Tag: Hilter



23 Aug 09

Kürzlich gab der Münchner Oberbürgermeister Christian Ude im Namen aller dortigen Stadtratsfraktionen folgende Erklärung ab:

Wir sind uns im Münchner Stadtrat unabhängig von den Rechtsfolgen der unwirksamen Eidesleistung des Stadtrats Karl Richter vom 2. Mai 2008 darin einig, dass Rechtsextremismus, Fremdenfeindlichkeit und Antisemitismus eine klare Absage durch alle demokratischen Kräfte erhalten müssen, dass das Zeigen des Hitler-Grußes eine unerträgliche Kampfansage an die parlamentarische Demokratie und eine Verhöhnung der Opfer des Holocaust darstellt und dass sich Karl Richter mit seiner Verhaltensweise selber in unmissverständlicher Weise aus der Gemeinschaft der demokratischen Kräfte ausgegrenzt hat.

Wir stehen auf für Demokratie und Rechtsstaat, für Toleranz und Weltoffenheit, gegen jede Missachtung der Opfer des Holocaust, gegen die rechtsextreme NPD und ihre Tarnliste BIA. Wir sind uns der historischen Verantwortung bewusst und werden über alle politischen Differenzen hinweg in dieser Frage zusammenstehen.

Weil Politiker jeglicher Couleur nicht meinen was sie sagen, nahm Ude dem von ihm erwähnten Karl Richter im selbem Atemzug den Eid als Stadtratsmitglied ab. .. continue reading ..


Filed under: Miscellaneous

Trackback Uri






26 Jul 09

triangel roseIn Berlin werden zur Zeit Kunstwerke von Pierre et Gilles gezeigt. Darunter auch das Bild “Le Triangle Rose”.

Anja Lösel schreibt im Stern dazu:

Darf man das? Einen KZ-Häftling zum Sexobjekt machen? Die beiden Pariser Fotokünstler Pierre und Gilles tun es. In ihrem Bild “Rosa Winkel” steht ein hübscher Häftling in Anstaltskleidung hinter Stacheldraht und blickt schmachtend in die Kamera. Vor ihm sind brennende Kerzen, daneben, an der Wand, zwei goldene Vasen mit Edelweiß. Schwer zu ertragen. Meinen die das ernst? Oder sind sie nur ein wenig naiv und wissen nicht, wie schmerzlich es sein kann, gerade hier, in Berlin Mitte, direkt neben der Synagoge, so ein Bild zu sehen.

Wenn man die beiden Franzosen dann trifft, kann man ihnen nicht böse sein. Pierre und Gillles sind in Berlin. Und wie sie da stehen und ihre Bilder zu erklären versuchen, wird schnell klar: Sie sind tatsächlich naiv. Dass jemand verstimmt oder verärgert sein könnte, kommt ihnen nicht in den Sinn. Ist doch alles nur gut gemeint. Sie sind einfach zwei nette Schwule, die mit ihren Bildern den Nerv und Geschmack eines Massenpublikums getroffen haben. Und davon komplett überrascht wurden.

Warum die Schreiberin auf die Nähe zur Berliner Synagoge hinweist, erschließt sich mir nicht. Ebenso wenig verstehe ich, warum die Schreiberin in der auf dem Bild dargestellten Person ein Sexobjekt erblickt. Überzeugt bin ich jedoch davon, das Frau Lösel weder von Kunst noch von der Geschichte schwuler Männer viel Ahnung hat.

Ich halte “Le Triangle Rose” für eine der besten künstlerischen Bezugnahmen auf die Verfolgung schwuler Männer und der Vernichtung deren Lebens in den Konzentrationslagern. .. continue reading ..


Filed under: Miscellaneous

Trackback Uri






9 Jul 09

Philipp Gut, Reservatsleiter für Kult bei der Zürcher Lokalzeitung ‘Die Weltwoche’, offenbart uns seine geschundene Seele. Geschunden und geplagt von der Einsicht, dass es mit der heterosexuellen Kultur zu Ende geht.

Auslöser für seinen Schrei um Hilfe ist der Film ‘Brüno’. In diesem Film macht ein heterosexueller Mann mit der Modellbezeichnung Sacha Baron Cohen allerlei merkwürdige Sachen, die, so Philipp Gut, eines heterosexuellen Menschen unwürdig sind. Anders als Gut bin ich nicht der Meinung, dass man diesen Film sehen muss. Damit aber auch ich den geistigen Verfall heterosexueller Menschen bewundern kann, hat Gut seinen Beitrag für die Weltwoche, Dose, Verzeihung, Dossier genannt, mit einem Bild geschmückt. Auf diesem Bild ist ein heterosexueller Mann in einer Art Stierkostüm mit übergroßem Stoffpenis zu sehen. Ich kann  Guts entsetzen über diese, in der jüngsten Zeit immer häufiger zu beobachtenden Dekadenz heterosexueller Menschen verstehen. Sie hat auch Gut selbst erfasst und in seiner übergroßen inneren Not versucht er, schwule Menschen für seine Seelenqualen verantwortlich zu machen.

Er bezeichnet Cohen, heteronormativ ordnungsmäßig verheiratet und Vater von mindestens zwei Kindern, als “stockschwul” und meint .. continue reading ..


Filed under: Miscellaneous

Trackback Uri






27 May 09

Müssen schwule Menschen lachen und fröhlich sein, wenn die liebe Normgesellschaft ihrer neurotisches Dekadenz freien Lauf lässt?

Offenbar müssen sie:

“Grossartig”, betitelt es der Entertainer Alfred Biolek nach der Vorstellung. Er wolle es sich gerne noch einmal anschauen.

Nun gut, Biolek fällt selbst in die Rubrik ‘neurotische Dekadenz’ und lebt davon, sich ähnlich wie Dirk Bach zum Affen für das Normpublikum zu machen.

Das Normpublikum ist übrigens in der Lage, schwule Menschen zweifelsfrei zu erkennen:

Hitler steht auf einer Theaterbühne in Berlin. Der offensichtlich schwule Führer, der mit zweitem Vornamen Elisabeth heißt, trägt ein glitzerndes Hakenkreuz und bewegt sich etwas unbeholfen.

Worum es geht? Mel Brooks hat den letzten Rest seines Hirns erbrochen und daraus ein Musical gemacht: The Producers, Frühling für Hilter .. continue reading ..


Filed under: Miscellaneous

Trackback Uri






30 Mar 09

Die taz berichtet heute über ein Neonazitreffen in Schlüchtern (Osthessen):

[...] Das öffentliche Outing des Funktionärs Hubert Mölsen schlug in den homophoben NPD-Kadern ein wie eine Granate. “Wir sind es leid, uns weiter zu verstecken!”, brüllte Mölsen bei einer zunächst geheim gehaltenen Kundgebung vorvergangene Woche im hessischen Schlüchtern. “Bloß weil man schwul ist, heißt das nicht, dass man kein aufrechter Deutscher sein kann, der stolz auf sein Vaterland ist. Das Gegenteil ist richtig: Wir wissen, wie man für eine Überzeugung kämpft!”

Die spontanen Beifallsstürme zeigten, dass er mit dieser Meinung keineswegs allein dasteht. Und es ist ihm ernst: Er will die schwulen Nazis an die Macht führen und dazu eine Interessenvertretung für Schwule und Bisexuelle in der NPD nach dem Vorbild der LSU in der CDU/CSU errichten. [...]

Mölsen behauptet gar: “In der NPD gibt es mittlerweile mehr Schwule als Frauen.” [...]

Hubert Mölsen kennt die Geschichte und will heute – 75 Jahre später – dennoch einen neuen Versuch wagen. Auf die Frage, was er davon halte, dass sich Adolf Hitler einmal in einer öffentlichen Erklärung hinter den als schwul bekannten Ernst Röhm gestellt hatte, reagiert Mölsen mit einem wissenden Lächeln und der Bekundung: “Der Führer ist für mich ein Vorbild – auch in sexueller Hinsicht!”

Ein paar Anmerkungen:

Leider kann ich es mir nicht einfach machen und schlicht darauf verweisen, dass Mölsen entweder blind und/oder taub und/oder nicht schwul ist. Wie dieser Gnom, dessen Artikulation an eine verstopfte Klospülung erinnert und der sich selber als Führer bezeichnete, ein Vorbild in sexueller Hinsicht sein kann, ist mir ein Rätsel, aber es gibt in schwulen Welt nichts, keinen Fetisch, kein Schönheitsideals, kein Vorbild, dass mich noch überraschen würde. Und da Hitler auf unzählige heterosexuelle Frauen attraktiv wirkte und wirkt, ist es wohl gar nicht überraschend, dass auch schwule Männer sich sich von diesem optischen und akustischen Kotzbrocken angezogen fühlen. Was Mölsen über Hitlers Sexualität weiß, bleibt trotz “wissendem Lächeln” allerdings rätselhaft. .. continue reading ..


Filed under: Medien

Trackback Uri