Tag: Düsseldorf



17 Mar 10

Nun ist der Düsseldorfer Kreuzstreit zu einem Ende gekommen. Zu keinem guten.

In Düsseldorf erhalten Amts-, Landes- und Oberlandesgericht ein neues Gebäude. Die Präsidenten dieser drei Gerichte hatten sich darauf verständigt, in den Gerichtssälen kein Kruzifixe aufhängen zu lassen, ganz so wie es im Grundgesetz steht. Das brachte den Richtern den erbosten Protest der römisch-katholischen und evangelischen Kirche ein. Die Landesregierung in Gestalt von Rüttgers und der Ex-Richterin und Ex-Richterbundvorsitzenden Müller-Piepenkötter (für nicht NRWler: das ist nicht der Name einer Kabarettistin sondern der der Landesjustizministerin), nebenher Skandalnudel der Landesregierung und in dieser Eigenschaft damit beschäftigt, von der Unfähigkeit des Ministerpräsidendten abzulenken, intervenierten zugunsten der Kruzifixfetischisten und Verfassungsleugner. Die Gerichtspräsidenten gaben nach und stimmten zu, dass ein überdimensioniertes Kreuz aus einem der alten Sitzungssäle in das neue Gebäude kommt – zwar nicht in einem Sitzungsraum soll es aber doch einen prominenten Platz im neuen Gerichtsgebäude erhalten.

Dominik Schwaderlapp (das ist ein Name, keine Funktionsbezeichnung), Generalvikar des erkrankten Erdbeerschorschs nörgelt an Stelle desselben herum:

Wer Kreuze aus Gerichtssälen entferne, trenne demonstrativ die Rechtsordnung von ihren Wurzeln. Dazu dürfen wir Christen nicht schweigen.

Schwaderlapp

  • sollte sich anhand des aktuellen Zeitgeschehens darüber im Klaren sein,
    • dass das Christentum so etwas wie eine Rechtsordnung, in der die Betonung auf Recht liegt, nicht hat,
    • dass Christen besser so lange in Bezug auf staatliche Angelegenheiten Schweigen sollten, bis sie ihre innerchristlichen Angelegenheiten bereinigt und namentlich die Straftäter in ihren Reihen den weltlichen Behörden übergeben haben, .. continue reading ..

Filed under: Behörden und Gerichte, Erdbeerschorsch, Glaube

Trackback Uri






16 Dec 09

Anfang 2008 habe ich das sogenannte Düsseldorfer Verfahren erläutert.

Die Betreiber von Bordellen oder ähnlichen festen Einrichtungen zahlen pro Prostituierter/m eine Pauschale an das Finanzamt. Die Höhe der Pauschale hängt von dem örtlichen Preisniveau ab.

Was passiert, wenn ein Bordellbetreiber sich diesem Verfahren verweigert?

Nun, es ist das übliche Besteuerungsverfahren durchzuführen. Die als Protituierte/r arbeitenden Damen und Herren haben wie jeder Gewerbetreibende jährlich Einkommensteuer-, Umsatzsteuer- und Gewerbesteuererklärungen abzugeben. Für die Umsatzsteuer (landläufig Mehrwertsteuer genannt) sind gegebenenfalls Voranmeldungen beim Finanzamt einzureichen und auf alle genannten Steuerarten sind eventuell Vorauszahlungen zu entrichten. Was aber, wenn das alles nicht freiwillig und/oder nicht richtig geschieht? Nun, die Steuerfahndung rückt an. Fahnder sind auch nur Menschen, meist männlichen Geschlechts, und da ist ein Bordellbesuch eine willkommene Abwechslung. In einem erst jetzt amtlich veröffentlichen Beschluss vom 22.12.2006 (VII B 121/06) hat sich der Bundesfinanzhof mit den Kontrollbesuchen der Steuerfahnder in Bordellen beschäftigt und bietet einen Einblick, mit welch bizarren und überzogenen Kontrollen sich dieser Gewerbezweig herumschlagen muss. .. continue reading ..


Filed under: Behörden und Gerichte

Trackback Uri






1 Oct 09

DembnyEin Einrichtungshaus in der versnobten Düsseldorfer Kö-Gallerie hat ein Gemälde ins Schaufenster gehängt, auf dem ein (römisch-katholischer oder anglikanischer) Priester mit entblößtem Penis zu sehen ist. Die geheuchelte Empörung war groß, das Bild musste weg: .. continue reading ..


Filed under: Miscellaneous

Trackback Uri






31 Jul 09

“Name ist Schall und Rauch”, lässt Goethe seinen Faust sprechen.

Nun wissen wir wohl alle, dass das so nicht stimmt und ein wohlklingender Name durchaus hilfreich ist. Reicht des Namens Wohlklang nicht, werden oft Titel und akademische Grade beigerührt, und nicht zuletzt die Häufung von Künstlernamen in der Unterhaltungsindustrie, fernab aller Kunst, unterstreicht die Bedeutung des ‘richtigen’ Namens. Unbestätigten Gerüchten zufolge nutzen auch Blogger Aliasnamen.

Sich eines anderen als den von den Eltern verpassten Namens zu bedienen mag verschiedene Gründe haben. Tarnung zum Beispiel; die Alten erinnern sich vielleicht an einen gewissen Willy Brandt, der als Herbert Ernst Karl Frahm ins Geburtenbuch eingetragen worden war .. continue reading ..


Filed under: Alltag

Trackback Uri






30 May 09

Hier ein sehr lesenswerter Bericht über den Düsseldorfer CSD:

Christopher Street Day in Düsseldorf


Filed under: Miscellaneous

Trackback Uri






25 May 09

CSD:

Unter dem Motto „Is‘ doch normal“ feierten mehrere tausend Schwule und Lesben friedlich eine große Party.

Aufsteigsfeier der Fortuna Düsseldorf:

Bei den Aufstiegsfeiern von Fortuna-Fans ist es in der Düsseldorfer Altstadt zu Auseinandersetzungen mit Einsatzkräften der Polizei gekommen. Dabei wurden 25 Polizeibeamte verletzt, sechs davon so schwer, dass sie ihren Dienst nicht mehr fortsetzen konnten. .. continue reading ..


Filed under: Miscellaneous

Trackback Uri






20 May 09

Nach dem ‘Weggang’ des Düsseldorfer Oberbürgermeisters Joachim Erwin (CDU) hat sich unter seinem Nachfolger Dirk Elbers (CDU) das Verhältnis zwischen Stadtverwaltung und schwulen Menschen entspannt. Der Oberbürgermeister hat sogar die Schirmherrschaft über den diesjährigen Düsseldorfer CSD übernommen.

Jedoch: Es gibt wichteres in Düsseldorf als den CSD. Der örtliche Fußballverein Fortuna Düsseldorf droht mit dem Aufstieg in die Zweite (!) Fußballbundesliga und einen Interessenkonflikt:

Denn sollte die Fortuna im letzten Saisonspiel gegen Werder Bremen II die Rückkehr in die Zweite Bundesliga fix machen, würde am Sonntagmittag die große Aufstiegsfeier auf dem Marktplatz mit Empfang der Mannschaft im Rathaus steigen.

Und genau dort soll eigentlich nach 14 Uhr die schwul-lesbische Parade vorbeiführen. .. continue reading ..


Filed under: Miscellaneous

Trackback Uri






14 May 09

Et hätt noch immer noch jot jejange, so lautet der dritte Paragraf des Rheinischen Grundgesetzes. Für Köln geht es seit einiger Zeit gar nicht mehr gut.

Im vergangenen Jahr durfte der unbeliebte und ungeliebte Erdbeerschorsch auf Ratzi’s geheiß die Stadt nicht verlassen, obwohl die Kölner schon geplant hatten, am Tag seines Auszugs (aus der Stadt) Karneval, CSD und Aufstieg des 1. FC gleichzeitig zu feiern. Dem 1. FC geht’s auch nicht gut, trotz (oder wegen) Daum und Overath. Dann Schrammas wahnwitzige Drohung, erneut für das Oberbürgermeisteramt kandidieren zu wollen. Continental Airlines fliegt nicht mehr von Köln aus nach New York. Dann stürzte das Gebäude ein, in dem die Kölner Archivalien lagerten. Schuld daran ist die Landesregierung, weil die die KVB sich selbst hat beaufsichtigen lassen. Jeder, JEDER, der in Köln schon einmal mit der KVB gefahren ist, weiß, dass das nicht gut gehen kann. Aber, an der Spitze der KVB schläft ein CDU-Mann, und an der Spitze der Landesregierung schläft auch ein CDU-Mann, beide Fahren nicht mit der KVB. Das Unheil nahm also seinen Lauf. Wenn die KVB wenigsten die häßlichen Richter-Fenster aus dem Dom rausgehauen hätte, aber nein, das Archivgebäude mussten sie zu Kleinholz zerlegen. Der KVB-CDU-Mann wurde dafür gelobt und darf bleiben, der CDU-Oberbürgermeister ist nicht so gut vernetzt und muss gehen, vermutlich nach Düsseldorf in den Landtag.

Das Schramma, der Oberbürgermeister, die Brocken hingeschmissen hat, nachdem Reinarz, das ist der KVB-Mann, das Stadtarchivgebäude nebst Inhalt hingeschmissen hat, ist nun kein Pech für Köln. Pech war, dass Schramma aufgrund der Tücken des nordrhein-westfälischen Kommunalwahlrechts für neun (!) Jahre gewählt worden war. Jetzt ist er aber bald weg und alles hätte sich für Köln störungsfrei zum Guten wenden können. .. continue reading ..


Filed under: Miscellaneous

Trackback Uri






14 Mar 09

Der nordrhein-westfälische Finanzminister Helmut Linsen hat Folgendes der Presse mitteilen lassen:

Das Kabinett hat in seiner gestrigen Sitzung beschlossen, den Tarifabschluss für die Tarifbeschäftigten der Länder zum 1. März 2009 auf die Beamten, Versorgungsempfänger und Anwärter des Landes zu übertragen. „Ein entsprechender Gesetzentwurf ist bereits in Vorbereitung. Damit setzen wir die Zusage, die Beamten nach der diesjährigen Tarifrunde nicht schlechter zu behandeln als die Tarifbeschäftigten eins zu eins um“, sagte der nordrhein-westfälische Finanzminister, Helmut Linssen am Mittwoch in Düsseldorf.

So weit, so gut. Eins zu eins. Eins sollte doch eigentlich gleich eins sein, oder? .. continue reading ..


Filed under: Miscellaneous

Trackback Uri






17 Feb 09

Die NRZ berichtet heute aus der Adenauer-Ära. In finsteren Teilen Deutschlands hat sich folgendes zugetragen:

Plakate eines anonymen Schreibers verkündeten in den vergangenen Tagen an Bushaltestellen, städtischen Einrichtungen und Plakatständern, dass „die Gerüchteküche bebt”.

[...]

Im nächsten Teil geht es bewusst hetzerisch weiter: „Stell sich mal einer vor, nun wird auch gemunkelt, unser Bürgermeisterkandidat Tim Brühland wäre homosexuell (Umgangssprache: schwul)”. .. continue reading ..


Filed under: Miscellaneous

Trackback Uri






15 Feb 09

Vor wenigen Tagen habe ich über den Versuch einiger selbsternannter Schwulenhäuptlinge (KLuST) berichtet, dem schwulen Leben in Köln den Garaus zu machen. Aber nicht nur der selbstherrliche Kölner Lesben- und Schwulentag bemüht sich nach Kräften um ein anständiges Köln. Nein, auch der Stadtrat und die Stadtverwaltung versuchen, das schwule Leben, zumindest Teilbereiche davon, aus der Stadt zu verdrängen. In der Stadt der Kirchen und Klöster, in der neuerdings die Moscheen nur so sprießen, ich für Schwule kein Platz mehr; sie stören nur.

Wie die Zeitschrift rik in ihrer Februarausgabe berichtet, bemüht die Stadt Köln das Bauordnungsrecht: .. continue reading ..


Filed under: Miscellaneous

Trackback Uri






10 Feb 09

Dieses Blog zum Beispiel ist Kunst. Brotlose Kunst zwar, aber immerhin Kunst! Entscheiden kann ich das selbst, denn ich verdiene hier nichts außer gelegentlichen unverdienten Kommentaren.

Ganz anderes ist es zu halten, wenn jemand, der sich für einen Künstler hält, für seine Kunst beziehungsweise das, was er für Kunst hält, Geld verlangt und auch erhält.

Dieter Bohlen ist zum Beispiel so jemand. Der Mann glaubt tatsächlich, seine Sprüchlein seien Kunst. .. continue reading ..


Filed under: Miscellaneous

Trackback Uri






3 Nov 08

Mit der LSU verhält es sich merkwürdig. Wenn es darum geht, sich für die Belange schwuler Menschen einzusetzen, hört man von diesem mysteriösen Club nichts. Wenn sie aber anderen schwulen Menschen ans Bein pinkeln können (nicht wortwörtlich gemeint!), gibt es reichlich viele über den LSVD verteilte Pressemitteilungen.

Da ist zum Beispiel die Einladung zur Bundesmitgliederversammlung der LSU in das Häuschen der Deutschen Lebensrettungsgesellschaft am Düsseldorfer Strandbad:

Reinhard Thole sieht die LSU gut aufgestellt: „Im abgelaufenen Jahr haben wir unsere politische und gesellschaftliche A[r]beit kontinuierlich fortsetzen und intensivieren können. Wir haben uns aktiv in den gesetzgeberischen Prozeß eingeschaltet, beispielsweise bei der Erbschaftsteuerreform.“

Nun, die CDU hat den gesetzgeberischen Prozess verschleppt und hätte die Erbschaftsteuerreform fast verhindert. Wie konnte die LSU sich da einbringen? Oder sind die aktuell bekannt gewordenen wahnwitzigen Ideen zur Erbschaftsteuer, die zu einer höchst ungerechten Besteuerung und nicht mehr überschaubaren Bürokratisierung des Besteuerungsverfahren führen, wenn sie umgesetzt werden, auf dem Mist der LSU gewachsen? Nicht verhindern konnte die LSU, dass die CDU während der Beratungen des Reformvorhabens dem Drängen der SPD auf eine Ausdehnung der Freibeträge auch auf eingetragene Lebenspartnerschaften nachgegeben hat. Aktiv hat man eine Gewährung der günstigen Steuersätze auch für eingetragene Lebenspartnerschaften nicht erreicht.

Der designierte Bundesvorstand beabsichtiget [sic!], die geleistete Arbeit auf diesem hohem [sic!] Niveau fortzusetzen.

Ich bin begeistert von dem Vorhaben und stelle nebenbei fest, dass die LSU mit den Unbilden der deutschen Sprache einen harten Kampf führt. Auf hohem Niveau, versteht sich! .. continue reading ..


Filed under: Miscellaneous

Trackback Uri






29 Oct 08

DCRS-Online, Nachrichtenmelder allerbester Güte und Qualität, ist einem unglaublichen Skandälchen auf der Spur.

Der 32-jährigen Karl A. aus Köln dürfte wohl der erste heterosexuelle Mann sein, der nun wegen Diskriminierung vor Gericht ziehen will. Er fühlt sich bei der Bewerberauswahl für eine Anstellung in einem Lokal wegen seiner Sexualität benachteiligt.

Dummerweise arbeiten die Herr- und Damschaften bei DCRS nicht gerade sorgfältig, denn sonst wäre ihnen aufgefallen, dass die  meisten Menschen, die die Anti-Diskriminierungs- und Gleichstellungsregelungen in Anspruch nehmen, heterosexuell sind. Dass also DCRS nun den ersten heterosexuellen Mann gefunden haben will, der wegen “Diskriminierung vor Gericht ziehen will”, ist mehr als nur ein Semantikfehler; es ist ein klassisches Anzeichen dafür, dass die DCRS-Schreiber, in diesem Fall eine Schreiberin, nicht wissen, wovon sie schreiben.

Hier nun die herzzerreißende Story von Karlchen, dargereicht von DCRS: .. continue reading ..


Filed under: Miscellaneous

Trackback Uri






4 Oct 08

Es gibt verschiedene Theorien, welchem Umstand die Stadt Frankfurt, nehmen wir die am Main, ihren Namen verdankt.

Die Franken sollen daran beteiligt gewesen sein, geflohene Trojaner werden herbei gedichtet und von Main durchschreitenden Hirschkühen ist die Rede. Das ist aber alles Quatsch. Ich habe das Institute of Ivory Tower in Islington um eine orts- und namenskundliche Stellungnahme gebeten: .. continue reading ..


Filed under: Miscellaneous

Trackback Uri