Tag: Ackermann



28 Dec 09

Ratzinger jammert in seiner Weihnachtsbotschaft,

Die Kirche verkündet die Frohbotschaft Christi trotz der Verfolgungen, der Diskriminierungen, der Angriffe und der zuweilen feindlichen Gleichgültigkeit.

und liefert damit einmal mehr ein wunderbares Beispiel, wie das Christentum die Wirklichkeit auf den Kopf stellt. Ich hatte jedenfalls nicht den Eindruck, dass Ratzinger, kostspielig gewandet, nebst Claqueren im fein herausgeputzten Petersdom, auf eigenem Staatsgebiet, in feierlichstem Protz und Pomp benebelt dem Kult des Fleich- und Blutverschlingens huldigend, verfolgt oder diskriminiert wurde. Und von feindlicher Gleichgültigkeit kann auch keine Rede sein; immerhin haben die Fersehsender weltweit den Hokuspokus kostenfrei (will heißen: auf Kosten des treudoofen Fernsehgebührenzahlers) übertragen.

Allerdings – da war doch was: Am Rande der Feierlichkeiten zupfte eine Frau an dem albernen Gewand des Papstes, .. continue reading ..


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12 Oct 08

Seit Monaten schon erleben wir, wie Krisen gemacht werden. Zunächst die Subprime-Krise, aus der eine Bankenkrise, neuerdings gar eine Finanzkrise geworden ist, mit Ausläufern in andere Wirtschaftszweige wie die Automobilindustrie. Von Panik und Kontrollverlusten getrieben belehren sich Politiker, Wirtschaftsweise, Blogger und Journalisten gegenseitig darüber, was nun tun sei, nicht zu sei und schon längst hätte getan werden müssen. Steinbrück und Merkel geben der Krise, die in Grunde nichts anderes als eine Politikkrise ist, täglich nicht schöner werdende Gesichter. Auf den Gedanken, die Wirtschaftsprozesse einfach altbewährten Regelsystemen zu überlassen, nämlich denen der Marktwirtschaft, kommt niemand. Was wir zur Zeit an den Börsen erleben, sind nichts anderes als Automatismen der Selbststeuerung. Sie funktionieren! Kalendertägliches Experimentieren, ständiges Auf- und Zudrehen von Hähnen und panikartig zusammengezimmerte Gebote und Verbote sind für den Markt wenig bekömmlich. Krisenreaktionen sind selten gute Reaktionen. Da ist von Staatsgarantien für Spareinlagen die Rede. Wer ist den der Staat? Merkel und Steinbrück sind es nicht, auch Köhler ist es nicht. Der Staat sind die Sparer. Steuerzahler und Sparer sind die selben Personen. Welchen Sinn macht es nun, einer – möglicherweise nicht sorgfältig ausgewählten – Bank eine Spareinlage zu geben und anschließend zu sagen, “Für den Fall, liebe Bank, dass Du schludrig mit meinem Geld umgehst, garantiere ich Dir mit meinem zukünftig noch zu verdienenden Geld, dass Du mir mein bei Dir angelegtes Geld zurück zahlen kannst”? Ich werde das Gefühl nicht los, dass wir im Moment alle ziemlich verarscht werden. .. continue reading ..


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19 Sep 08

Die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) hat, ich vermute, die entsprechenden Meldungen sind bekannt, mindestens EUR 300 000 000 zum Fenster hinausgeworfen. Angeblich aufgrund eines technischen Versehens. Zwischenzeitlich heißt es, dass der Betrag vielleicht sogar doppelt so hoch sei.

Unter den vielen Zahlen, die in diesen Tagen in Zusammenhang mit der sogenannten Finanzkrise durch den Blätterwald rauschen, wirken EUR 300 Mio fast schon lächerlich. Von Milliardenverlusten ist jeden Tag die Rede.

Gerade deshalb lohnt sich es, einen Augenblick darüber nachzudenken, wieviel Geld das eigentlich ist. Josef Ackermann, der angeblich bestbezahlte Arbeitnehmer in Deutschland,  beispielsweise müsste hierfür, bei einem Jahressalär von EUR 14 Mio, rund 21 Jahre lang arbeiten (= Vorstand der Deutschen Bank AG) sein.

Betrachten wir den Vorgang doch mal aus Sicht des Steuerzahlers. Der Steuerzahler ist der Depp, der in Deutschland frag- und klaglos alles bezahlt. Auch die EUR 300 Mio (oder mehr) wird er bezahlen, denn die KfW gehört ihm. Verluste und entgangene Gewinne dieser Bank nimmt er schon seit geraumer Zeit ohne mit der Wimper zu zucken zur Kenntnis. EUR 300 Millionen entsprechen zum Beispiel in etwa dem Jahressteueraufkommen des Finanzamts Lüdinghausen (Kreis Coesfeld, Nordrhein-Westfalen).  .. continue reading ..


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