Tag: Alltag



20 Feb 10

Wer hätte das gedacht: Guido Westerwelle wird in diesen Tage ernster genommen, als jemals zuvor in seiner Politkarriere. Musste er sich noch vor wenigen Tagen als politisches Leichtgewicht bezeichnen lassen und wurde ihm nachgesagt, er könne kaum ernsthaft auf die Geschicke des Landes Einfluss nehmen, so bieten seine Gegner nunmehr alles auf, was kläffen kann. Merkel hat das ihr bis dahin vermutlich völlig unbekannte Wort Duktus gelernt, um der erstaunten Öffentlichkeit mitzuteilen, dass sie nicht  weiß, worum es geht, aber nicht Westerwelles Meinung ist. Heiner Geisler bekam Frischzellen gespritzt und verkündet nach einem Blick in einen Spiegel, Westerwelle sei ein Esel, und die SPD, unbeleckt von inhaltlichen Ansätzen, versucht mit Nazivergleichen ihr Glück. Selbstverständlich haben sich auch einzelne sogenannte Schwulenaktivisten, die man schleunigst deaktivieren sollte,  zu Wort gemeldet und brüllen gegen die vermeintliche Westerwelle’sche Dekadenz mit dem höchst dekadenten Slogan Gays against Guido an; ganz so, als dürfe ein schwuler FDP-Vorsitzender, Vizekanzler und Bundesminister des Auswärtigen nichts anderen tun, als rund um die Uhr eine Erhöhung der Hartz-IV-Sätze fordern. Gerade bei Westerwelles schwulen Widersachern habe ich den Eindruck, dass es ihnen gar nicht um die Sache geht, sondern sie einfach froh sind, endlich etwas gefunden zu haben, um draufhauen zu können.

Die Meisten, die sich empörungsgeladen auf Westerwelle einschießen, müssen sich zwei Versäumnisse vorhalten lassen. .. continue reading ..


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11 Feb 10

Wie schön, es gibt wieder Daten zu kaufen. Nachdem die Bundesregierung und die nordrhein-westfälische Landesregierung kürzlich den Diebstahl von Daten legalisiert haben, machen die Menschen sich ans Werk, klauen und verhökern Daten wo sie nur können:

Bei der BKK Gesundheit hat sich ein Sicherheitsleck aufgetan. Die mit 1,4 Millionen Versicherten zweitgrößte Betriebskrankenkasse wird seit einigen Tagen mit gestohlenen Kundendaten erpresst. .. continue reading ..


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14 Jan 10

In Köln hat sich vor ungefähr eineinhalb Jahren ein Brauch entwickelt: Frisch Verliebte, meisten in der Kombination Mann-Frau  oder Frau-Mann, manchmal auch Mann-Mann oder Frau-Frau, gravieren ihre Namen in Vorhängeschlösser und bringen diese an der stromaufwärtigen Seite der  Hohenzollernbrücke an einem Absperrgitter an.

Angeblich soll dieser Brauch aus Rom übernommen worden sein. Wie auch immer: Wenn in Köln einmal einer etwas anfängt, macht’s gleich ein zweiter nach und spätestens mit dem dritten Nachahmer ist eine neue rheinische Tradition begründet; so haben sich im Laufe der Monate massenhaft metallisierte Liebesschwüre an der Eisenbahnbrücke angesammelt. Die dazugehörigen Schlüssel werden übrigens der Tradition gemäß in den Rhein geworfen.

Mir ist nicht klar was das soll .. continue reading ..


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7 Jan 10

Ich hatte gestern das Vergnügen, das Centro in Oberhausen zu besuchen. Das Vergnügen ergab sich allein aus der Tatsache, eine sehr angenehme Begleitung gehabt zu haben.

Zur Erledigung einer dringenden Angelegenheit für einen Augenblick allein gelassen machte ich eine schreckliche Entdeckung:

Eine furchtbare Krankheit breitet sich aus unter den Männern, und zwar besonders unter den dunkelhaarigen: .. continue reading ..


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31 Dec 09

Ich bin nicht gefragt worden, ob ich auf diese Welt kommen möchte. Warum darf ich nicht wenigsten so leben, wie ich will?

Warum wird mir vorgeschrieben, dass ich mich beim Autofahren anschnallen muss?

Warum muss ich beim Mopedfahren einen Helm tragen?

Warum darf ich nicht die Drogen nehmen, die ich nehmen möchte? .. continue reading ..


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27 Nov 09

Gewalt in der Ehe – ein Thema nur für Heteros?

„Ich habe ihn gehasst. Und ich habe ihn unendlich geliebt!”,

so lässt sich der Angeklagte vor dem  Landgericht Köln ein. Im Frühjahr 2009 hatte der 45jährige seinen Lebensgefährten, mit dem er vier Jahre zusammen war, getötet.

Aus der Prozessberichterstattung wird deutlich, dass Gewalt die Beziehung der beiden Männer beherrscht hat (siehe hierzu auch meinen Post “Der bodenständige Täter”).

Nur allzu gerne würde ich oben am Ende des ersten Satzes das Fragezeichen durch ein Rufzeichen ersetzen. Aber das wäre eine unzulässige Verklärung der schwulen Welt. Die Realität tritt in dem jetzt in Köln zu verhandelnden Verbrechen zu Tage. Gewalt kommt auch in den Beziehungen schwuler Menschen vor. Gewalt als Mittel um Aggressionen abzubauen, Gewalt als Frustbewältigungsmittel, Gewalt als Machtdemonstration. Gewalt, um, wie in dem aktuellen Fall, Beziehungskrisen zu bewältigen. Schläge, weil die Worte fehlen oder Worte fehl am Platze waren.

Gewalt in einer Beziehung richtet sich gegen einen Menschen, den man liebt oder geliebt hat. Liebe und Hass können aufeinanderfolgen oder offenbar sogar nebeneinander existieren.  Es scheint so, als könne Liebe Hass erzeugen, als würde Liebe Hass erst möglich machen.

Wie kommt es aber dazu? .. continue reading ..


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25 Nov 09

Queer.de hat gestern anlässlich eines Werbefehlgriffes des Unternehmes easyjet die durchaus interessante Frage aufgeworfen

was eigentlich von Profilfotos bei Gayromeo & Co. zu halten ist, in denen Jungs oder Männer zwischen den Stelen [des Berliner Holocaust-Mahnmals, StM] posieren.

und sondiert, welche Meinung Blogger hierzu vertreten:

Im Ausland wundert man sich über den merkwürdigen Trend: das schwule Blog “Catch Fire” sammelt einige der Fotos unter der Kategorie “Memorial Pics”. “Ich habe nie verstanden, was der Gedanke bei den Fotos ist (und ich habe wirklich eine Menge davon gefunden, also muss irgendein merkwürdiger Gedanke dahinter stecken)”, schreibt der Blogger. “Ich denke, es ist faszinierend, wie all diese Leute sexy aussehen wollen an einem Ort, der zu denen auf der Welt gehört, die am wenigsten sexy sind.”

Ich hingegen verstehe nicht, welch’ merkwürdiger Gedanke dahinter steckt, GayRomeo-Profile auf Mahnmal-Fotos hin abzusuchen und diese dann zu präsentieren.

Das Blog Ordnungspolitiker schreibt zum Thema, man solle über ein Foto-Verbot nachdenken: “Das Denkmal sollte sich trotz aller Offenheit nicht dem aktuellen ‘hauptsache Spaß’ Mainstream fügen und zur Fotokulisse verkommen.” Die Taktlosigkeit müsse ein Ende haben, denn die Geschichte sei zu ernst.

Ja genau! So machen wir’s. Wir setzen das Mahnmalfotoverbot ganz oben auf die Liste der Verbotsforderungen, .. continue reading ..


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24 Oct 09

Vor wenigen Tagen äußerte ich in einer Duplik zu einem Kommentar,

Mit dem ganzen Wischiwaschi, hin und her, Bi-, Trans-, Inter- und Sonstwaskram kann ich nichts anfangen.

und bekam gleich zu  hören:

das für einen selbst sexuell attraktive mit dem gesellschaftlich wünschenswerten zu vermengen – ganz dünnes eis! erst recht, wenn ein psychosexuell bedingtes unbehagen in eine soziale abwertung umschlägt.

und anderes mehr.

Es wird unter vielfacher Bemühung des Wortes ‘gender’ die Auffassung vertreten, schwule Männer müssten sich für alles begeistern und mit allem identifizieren, was irgendwie von dem heterosexuellen Standard abweicht.

Zur Identitätsfindung dieser Art werden dabei die Buchstaben LGBT bemüht. Dahinter verbirgt sich .. continue reading ..


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19 Oct 09

Wir erinnern uns: Nachdem KVB-Vorstand Walter Reinartz in Köln so ziemlich alles krumm und schief werden oder gar in sich zusammen-  oder aus dem Amt stürzen ließ, sandte die Berliner CDU als Notopfer Peter Kurth nach Köln. Er sollte hier nicht nur Bürgermeister, nein sogar Oberbürgermeister werden. Die CDU hielt sich dabei für besonders geschickt und schickte mit Kurth einen schwulen Mann vom Schnöseldorf in die rheinische Metropole. .. continue reading ..


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26 Aug 09

Am 15.08.2009 versuchte die taz darüber zu schreiben, am 22. servierte das Hamburger Abendblatt sein Scheinwissen zum Thema und gestern biss sich die sueddeutsche an der Angelegenheit mit erfundenen Zahlen die Zähne aus: Es geht um Stricher. .. continue reading ..


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21 Aug 09

hinnerk schildert in seiner August-Ausgabe folgenden Fall:

Uwe-Carsten Edeler unterstützte seinen Lebenspartner bei der Steuererklärung. Dafür drohte ihm das Finanzamt ein sattes Bußgeld an. Ein befreundeter Rechtsanwalt widersprach – vergeblich. .. continue reading ..


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31 Jul 09

“Name ist Schall und Rauch”, lässt Goethe seinen Faust sprechen.

Nun wissen wir wohl alle, dass das so nicht stimmt und ein wohlklingender Name durchaus hilfreich ist. Reicht des Namens Wohlklang nicht, werden oft Titel und akademische Grade beigerührt, und nicht zuletzt die Häufung von Künstlernamen in der Unterhaltungsindustrie, fernab aller Kunst, unterstreicht die Bedeutung des ‘richtigen’ Namens. Unbestätigten Gerüchten zufolge nutzen auch Blogger Aliasnamen.

Sich eines anderen als den von den Eltern verpassten Namens zu bedienen mag verschiedene Gründe haben. Tarnung zum Beispiel; die Alten erinnern sich vielleicht an einen gewissen Willy Brandt, der als Herbert Ernst Karl Frahm ins Geburtenbuch eingetragen worden war .. continue reading ..


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24 Dec 08

Wir sitzen zusammen auf dem Sofa, vor dem Fernseher. Wenn wir in unserem Wohnzimmer sitzen, sitzen wir zwangsläufig vor dem Fernseher. Warum eigentlich? Warum ist dieser Kasten, an dem nichts real ist, außer seinem Kaufpreis und dem Energieverbrauch, fest in unserem Leben montiert?

Es ist so bequem, sich berieseln zu lassen, die Bilder zu sehen, die man sehen will, und die abzuschalten, die man nicht sehen will.

Heute aber ist das Gerät nicht eingeschaltet. Es würde nur stören.

Wir sind alleine. .. continue reading ..


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23 Nov 08

HIV begleitet mich nun schon seit mehr als zwanzig Jahren. Angefangen hat alles, als ich etwa ab der Mitte der achtziger Jahre des vorigen Jahrhunderts der Enge der elterlichen Wohnung immer häufiger entfloh und meine ‘Beutezüge’ weit über meine Heimatstadt ausdehnte. HIV war damals kein Begriff. Wenn, dann sprachen die Leute von AIDS oder, drastisch, von der Schwulenseuche. Viel wusste ich nicht darüber, ich kannte auch keinen an AIDS erkrankten Menschen. Außerdem war ich der Meinung, dass mich das alles ohnehin nicht betraf, weil … Tja, keine Ahnung – ich habe es einfach verdrängt. Ich wollte die geilen sexuellen Aspekte meines Schwulseins, die ich gerade entdeckte, nicht durch AIDS, durch Krankheit und Tod eintrüben lassen. Und doch, die ein oder andere Schreckensmeldung und das ein oder andere Bild AIDS-kranker Menschen, hatten Spuren hinterlassen. Eher im Unterbewusstsein; da war manchmal ein ungutes Gefühl: Du kennst den doch gar nicht, wer weiß ob der nicht vielleicht, … nein besser nicht. 1980iger Jahre: .. continue reading ..


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14 Nov 08

Der Mann hat einfach nichts begriffen.

 

Pop-Star Elton John (61) versteht die ganze Aufregung in den USA um die Homo-Ehe gar nicht.

 

«Ich würde nicht verheiratet sein wollen. Ich bin sehr glücklich mit meiner eingetragenen Lebenspartnerschaft. Wenn homosexuelle Menschen heiraten wollen oder zusammen sein wollen, dann sollen sie ihre Partnerschaft öffentlich eintragen lassen», sagte der gebürtige Brite der Tageszeitung «USA Today». «Das Wort ‘Ehe’ stößt viele Leute ab. Man hat dieselben Rechte mit einer eingetragenen Lebensgemeinschaft», so John.

 

lese ich in einer dpa-Meldung.

 

Worum geht es in den USA, genauer, in Kalifornien? .. continue reading ..


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