9 Feb 10

Thomas Schirrmacher lehrt seit 1996 als Professor für Systema­tische Theologie (Dogmatik, Ethik, Apologetik und Konfessionskunde) am Whitefield Theological Seminary (Lakeland (Florida), USA). Seit 2000 ist er zusätzlich Professor für internationale Entwicklung an der William Carey University (Shillong, Meghalaya, Indien) und für Religionssoziologie an der Staatlichen Universität Oradea (Rumänien). Daneben lehrt er als Professor oder Gastdozent an theologischen Ausbildungsstätten im In- und Ausland, etwa Systematische Theologie an der Freien Theologischen Hochschule in Gießen. Seit 1996 ist Thomas Schirrmacher Rektor des Martin-Bucer-Seminars, wo er Systematische Theologie (vor allem Ethik) und Missions- und Religionswissenschaft lehrt. Außerdem ist Schirrmacher wissenschaftlicher Leiter des Instituts für Lebens- und Familienwissenschaften in Bonn, Inhaber des „Verlags für Kultur und Wissenschaft“ und Kuratoriumsvorsitzender des internationalen Hilfswerks „Gebende Hände“. Schirrmacher ist Verfasser und Herausgeber von 84 Bü­chern, darunter eine sechsbändige ‚Ethik’. Übersetzungen liegen in 17 Sprachen vor (Quelle: Wikipedia).

All das hindert ihn nicht, zu lügen. Auf der Homepage des Arbeitskreises Religionsfreiheit der Evangelischen Allianz schreibt er:

Umso erstaunlicher ist es, wie viele Kräfte es heute gibt, die in den friedlichen westlichen Gesellschaften gegenüber den friedlichen Kirchen von heute eine Neuauflage, einen „Kulturkampf 2.0“ anstreben und organisieren.

Die Kirchen, namentlich diejenigen, die sich evangelikal nennen, waren nicht und sind nicht friedlich. Ein Hinweis auf die von den Evangelikalen betriebene todbringende Schwulenverfolgung in Uganda mag hier als Hinweis genügen.

Großbritannien ist darin ein Vorreiter. Dort zahlen bereits Bischöfe der Kirche von England – ironischer weise dort immer noch zumindest offiziell die Staatsreligion – horrende Strafen für Predigten zum Thema Sexualität und müssen zwangsweise Antidiskriminierungsseminare besuchen.

Strafen? Es ist mir kein Fall bekannt, in dem ein Bischof eine Strafe hätte zahlen müssen. Die dortigen Bischöfe haben doch gerade erst im Oberhaus durchgesetzt, weiter straflos gegen schwule Menschen hetzen zu dürfen.

Bischöfe? Ein einziger Bischof, der sich in der grundlosen Benachteiligung schwuler Menschen besonders hervorgetan hat, musste geringfügigen Schadenersatz zahlen, den zu allem Überfluss noch ein anonymer Spender übernommen hat, und ein Seminar besuchen.

Alle katholischen Adoptionsstellen wurden geschlossen, weil man gezwungen wurde, auch an gleichgeschlechtliche Paare Kinder zu vermitteln, und immer öfter werden Christen aus dem Staatsdienst entlassen, etwa weil sie ein Kreuz tragen.

Falsch! Es wurden nicht alle katholischen Adoptionsstellen geschlossen. Es wurde ihnen nur aufgegeben, sich an die Gesetze des Landes zu halten. Adoptionsstellen, die sich dazu nicht in der Lage sahen, haben erfreulicherweise den Betrieb eingestellt, diejenigen, die sich gesetzeskonform verhalten, arbeiten auch weiterhin. Fälle, in denen jemand wegen Tragen des Kreuzes aus dem Staatsdienst entlassen wurde, sind mir nicht bekannt.

Es zeigt sich einmal mehr, dass das evangelikale Hasskonzept auf einem Lügenkorsett ruht.

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Filed under: Glaube, Homophobie

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4 Comments.

  • Tja, aus einer unterschiedlichen Einschätzung der Lage gleich “Lügen” zu machen, mahct natürlich alles sehr einfach. Ich sage, dass es “Kräfte” gibt, die bestimmte Ziele haben und das ist eine Lüge? Geben tut es sie ja sicher, nur schätze ich sie vielleicht zu einflussreich ein. Aber “lügen”?

    Uganda: Finde ich auch scheußlich und die Weltweite Ev. Allianz hat sich wie viele evangelikale Führer davon distanziert. Außerhalb Ugandas sind alle, auch die Evangelikalen schockiert. Nur warum sagen sie nicht dazu, dass in Uganda auch die katholische und anglikanische Kirche und viele nichtkirchliche Kräfte mit von der Partie gegen die Homosexuellen sind? Und warum ziehen sie mich mit da rein? Bin ich für alles haftbar, was irgendeiner der geschätzten 420 Mio. Fromen oder gar der 2 Milliarden Christen tut?

    Noch ein Wort: Diskriminierung hat nun mal sehr viel damit zu tun, wer sich diskrimniert ‘fühlt’. Mit der Antidiskriminierungspolitik wurde es amtlich, dass bei der Diskriminierung nicht nur zählt, ob die Täter etwas für Diskrimnierung halten, sondern vor allem die Opfer. Und wenn sich nunmal Christen diskrimniert fühlen, etwa katholische Christen in Großbritannine, warum sollen die das dann plötzlich nicht sagen dürfen, sondern werden als Lügner bezeichnet?

    • 1. Der Sprachstil und die Orthografie lassen mich bezweifeln, dass der Verfasser des vorstehenden Kommentars der von mir in meinem Post zitierte Thomas Schirrmacher ist.

      2. Ich danke für den wichtigen und richtigen Hinweis, dass auch die katholische und die anglikanische Kirche keine friedlichen Kirchen sind.

      3. Ich habe allein die objektiv falsche Tatsachendarstellung als Lüge bezeichnet.

  • Sorry, dass ich auf der Minitastatur unterwegs Schreibfehler gemacht und zu früh auf den Knopf gedrückt habe. Dass aber sowas in Blogs gleich als Schandtat vermerkt wird, ist mir schon lange nicht mehr passiert.
    Welche Tatsache sie richtig stellen, bleibt mir unklar, ich sehe weiter nur, dass Sie Dinge anders einschätzen.
    Ich bin aber wirklich an einem sachlichen Gespräch interessiert, aber offensichtlich ist ein Blog kein Ort mehr dafür. Ob wir mal telefonieren oder uns in real life austauschen können?

    • Selbstverständlich. Ich schlage vor, dass Sie zur Vorbereitung mitteilen

      a) welche Bischöfe neben dem Bischof von Hereford

      horrende Strafen für Predigten zum Thema Sexualität [zahlen] und zwangsweise Antidiskriminierungsseminare besuchen

      mussten.

      b) welche

      Christen aus dem Staatsdienst entlassen [wurden], etwa weil sie ein Kreuz tragen.

      Da Sie für Ihren sachlichen Beitrag auf der Homepage des Arbeitskreises Religionsfreiheit sich gewiss mit der Sache eingehend vertraut gemacht haben, darf ich annehmen, dass Sie die Informationen griffbereit zur Hand haben.



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