Tag: Gotteslästerung



7 Oct 09

In Deutschland gibt es eine ganz merkwürdige Strafrechtsnorm:

§ 166 Strafgesetzbuch -  Beschimpfung von Bekenntnissen, Religionsgesellschaften und Weltanschauungsvereinigungen

(1) Wer öffentlich oder durch Verbreiten von Schriften (§ 11 Abs. 3) den Inhalt des religiösen oder weltanschaulichen Bekenntnisses anderer in einer Weise beschimpft, die geeignet ist, den öffentlichen Frieden zu stören, wird mit Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder mit Geldstrafe bestraft.

(2) Ebenso wird bestraft, wer öffentlich oder durch Verbreiten von Schriften (§ 11 Abs. 3) eine im Inland bestehende Kirche oder andere Religionsgesellschaft oder Weltanschauungsvereinigung, ihre Einrichtungen oder Gebräuche in einer Weise beschimpft, die geeignet ist, den öffentlichen Frieden zu stören.

Diese Vorschrift, oft Blasphemieparagraf genannt, nicht selten aber auch als Gummiparagraf bezeichnet, öffnet der Gesinnungsrechtsprechung Tür und Tor.

Ein Beispiel soll die Problematik verdeutlichen: .. continue reading ..


Filed under: Miscellaneous

Trackback Uri






12 Jul 09

Übrigens ist Gotteslästerung eine unvergebbare Sünde! Du wirst Dich einmal verantworten müssen!

drohte mir kürzlich einer dieser evangelikalen Hasser. Dabei machte er zwei Fehler. Erstens duzte er mich, ohne dazu eingeladen zu sein. Das mag ich bei Evangelikalen überhaupt nicht. Zweitens erliegt er dem Irrtum, dass Gotteslästerung möglich sei. Wie auch immer, verängstigt, erschüttert und eingeschüchtert machte ich mich auf, Buße zu tun. In Kevelaer am Niederrhein, einer der Hochburgen des katholischen Seelenheils – in jedem zweiten Laden kann man dort Gott kaufen.

Zugegeben, der Grund der Reise in die Provinz war ein anderer. Cameron Carpenter hatte angekündigt, dort im Rahmen der Europa-Promotiontour für sein Album Revolutionary ein Konzert in der Wallfahrtsbasilika zu geben. Aber: Der Revolutionär schwächelt und muss das Bett hüten. So ein Weichei! Louis Vierne hat bis zum letzten Atemzug Orgelkonzerte gegeben und nicht wegen irgendwelcher Erschöpfungserscheinungen sein Publikum versetzt. .. continue reading ..


Filed under: Miscellaneous

Trackback Uri






20 Nov 08

Damals, die Älteren erinnern sich noch mit schrecken, war es ganz schlimm. Da wollten doch die Kommunisten tatsächlich das Weihnachtsfest abschaffen. Nicht überall, aber in den Niederlanden. 1930 war’s, da machten sie den Vorschlag, Weihnachten aus der Liste der staatlichen Feiertage zu streichen. Unerhört! Nicht auszumalen, was das für Folgen gehabt hätte. Tausende von Weihnachtsmännern wären arbeitslos geworden, die Kirchen wären auch an diesem hochheiligen Fest so leer wie eh und je, und die Weihnachtsmüllgeschenkeindustrie wäre in den Ruin getrieben worden und hätte nur mit Hilfe von Staatsbürgschaften eine Gnadenfrist rausschinden können.

Das ging natürlich nicht. Also musste man die Kommunisten bestrafen für diesen Anschlag auf alles Gute in der niederländischen Welt. .. continue reading ..


Filed under: Miscellaneous

Trackback Uri






22 Jan 08

Steven Pinker wirft die Frage auf, ob der religiöse Hintergrund eines Menschen Einfluss auf die Beantwortung moralischer Fragen hat und erweitert das Trolley-Experiment:

Der führerlose Straßenbahnwagen rollt auf einen auf den Gleiskörper stehenden Lehrer zu. Durch umstellen der Weiche könnte das Fahrzeug auf ein unbesetztes Gleis gelenkt werden und niemand würde verletzt oder getötet. Jedoch: Beim Umstellen der Weiche würde ein Signal ausgesendet, dass es einer Schulklasse mit sechsjährigen Schülern erlauben würde, einem Teddybär den Namen Mohammed zu geben.

Ist es erlaubt, die Weiche umzustellen?

Das ist kein Witz. Und der Sacherhalt ist gar nicht so theoretisch, wie er scheint. Im vergangenen Monat erlaubte eine britische Lehrerin in einer Privatschule im Sudan ihrer Klasse einen Teddybär Mohammed zu nennen. Sie wurde wegen Gotteslästerung ins Gefängnis gesteckt und es drohte ihr eine öffentliche Auspeitschung. Die Volksmenge vor dem Gefängnis verlangte, sie zu töten. .. continue reading ..


Filed under: Miscellaneous

Trackback Uri