3 Feb 10

Andreas Unterberger blogt, ich erwähnte es bereits. Und er ist mit einem Makel behaftet: Er nimmt es mit der Wahrheit nicht so genau.

Heute sind ihm schwule Menschen eine sogenannte Fußnote wert:

Fußnote 61: Fernsehen zwischen Schwulen und Abtreibung

Darin schreibt er:

Es ist im amerikanischen Sportgetriebe – und damit auch für die übertragende Fernsehstation CBS – die wichtigste Veranstaltung des Jahres: die auch bei uns immer beliebter werdende Super Bowl.

Soweit so richtig.

Nun hat CBS zwei für diese Übertragung angemeldete Werbespots nicht angenommen, in denen (mit erfundenen Beispielen) drastisch Werbung für Homosexualität gemacht werden sollte,

Falsch. Es wird nicht drastisch Werbung für Homosexualität gemacht – schließlich will niemand Homosexualität verkaufen -, es wird vielmehr Homophobie auf die Schüppe genommen.

dafür wird ein Spot gesendet, in der eine (wirkliche) Mutter erzählt, dass sie einst heftig unter Druck geraten war abzutreiben; der dennoch geborene Sohn ist heute einer der beliebtesten Football-Star Amerikas.

Falsch. Jene Mutter war nicht unter Druck geraten. Pam Tebow, so heißt die erwähnte Mutter, verbreitet nur die Mär, Ärzte auf den Philippinen hätten ihr geraten, ihr Kind abzutreiben. Auf den Philippinen wird seit den 1930iger Jahren schon Abtreibung, beziehungsweise die Mitwirkung daran, mit bis zu sechs Jahren Gefängnis bestraft. Kein Arzt würde ernsthaft eine Abtreibung empfehlen oder vornehmen.

Das zeigt einen grundlegenden Unterschied zwischen Europa und Amerika: Drüben wird auch bei der Annahme von Werbespots primär auf die Mehrheit der Zuseher Rücksicht genommen;

Falsch! Zum Glück sind auch in den USA die Fundamentalchristen nicht in der Mehrheit. Rücksicht wird darauf genommen, wer genug Geld hat, einen Werbespott zu bezahlen. Die Evangelikalen schwimmen im Geld (wo kommt das eigentlich her?) und können Spots zur besten Sendezeit buchen, die Aufraggeber des vermeindlichen Homosexuellen-Werbespots können es nicht.

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