Tag: Ficken



12 Jan 10

Zurück, aber wohin?

Peter Thommen, hochgeschätzter Blogger aus Basel, hat vor ein paar Tagen Gedanken im Internet veröffentlicht, die Zustimmung und Widerspruch verdienen.

Das ist zunächst die Überschrift

barebacking als indiz für eine gescheiterte emanzipation!

Mit einem Fragezeichen hinter dieser Aussage könnte ich Leben, mit einem Rufzeichen nicht, denn die Behauptung ist falsch.

Jede Zeit hat ihre Ideale, jede Generation ihre Vorstellungen vom Leben. Ältere Menschen, zu denen ich mich und – nichts für ungut – Peter Thommen rechnen muss, zumindest auf dem Blickwinkel eines Zwanzigjährigen, neigen dazu, ihre Erfahrungen als Wertmaßstab für das Leben jüngerer Menschen zu nehmen. Ich habe sogar den Eindruck, dass bei den (selbst-)ernannten Schwulenaktivisten diese Art des Herangehens an die Jetztzeit besonders ausgeprägt ist. Da wird auf die Errungenschaften früherer Zeiten verwiesen, auf das eigene Vorkämpfertum und das heute längst vergessener Vor(vor)kämpfer der Schwulenbewegung. Mit Wehmut wird den untergehenden Institutionen der schwulen Szene nachgeblickt. Wer zurückblickt, sieht die eigene Vergangenheit davontreiben, bleibt aber blind für die Zukunft der Heutigen.

Allerdings: Ein Phänomen ist seit der Zeit, als heterosexuelle Menschen anfingen, schwulen Menschen das Leben schwer zu machen, dauerhaft zu beobachten. Peter Thommen schreibt:

Die Sexualität zwischen Männern ist zu einem Heterofick – einfach von hinten – verkommen. Das nennen viele „Normalisierung“.

Diese Normalisierung, dieses Mitschwimmen in der Masse ist keine neue Verhaltensweise schwuler Menschen. .. continue reading ..


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6 Jan 10

Da versteh’ noch einer die Katholiken.

Unentwegt plärren die katholischen Schwachköpfe (beachte: nicht alle Katholiken sind Schwachköpfe), allen voran Ratzinger und der Erdbeerschorsch, dass Ficken ausschließlich in der Heterovariante, also Penis in die Vagina, Gnade vor ihrem erdachten Herrn findet, und nun machen’s mal zwei, also ein Mann und eine Frau, da ist es den Herrschaften auch nicht recht.

Ein 26jähriger Polizist hatte sich zusammen mit seiner Freundin für den Zeugungsakt eine Kirche der Katholiken ausgesucht. Nachdem sie in dieser Kirche Geräusche verursachten, die auf lustvolles menschliches Leben hindeuteten, sonst ist’s da immer so Tod, brach Panik aus: .. continue reading ..


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7 Nov 09

3500 Mitglieder hat der Lesben- und Schwulenverband in Deutschland (LSVD) e.V.; so entnehme ich es gerade einer Mitteilung des Vereins.

Das scheint ein bisserl wenig zu sein. Ein paar Millionen Menschen dürften in Deutschland schwul oder lesbisch sein und selbst Dorf-CSDs haben mehr Teilnehmer.

Wie nehmen schwule und lesbische Menschen ihre Interessen wahr? Sicher gibt es neben dem LSVD auch noch andere Vereine, die sich aber eher mit Fetisch-, Hobby-, Berufs-, Partei- und Glaubensspezialitäten beschäftigen und nicht das ganze oder zumindest weite Teile des schwullesbischen Spektrums abdecken.

Man muss den LSVD nicht abgöttisch mögen. .. continue reading ..


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16 Oct 09

Während sich die Regierungen von Bund und Ländern sonst für – Verzeihung! – jeden Scheiß interessieren und die Statistikämter unüberschaubare Datenmengen vorhalten und alles Mögliche und Unmögliche ins Verhältnis setzen, will die Bayerische Staatsregierung die Lebensumstände von Schwulen und Lesben im Freistaat nicht im Sozialbericht erforschen.

Warum nicht, dass erklärt Katja Streppel vom bayerischen Sozialministerium mit folgender unerhört eleganten Formulierung:

Wenn der Staat berichten möchte über die sexuelle Identität, dann muss er die Menschen fragen nach dieser sexuellen Identität. Und das wollen die nicht.

Wer sind den “die”? .. continue reading ..


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25 Sep 09

Ach, was ein schweres Schicksal. Die Priester der römisch-katholischen Kirche in Polen sind ein ganz arm dran, nicht nur im Geiste, auch finanziell:

Ein Mann in beigem Anorak und kurzer Hose verlangte von der Kassiererin der Sparkasse Geld. Als diese sich zunächst weigerte, fuchtelte er mit einem Messer herum. Daraufhin händigte ihm die verängstigte Kassierin ein Bündel Banknoten aus. Wie sich bald herausstellte, waren es gerade einmal 6000 Zloty (rund 1450 Euro).

Der Bankräuber hatte aber einen fatalen Fehler begangen: Er war in keiner Weise maskiert. Anhand der Bilder der Überwachungskameras sowie der Zeugenbeschreibung konnte die Polizei rasch ein Phantombild erstellen. Dies wurde ins Internet gestellt, die lokalen Medien bekamen es – und schon wenige Stunden später klickten die Handschellen bei Norbert J. Die Überraschung der Polizisten war groß, als sich herausstellte, dass er Priester ist.

Ich meine, die Kirche sollte die Bezahlungsmodalitäten für ihr Personal neu regeln. Weib und Kind verschlingen viel Geld: .. continue reading ..


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15 Sep 09

An anderer Stelle wird eine ganz neue Form der Ehe diskutiert: In der orthodoxen Gemeinschaft basteln selbst Rabbis, die generell als „Hardliner“ gelten, derzeit an einem Gesetz, das homosexuellen Orthodoxen erlauben soll, zu heiraten und dennoch ihre Beziehung zu einem Mann weiter aufrecht erhalten zu dürfen. .. continue reading ..


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1 Sep 09

Die queer.de meldet,

Die US‐Gesundheitsbehörde hat erklärt, dass schwule und bisexuelle Männer ein 50 Mal höheres Risiko haben, sich mit HIV anzustecken, als heterosexuelle Männer oder Frauen. Das gab Amy Lansky, Sprecherin der Centers for Disease Control (CDC) bei einer Aids‐Konferenz in Atlanta (US‐Bundesstaat Georgia) bekannt. Bislang vermied es die Behörde stets, derlei Vergleiche zu stellen. Am meisten gefährdet seien demnach Schwule mit schwarzer Hautfarbe, da sich Amerikaner afrikanischer Herkunft weit häufiger infizieren als Weiße. Lansky erklärte, dass sich nach CDC‐Schätzungen im Jahr 2007 rund 0,7 Prozent der schwulen Bevölkerung mit dem HI‐Virus infiziert haben.

und ich sitze hier mit meinen zehn Fingern und versuche, hinter das Geheimnis dieser Meldung zu kommen. .. continue reading ..


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29 Aug 09

Vor einigen Tagen schrieb ich über Treue. Mein Ziel war es, Treue einmal unter einer anderen Perspektive als der, wer mit wem Sex haben darf, zu beleuchten. Ein Blick in die Kommentare zu dem Post und eine ganze Reihe von Rückmeldungen außerhalb dieses Blogs zeigen mir, das ich offenbar nicht deutlich genug zum Ausdruck bringen konnte, was ich meine. Ich nehme deshalb einen neuen Anlauf.

Der geneigt Leser mag, sofern er in einer festen Beziehung mit einem anderen Mann lebt, sich einmal fragen, was der Kern dieser Beziehung ist, was diese Beziehung ausmacht, was sie von anderen unterscheidet, was am Ende übrig bleibt, wenn man von außen nach innen eine Hülle nach der anderen entfernt. .. continue reading ..


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4 Jul 09

Etwas Ungewöhnliches hat sich in Berlin ereignet. Polizei und Staatsanwaltschaft haben es tatsächlich geschafft, drei Gewalttäter vor Gericht zu stellen.

Es geschah nach einer schwul-lesbischen Geburtstagsfeier im ehemaligen Kino Kosmos in Friedrichshain: Eine Gruppe Jugendlicher beleidigt Gäste der Party, ein 23-jähriger Transsexueller und sein 25-jähriger Begleiter stellen sie zur Rede. Worte wie “Scheißschwuchteln” fallen. Später kommt es zu einer gewalttätigen Auseinandersetzung. Am Ende haben die beiden das Nachsehen. Sie tragen Prellungen und Gehirnerschütterungen davon. Der Ältere kommt zudem mit einem Bruch des Mittelhandknochens ins Krankenhaus. .. continue reading ..


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29 Jun 09

Schwule Männer sind in der Regel stolz auf ihr freizügiges Sexualleben. Wann wird Sex eigentlich krankhaft?

fragt queer.de und, um es vorwegzunehmen, findet die Anwort trotz Bemühens des weltbekannten Psychologen Boris Maschke nicht.

Bei der Sexsucht, so wird behauptet,

handelt es sich tatsächlich eine psychische Störung wie Alkoholsucht oder Magersucht.

Mag alles sein, aber weder Queer.de noch der Psychologe rücken damit raus, wann eine Sexsucht vorliegt. Einmal ein Tag ficken zu wollen, ist vielleicht schon zu viel, und wer das Bedürfnis hat, zweimal am Tag zu wichsen, ist vermutlich schon ein besonders schwerer Fall.  Und wer mit mehr als einem Mann Sex haben möchte, ist vermutlich unrettbar verloren. Allerdings dürfen diese Fragen unbeantwortet bleiben, denn Queer.de hat, vermutlich ohne es zu merken, mit Maschke sich eine Vertreter der Homophoben-Fraktion der Psychologengilde gesucht1.

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19 Jun 09

Die Schwusos jubeln:

Anlässlich des am Sonntag einstimmig vom SPD-Bundesparteitag beschlossenen Regierungsprogramms erklärt der Bundesvorsitzende des Arbeitskreises Lesben und Schwule in der SPD (Schwusos) Ansgar Dittmar:

Ich jubele nicht mit und frage vielmehr, ob die Damen und Herren Schwusos die Realpolitik der SPD zur Kenntnis nehmen und das Regierungsprogramm überhaupt gelesen haben.

Wir sind begeistert vom neuen Regierungsprogramm der SPD. Die Sozialdemokratinnen und Sozialdemokraten machen deutlich, dass Homosexualität und Homophobie keine Themen am Rande der Gesellschaft mehr sind.

Nun, auf ihrer Wahlkampfhomepage verkündet die SPD ihre acht zentralen Ziele für Deutschland. Homosexualität und Homophobie tauchen darin nicht auf. .. continue reading ..


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15 Jun 09

Vor wenigen Tagen sind in irgendwelchen Schmierenblättchen und bei irgendwelchen Schmierenbloggern (ie Perez Hilton) Fotos aufgetaucht, die den Milk-Drehbuchautor und Oscar-Gewinner Dustin Lance Black beim Sex zeigen. Oral- und Analverkehr sind zu sehen; sogenannter ungeschützter Oral- und Analverkehr.

Nunmehr hat Dustin Lance Black sich entschuldigt:

“It is unfortunate that individuals and other outside parties are trying to profit from material which is clearly private. I have had the privilege to speak to people across the country, both gay and straight, on a number of critical issues including safe sex.

“More important than the embarrassment of this incident is the misleading message these images send. I apologise and cannot emphasise enough the importance of responsible sexual practices.”

Er hätte sich nicht entschuldigen müssen. .. continue reading ..


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31 May 09

In der vergangenen Woche hat ein Moderator der Aktuellen Stunde (WDR Fernsehen) seine Mitmoderatorin als “dusselige Kuh” bezeichnet. Er wollte damit zum Ausdruck bringen, dass die Gute keine Ahnung von dem hat, worüber sie spricht.

Ich habe in meinen Posts schon mehrfach meine Ansicht, dass Frauen keine Ahnung von Männern, insbesondere nicht von schwulen Männern, haben, zum Ausdruck gebracht. Mit allergrößtem Bedauern muss ich nunmehr hinzufügen, dass auch lesbische Frauen (für diese ‘Untergruppe’ hatte ich noch Hoffnung), jedenfalls einige von ihnen, keine Ahnung von schwulen Männer haben.

Auf dem Blog ‘Feminine Lesbians‘ fand ich folgenden von einer Frau verfassten Beitrag:

[...] Ich glaube auch nicht, dass frauenliebende Frauen unbedingt heterosexuell monogam sind,

Die Bedeutung heterosexueller Aktivitäten für lesbische Frauen wird die Verfasserin im weiteren Verlauf der Lektion noch durchblicken lassen.

so nach dem Motto: Mein Job, mein Haus, meine Frau, meine Kinder und meine Jacht. Aber dennoch unterscheidet sich ihre “Nichtmonogamie” von der schwulen, sich beziehungslos durch die WeltundMännergeschichte fickenden Männerkultur.

… spricht die Expertin, die vermutlich unter Wahnvorstellungen leidet, oder, meine viel schlimmere Befürchtung, bei Christl Vonholdt  oder Gaby (Kuby) abgeschrieben hat.

Ich denke,

Und ich habe ernste Zweifel daran, dass diese großartige Schwulenversteherin denken kann. .. continue reading ..


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22 May 09

Im Laufe der Zeit habe ich gelernt, dass nach christlicher und sonstiger fragwürdiger Sicht Sex nur erlaubt ist, wenn er der Fortpflanzung dient. Von einem Franzikanermönch lernte ich jüngst, das auch Oralverkehr, wenn er denn nur zwischen Menschen verschiedenen Geschlechts ausgeübt wird, der Fortpflanzung dient.

Mit diesem Wissen ausgestattet, wundert es mich überhaupt nicht mehr, dass sich die 19jährige heterosexuelle Caroline W., inspiriert von konservativen christlichen Wert- und Sexvorstellung und mit der Aussicht auf reichlich Kindergeld aus dem Hause von der Leyen, in den Dienst der Fortpflanzungsmaschinerie stellt und in Hamburg innerhalb von 2 Stunden mit 200 Männern Oralsex haben wollte – getreu dem Motto: Einer wird schon Vater meines Kindes werden. Die Männer sollten dabei hinter einer Holzwand stehen und ihren Schwanz durch ein Loch der Caroline W. ‘herüberreichen’.  Nachdem sie 75 Heteroschwänze abgeschlutscht und dabei 22 Organsmen bei den Schwanzbesitzern ausgelöst hatte, machte sie schlapp. Wer weiß, was das für Schwänze waren.

Aber es muss ein gottgefälliges Tun gewesen sein, .. continue reading ..


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19 May 09

Heute vor 22 Jahren machte die Bayerische Staatsregierung ihren Maßnahmenkatalog zur Verhütung und Bekämpfung der Immunschwächekrankheit AIDS bekannt. Einen zeitgenössischer Bericht über die damalige Situation liefert die Zeit in ihrer Ausgabe vom 02.10.1987: Keine Kur nach Gauweilers Rezepten

Glücklicherweise ist das von Peter Gauweiler betriebene Vorhaben, den Maßnahmenkatalog auch auf Bundesebene durchzusetzen, gescheitert. Mit ihm scheiterte eine Politik, die mehr auf die Bekämpfung von Menschen, als auf die Zurückdrängung des HI-Virus gerichtet war.

Der Maßnahmenkatalog erschreckt nicht nur durch den Sprachgebrauch. Nicht von Menschen ist die Rede, sondern von Ausscheidern, Ausscheidungs-, Krankheits- und Ansteckungsverdächtigen. Eine Sprache, die wir auch heute noch im Infektionsschutzgesetz aus dem Jahr 2000 finden.

Erschreckend sind auch die für ‘Ausscheider’ und ‘Verdächtige’ vorgesehenen Maßnahmen. Zwangstests und polizeiliche Vorführung zu denselben sind die Mittel der Wahl.

Was sich CSU-Politiker im einzelnen darunter vorstellen, deuten sie in ihren Reden an. Infizierte und Kranke, schlug der CSU-Bundestagsabgeordnete Horst Seehofer vor, müßten künftig “in speziellen Heimen” gesammelt werden. Er sprach von “konzentrieren”, sein Parteifreund und neuer Bonner Staatssekretär Erich Riedl von “absondern”.

Zum Vokabular des Herrenmenschen griff Kultusminister Hans Zehetmair. Aids sei das Symptom einer maroden Gesellschaft, die gesellschaftlichen Randgruppen müßten jetzt “ausgedünnt werden”. Homosexualität gehöre in den “Randbereich der Entartung”. Zehetmair: “Das Umfeld der ethischen Werte muß wiederentdeckt werden, um diese Entartung auszudünnen.” (Quelle: Der Spiegel, 16.03.1987, 131)

Und heute, mehr als zwanzig Jahre später? .. continue reading ..


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