Tag: Antisemitismus



23 Aug 09

Kürzlich gab der Münchner Oberbürgermeister Christian Ude im Namen aller dortigen Stadtratsfraktionen folgende Erklärung ab:

Wir sind uns im Münchner Stadtrat unabhängig von den Rechtsfolgen der unwirksamen Eidesleistung des Stadtrats Karl Richter vom 2. Mai 2008 darin einig, dass Rechtsextremismus, Fremdenfeindlichkeit und Antisemitismus eine klare Absage durch alle demokratischen Kräfte erhalten müssen, dass das Zeigen des Hitler-Grußes eine unerträgliche Kampfansage an die parlamentarische Demokratie und eine Verhöhnung der Opfer des Holocaust darstellt und dass sich Karl Richter mit seiner Verhaltensweise selber in unmissverständlicher Weise aus der Gemeinschaft der demokratischen Kräfte ausgegrenzt hat.

Wir stehen auf für Demokratie und Rechtsstaat, für Toleranz und Weltoffenheit, gegen jede Missachtung der Opfer des Holocaust, gegen die rechtsextreme NPD und ihre Tarnliste BIA. Wir sind uns der historischen Verantwortung bewusst und werden über alle politischen Differenzen hinweg in dieser Frage zusammenstehen.

Weil Politiker jeglicher Couleur nicht meinen was sie sagen, nahm Ude dem von ihm erwähnten Karl Richter im selbem Atemzug den Eid als Stadtratsmitglied ab. .. continue reading ..


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27 Apr 09

Norbert Geis ist einer der Befürworter des Schwulenheiler-Kongresses von Marburg. In einem Interview verteidigt er das Recht auf psychische Vergewaltigung und kommt auch auf Volker Beck zu sprechen. Er wird gefragt, .. continue reading ..


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5 Apr 09

Ulrich Parzany, evangelikaler Prediger, taucht immer dort auf, wo er sich vor großen Publikum als antischwuler Musterchrist (“Viel mehr Christen sollen begreifen, wie notvoll die Lage der Homosexuellen ist”1.) präsentieren kann.

Auf dem Bremer Christival war er dabei, hetzte gegen schwule Menschen und ließ sie durch die Polizei mit physischer Gewalt aus der Kirche, in der er predigte, vertreiben. In Chemnitz führt er in diesen Tagen seine eigene Großveranstaltung durch. Als ProChrist wird dieses Ereignis bezeichnet. Virtuelles Sprachrohr von ProChrist und Parzany ist die von dem dem evangelikalen Verein ‘Deutsche Evangelische Allianz’ zuzurechnenden Medienverbund KEP betriebene Homepage ‘pro Christliches Medienmagazin‘.

Parzany beruft sich, wie in evangelikalen Kreis üblich, hinsichtlich seiner Auffassung zum Thema Homosexualität auf Christl Vonholdt: .. continue reading ..


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9 Feb 09

Ruppichteroth ist eine kleine Gemeinde im Rhein-Sieg-Kreis unweit der Städte Köln und Bonn. Knapp 11000 Einwohner tummeln sich auf 62 qkm. 114 Mädchen und jungen Frauen ist das Tummeln jedoch verwehrt, sie leben in einem Gefängnis. Einem Gefängnis der Piusbruderschaft, die in den letzten Tagen die Schlagzeilen der großen und kleinen Medien beherrschte.

Die Piusbruderschaft ist eine Vereinigung der römisch-katholischen Kirche, die zwar von Vatikan nicht offiziell anerkannt wird, sich gleichwohl als Verfechterin des einen, wahren katholischen Glaubens sieht. Sie bietet Holocaustleugnern unterschlupft, schürt Antisemitismus, ist Frauenfeindlich und schürt den Hass gegen schwule Menschen.

Im beschaulichen Ruppichteroth betreibt die Piusbruderschaft ein Mädcheninternat mit angeschlossenem Gymnasium. Das Gymnasium ist, über den Umweg des Don-Bosco-Schulverein e.V. in Wadersloh, als Ersatzschule staatlich anerkannt. Diese staatliche Anerkennung bringt es mit sich, dass 75 bis 80 vH der Kosten dieser Schule vom Steuerzahler übernommen werden. Die verbleibenden Kosten trägt der Verein in Wadersloh; Spenden an diesen Verein wiederum sind steuerlich abzugsfähig.

Der Tagesablauf in dem Internat sieht so aus: .. continue reading ..


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1 Feb 09

Kürzlich, wir erinnnern uns, hat der Bischof von Fulda, Algermissen, vor jugendlichen Schülern seinem militanten Schwulenhass freien Lauf gelassen. Volker Beck ist dem, soweit ersichtlich, als einziger Politiker entgegengetreten:

Diffamierende Reden von Bischöfen müssen Konsequenzen haben. Die antisemitischen Ausfälle von Bischof Williamson und die antihomosexuellen Diffamierungen von Bischof Algermissen darf man nicht durchgehen lassen.

Ich fordere die Deutsche Bischofskonferenz auf, Bischof Algermissen zurechtzuweisen.

Seine Bezeichnung der Ehe und Lebenspartnerschaften von Homosexuellen als “abartig” ist eine üble biologistische Entgleisung und Diffamierung. Sie ist für Demokraten nicht akzeptabel.

Der Aufforderung von Algermissen, einfach “still zu leben”, sich nicht zu artikulieren und sich zu verstecken, werden die Lesben und Schwulen in Deutschland sicher nicht nachkommen. In einer Demokratie muss man ertragen, dass sich jeder zu Wort melden darf. Das wird auch Herr Algermissen noch lernen müssen.

Die nicht ganz treffsichere Kritik Beck’s veranlasste den Pressesprecher des Bistums Fulda, Christof Ohnesorge (auch ohne Ahnung), auf Weisung seines Chefs, zu folgender Stellungnahme:

Bischof Algermissen verwahrt sich entschieden gegen jeden Versuch, seine Aussagen in die Nähe der entsetzlichen holocaustleugnerischen Äußerungen Williamsons zu bringen. Für Antisemitismus ist in der Katholischen Kirche absolut kein Raum.

heißt es da und der letzte Satz erscheint vor dem Hintergrund, dass die römischen Katholiken sich bisher an jedem Judenpogrom, die Nazis waren nicht die ersten, fleißig beteiligt haben, dass der amoklaufende Kirchenführer in Rom im vergangenen Jahr verkündet hat, für Juden sei besonders zu beten und er sie damit zu Menschen von niederem Rang gemacht hat, und angesichts der Tatsache, dass sich die Kirche mit diesem Bischof Williamson versöhnt hat, ohne dass er von seinen geschichtsfälschenden Äußerungen abrücken musste, als glatte Lüge.

Weitere Versuche, von dem eigentlichen Problem abzulenken, sehen so aus: .. continue reading ..


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25 Jul 08

Diese Zeile aus Händel’s Messias fiel mir ein, als ich von den Erkenntnissen der Bundesregierung zur Religions- und Glaubensfreiheit auf unserem Planeten las.

Offenbar gibt es kaum eine Region, in der die Menschen nicht aus Glaubensgründen, religiösen Überzeugungen, für oder gegen einen gott (häufig ein und denselben) aufeinander losgehen.

So erfüllt

in einigen muslimischen Ländern die Konversion vom Islam zu einer anderen Religion nach den Regeln der Scharia den Tatbestand der Apostasie und kann mit dem Tode bestraft werden. Im Strafrecht verankert ist das Verbot des Religionswechsels in Brunei, auf den Komoren, in Mauretanien, Oman, Saudi Arabien und Sudan; in Jemen ist das Verbot der Apostasie sogar in der Verfassung verankert.

In Iran liegt dem Parlament ein Gesetzesentwurf vor, demzufolge erstmals auch das kodifizierte Strafrecht für Apostasie die Todesstrafe vorsehen würde. .. continue reading ..


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16 Dec 07

In Deutschland dürfen unter anderen die römisch-katholische Kirche, die evangelischen Landeskirchen, die altkatholische Kirche und die jüdischen Kultusgemeinden Kirchensteuern erheben. Im Fall der Kultusgemeinden wird die Steuer mancherorts als Bekenntnissteuer bezeichnet. Voraussetzung für die Verpflichtung zur Zahlung von Kirchensteuern ist die Mitgliedschaft in einer hebeberechtigten Glaubensgemeinschaft.

Wie gerät man eigentlich in die Fänge eine steuerhebeberechtigten Glaubensgemeinschaft? Das Finanzgericht in München hatte sich mit dieser Frage zu beschäftigen. Die Finanzgerichtsbarkeit ist in einigen Bundesländern für diese Fragen zuständig, weil  es den Glaubensgemeinschaften, wie könnte es anders sein, ums Geld geht.

Folgenden Sachverhalt hatte das Gericht zu beurteilen:

Die Eltern der in Moskau geborenen Klägerin waren Juden. Im Jahr 1996 wurde der als jüdischer Emigrantin aus der ehemaligen Sowjetunion (Kontingentflüchtling) nach Deutschland eingereisten Klägerin gemäß des Gesetzes über Maßnahmen für im Rahmen humanitärer Hilfsaktionen aufgenommene Flüchtlinge eine unbefristete Aufenthaltserlaubnis erteilt.

Das Bekenntnissteueramt erließ am 02.03.2005 den streitigen Bekenntnissteuerbescheid für die Jahre 2002 und 2003. .. continue reading ..


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17 Nov 07

In einem Kommentar zu einem meiner Posts zürnte mir jemand,

wie man heute (anmerkung: wir befinden uns im 21. jahrhundert) noch einen expliziten schwulenblog betreiben kann, ist mir rätselhaft. ihr schwulen und lesben seid frei, mann/frau! oder checkst du das nicht? eure partnerschaften sind legalisiert, weder der staat, terroristen, noch die kirchen verfolgen euch (jedenfalls sind aktuell keine schwulen- oder lesbenverbrennungen bekannt).
eine bescheidene bitte: ihr schwulenfundis, erinnert heteros nicht ständig an eure völlig uninteressanten sexuellen präferenzen, sondern verhaltet euch endlich wie echte menschen, die nicht ständig an ihre libido erinnern, sondern fangt an, über die probleme zu diskutieren, die uns menschen wirklich interessieren [...]

Nach Replik, Duplik und Triplik hatte ich die Sache eigentlich abgehakt. Aber auf meinem Stapel noch zu bepostender Themen liegt eine Studie von Gary (nicht Bill) Gates vom Williams Institute der University of California,

GEOGRAPHIC TRENDS AMONG SAME-SEX COUPLES IN THE U.S. CENSUS AND THE AMERICAN COMMUNITY SURVEY

die mich zu dem oben erwähnten Kommentar zurück bringt. Gate’s Studie (zusammen mit ergänzenden Äußerungen von Gates) lässt sich wie folgt zusammenfassen:

Der hedonistische, sündhafte, radikale Ethos und das damit verbundene Stereotyp, welches einst die schwule Kultur charakterisierte, spiegelt heute nicht mehr die Wirklichkeit wieder. Fakt ist, dass die schwulen Communities in den großen Küstenstädten schrumpfen und es zu einem Wachstum der schwulen Bevölkerung im Landesinneren der USA kommt. Dies fördert die zunehmende Akzeptanz von Homosexualität in der us-amerikanischen Bevölkerung. Zunehmende Akzeptanz bedeutet eine Verringerung der sozialen Stigmatisierung. .. continue reading ..


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