22 Jan 10

PINK Marketing-Geschäftsführer Günther Moser und  Marketagent.com-Geschäftsführer Thomas Schwabl (beide Wien) haben wieder in die unterste Schublade gegriffen und erneut eine sogenannte Studie erfunden.

Die Wohnverhältnisse schwuler & bisexueller Männer und deren Erwartungen an eine Immobilie

Verbreitet werden die Studienergebnisse unter anderen durch die Wiener Zeitung

Homosexuelle im Fokus am Immomarkt

und queer.de

Schwule wohnen besser.

Die Studie weist mehrere schwerwiegende handwerkliche Fehler auf:

Befragt wurden homo-, bi- und heterosexuelle Männer. Die Befragungsergebnisse der bisexuellen Männer wurden den schwulen Männer zugerechnet. Bisexuelle Männer sind aber nicht schwul. Allein wegen dieser unzulässigen Vermischung ist die Studie wertlos.

Die den schwulen Männern zugerechneten Befragungsergebnisse stammen von 248 homo- oder bisexuellen Männern, von denen 236 in Wien wohnen. Es verbietet sich von selbst, die fast ausschließlich von Einwohnern Wiens stammenden Aussagen zu generalisieren. Aber selbst bezogen auf auf die schwulen Einwohner Wiens ist verkörpern 236 schwule und bisexuelle Männer nicht ansatzweise ein repräsentative Größe.

Die Befragung wurde online durchgeführt und ist damit höchst fehleranfällig.

Die schwulen und bisexuellen Befragungsteilnehmer wurden aus einem geschlossen Personenkreis ausgewählt, der nicht repräsentativ ist.

In der Befragung sind Menschen älter als 49 Jahre stark unterrepräsentiert. Deshalb wurden alle Aussagen der mehr als 40 Jahre alten Befragten zusammengefasst. Die Ergebnisse in diesem Bereich sind daher stark verzerrt und verfälschen das ohne falsche Bild weiter.

In der Studie wird einerseits behauptet,

74 % der Homosexuellen sehen ihren “Wohntraum” mit Ihrer derzeitigen Wohnsituation bereits erfüllt!

und andererseits festgestellt, dass

sowohl homosexuelle Männer als auch heterosexuelle Männer [sich mehr] Wohnfläche [wünschen], als sie derzeit zur Verfügung haben

sowie

Schwule Männer wohnen derzeit hauptsächlich in Hauptmietwohnungen, bevorzugen aber Eigentumswohnungen!

Diese Ergebnisse widersprechen sich! Wäre auch nur eine Zahl dieser Studie belastbar, müsste daraus gefolgert werden, dass schwule Männer weit von der ihnen für wünschenswert gehaltenen Wohnsituation entfernt sind.

Die Studie wird mit dem (nicht von queer.de erfundenen) Tenor schwule Männer wohnen besser verkauft. Tatsächlich wird in der Studie ausgeführt, dass die Wohnungen schwuler Männer kleiner sind, weniger Zimmer haben und im Vergleich seltener einen Balkon, eine Terrasse, einen Garten, eine Loggia oder einen Wintergarten.

In der Studie wird die These aufgestellt, Homosexuelle Männer kaufen häufig in Designerläden. Die dazugehörige Frage lautetet, bei welchen der folgenden Anbieter kaufen Sie zumindest fallweise Möbel und Einrichtungsgegenstände? Aus einem oder zwei Käufen in einem Designerladen wird ein häufig.

Mit der  Überschrift Homosexuelle Männer bevorzugen einen “modernen” Einrichtungsstil! wird eine Ableitung präsentiert, die die dazugehörige Fragestellung nur hergibt, wenn man Antworten bei der Auswertung unterschlägt.

Die Unterscheidung zwischen Alt- und Neubauten wird an der Raumhöhe (!!) festgemacht.

In der gesamten Studie wird der Eindruck erweckt, homosexuelle Männer würden mehr Geld für Mieten und Wohneinrichtungen ausgeben, als heterosexuelle Männer. Die Studienverfasser versuchen hier ganz bewußt ein falsches Bild zu erzeugen. Denn: Nach den Zahl der Studie, so falsch sie sein mögen, leben nahezu die Hälfte der homosexuellen Männer, aber nur 14 vH der heterosexuellen Männer alleine. Mehr als 85 vH der heterosexuellen Männer leben mit anderen Personen in einem Haushalt, mit denen sie sich mutmaßlich die Kosten der Wohnung nebst Einrichtung teilen. Dass homosexuelle Männer mehr Geld für ihre Wohnung ausgeben, ist jedenfalls nicht ohne weiteres darauf zurückzuführen, dass sie so wollen, sondern vielmehr Folge der Lebenssituation. Vom in Saus und Braus lebenden schwulen Mann, dieses Bild wollen die Studienverfasser der Öffentlichkeit zur Befriedigung der Kliescheevorstellungen vom stinkreichen Schwulen wohl verkaufen, kann also keine Rede sein.

Es wird nicht viele Zahlen in dieser Studie geben, die der Realität entsprechen. Moser und Schwabl werden gleichwohl nicht davon abzuhalten sein, auch weiterhin ein verzerrtes Bild schwuler Menschen zu zeichnen.

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