit. Er schreibt:

Es kam in mehreren kalifornischen Städten zu Tumulten und in San Francisco mussten 162 Personen festgenommen werden.

Diese 162 Menschen “mussten” nicht festgenommen werden, sie wurden festgenommen.

Kritiker des Urteils verurteilten das “Verbot” der “gleichgeschlechtlichen Ehe”, stellten sich als vom Gesetz diskriminierte Minderheit dar und präsentierten ihre “Sache” als eine fundamentale “Bürgerrechtssache”.

Sie folgen damit dem California Supreme Court, der selbst formuliert hat, dass die Frage gleichgeschlechtlicher Eheschließungen die grundlegenden Bürgerrechte betrifft und die Verweigerung der gleichgeschlechtlicher Ehen eine Diskriminierung darstellt. Deshalb hat das Gericht in seinem Urteil deutlich gemacht, dass es nicht über die Zulässigkeit von gleichgeschlechtlichen Ehen an sich, sondern lediglich darüber entschieden hat, ob die Verfassungsergänzung in verfahrensrechtlich zulässiger Weise vorgenommen wurde.

Cicero empört sich:

Doch was ist das für eine Toleranz, die von Millionen Menschen die Aufgabe ihrer Moralvorstellungen verlangt, damit eine marginale Minderheit ihre individuellen Forderungen durchsetzt?

Nun ist die Abstimmung in Kalifornien sehr knapp ausgegangen. .. continue reading ..

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28 Dec 08

Ich vermute, die machen das mit Absicht bei der LSU. Ich meine,  so lustige Pressemitteilungen frei Haus zu liefern, die mir einen schnell geschriebenen Post ermöglichen.

Es geht um die Haltung der Vereinten Nationen zur Homosexualität. Das Thema ist wichtig, ein nicht allzu leichtfertiger Umgang mit der deutschen Sprache aber auch; zumindest wenn man Pressemitteilungen schreibt.

Geizig ist man nicht bei der LSU. Das Wort ‘für’ wird zum Beispiel nachgerade verschwenderisch verwendet: .. continue reading ..


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17 Aug 08

LSVD ruft zur Protestkundgebung auf

Zur Beschädigung des Denkmals für die im Nationalsozialismus verfolgten Homosexuellen erklärt Günter Dworek, Sprecher des Lesben- und Schwulenverbandes (LSVD):

Es ist eine Schande, dass das Denkmal für die im Nationalsozialismus verfolgten Homosexuellen bereits 11 Wochen nach seiner feierlichen Einweihung gewaltsam demoliert wurde. Am Wochenende wurde mit massiver Gewalt das Sichtfenster der Stele im Berliner Tiergarten zertrümmert. In diesem Sichtfenster ist ein Video mit zwei sich küssenden Männern zu sehen. Alles spricht für eine Tat aus Hass gegen Homosexuelle.

Der Lesben- und Schwulenverband (LSVD) verurteilt den Anschlag aufs Schärfste. Jede Attacke auf einen Gedenkort für NS-Opfer ist widerlich und empörend. Darüber kann man nicht zur Tagesordnung übergehen. Der LSVD ruft daher für Montag 18. August, 17.00 Uhr, zu einer Protestkundgebung am Denkmal auf. .. continue reading ..


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28 Jul 08

Dieser Satz findet sich (angeblich) in einem Schulaufsatz und bringt die Frage zum Ausdruck, die sich gewiss viele Eltern vor der Geburt ihres Kindes stellen: Wird das Kind so sein, wie man/frau es sich wünscht? .. continue reading ..


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19 Jul 08

Alle paar Jahre legt das Auswärtige Amt für die Bundesregierung einen Bericht über die deutsche Menschenrechtspolitik in den auswärtigen Beziehungen und in anderen Politikbereichen vor. Der jüngste Bericht umfasst den Berichtszeitraum 01.03.2005 bis 29.02.2008. Ich habe einmal nachgelesen, was die Bundesregierung zur Lebenssituation von schwulen und lesbischen Menschen zu sagen hat.

Erfreulicherweise teilt die Regierung schon im ersten Teil des Berichts mit, wer in der Internationalen Politik die Richtung bestimmt: .. continue reading ..


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11 Jul 08

Eine kleine CSD-Nachlese:

1.

Faschistische Sektierer der Ortschristenheit sind natürlich an vorderster Front dabei, wenn es gegen Schwule geht. Von Berufsschwulen und Eiferern ist die Rede in

Es ist wieder CSD-Zeit“, vorzüglich aufbereitet von GayWest in “Quadratur des Kreises op kölsch“.

Das kirchliche Fußvolk ist über ‘Pro Köln’ und ‘Christen pro Köln’ wenig erbaut, während ich den erzbischöflichen Behörden und dem Erdbeerschorsch höchstselbst, gewiss ohne ihnen Unrecht zu tun, unterstellen darf, dass sie das Treiben der ‘Christen pro Köln’ mit Wohlwollen betrachten.

2.

Schamlos intolerant schreibt ein schwuler Redakteur des Kölner Stadtanzeigers. Und die Intoleranz wirft er den Schwulen vor. Bemerkenswert dämlich und mit genug Stoff für einen Post versehen, aber ich habe keine Lust, mich hier immer wieder zu wiederholen. Erstaunt bin ich, wer alles regulierend in den CSD eingreifen und (vor)schreiben will, wie sich schwules Leben darzustellen hat. .. continue reading ..


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11 May 08

Schwule Menschen sehen sich nicht selten dem Vorhalt ausgesetzt, sie seien Intolerant. Wer anderen Toleranz abverlange, müsse auch selber tolerant sein, heißt es, und dann werden allerlei Ansichten, Auffassungen, Verhaltensweisen und Erscheinungsbilder präsentiert, die Mann gut heißen soll – im Namen der Toleranz.

Schwule Menschen müssen sehr aufpassen, was ihnen da alles untergejubelt werden soll. .. continue reading ..


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11 Apr 08

Ein Bericht aus Cottbus:

Ganz normal anders

«Schwuchtel, Hinterlader, Schwuli, Dreckstück – all das sind Beschimpfungen, die ich schon unzählige Male gehört habe» , sagt Tobias Schneider. Er liebt Männer und Männer lieben ihn. .. continue reading ..


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26 Jan 08

In ihrem Online-Portal berichtet die WAZ heute über die Aufführung eines Theaterstücks in Ankara

Das Publikum ist begeistert, nach der Vorführung gibt es stehende Ovationen. So viel Zustimmung wie beim Theaterstück «Rosa und grau» erhalten Homosexuelle und Transsexuelle in der Türkei selten

und läßt den (die) ein(e)n und den (die) andere(n) zu Wort kommen: .. continue reading ..


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