15 Dec 09

In Zusammenhang mit der Berufung von Kristina Köhler in das Krisenkabinett Merkel taucht wiederholt der Name Eike Letocha auf. Eike Letocha ist kein Unbekannter. Er hat hier schon Erwähnung gefunden.

Eike Letocha, Anfang 30, ist seit dem Jahr 2005 Mitglied der CDU, sitzt seit Februar 2009 den Vorständen des CDU-Ortsverbands Schönhauser Allee und des Kreisverbands Pankow bei und dem der LSU Berlin vor.

In der letztgenannten Funktion hat er sich für den Religionsunterricht in Berliner Schulen stark gemacht und die absurde Auffassung vertreten, Religion habe etwas mit freier Entfaltung der Persönlichkeit zu tun.

Der gelernte Hotelfachmann war Büroleiter von Kristina Köhler als diese noch als einfache Abgeordnete in Berlin ‘tätig’ war. Was macht der Büroleiter einer Bundestagsabgeordneten? Ein Augenzeugin berichtet:

Der Büroleiter Eike Alexander Letocha ist für die Organisation der Büroabläufe verantwortlich. Er verwaltet Köhlers Kalender und koordinierte ihre Termine in Berlin und Wiesbaden. In sein Aufgabenfeld fällt zudem die Korrespondenz und die Koordination des Berliner Büros mit dem Wahlkreisbüro. Herr Letocha organisiert außerdem Berlinreisen für Besuchergruppen und Schulklassen aus dem Wahlkreis und führt sie vor Ort fachkundig durch den Bundestag.

Eike Letocha scheint seine Arbeit gut gemacht zu haben, denn Frau Doktor Köhler gibt zu Protokoll, dass er über die Jahre hinweg ihr Bundestagsbüro so organisiert habe, “dass mir Zeit zur Arbeit an dieser Dissertation blieb”.

Auf solche Mitarbeiter verzichtet Frau Köhler ungern und deshalb durfte Eike Letocha mit umziehen ins Seniorenministerium. Dort firmiert er nun als persönlicher Referent der Frau Ministerin. Was macht ein persönlicher Referent? Nun, das kommt darauf an, was er daraus macht. Stellt er sich geschickt an, kann er über das persönliche Vertrauensverhältnis zur Behördenvorsteherin unanhängig von den hierarchischen Strukturen des Ministerium sich in alles einmischen und Einfluss nehmen. Ist er weniger geschickt, bleibt’s beim Kaffeekochen, Koffertragen und Beantworten von eMails.

Eike Letocha ist ein schwuler Mann; einer von der demütigen Sorte. Im Juli 2009 bewunderte er die CDU dafür, dass diese den schwulen Menschen per Ankündigung im Bundestagswahlprogramm die Gleichstellung verweigert. Als LSU-Vertreter verkündete er vorsichtshalber, dass es ihm auch gar nicht darum gehe, eine Gleichstellung, oder gar Gleichberechtigung, von schwulen und nicht schwulen Menschen zu erreichen. Da passt es sehr gut, dass seine nunmehr in den Ministerinrang erhobene Chefin auch nichts von Gleichberechtigung hält:

Beim Adoptionsrecht steht ausschließlich das Kindeswohl im Zentrum. Ich betone: ausschließlich.

Vielleicht kann das Blondchen im Seniorenministerium bei Gelegenheit einmal erklären, warum das Kindeswohl bei nicht adoptierten Kinder nicht im Zentrum steht.

Bei der Frage des generellen Adoptionsrechtes für Homosexuelle stellt sich die entwicklungspsychologische Frage, inwiefern das Fehlen von Verschiedengeschlechtlichkeit einen Mangel für Kinder darstellt.

Die Frage ist doch schon längst beantwortet. Leider fällt die Antwort für Heterosexuelle nicht wie gewünscht aus. Trotzdem könnte der Referent seiner Ministerin einen Sprechzettel schreiben und sie auf den neuesten Stand der entwicklungspsychologischen Erkenntnisse bringen.

Eine völlige Gleichstellung mit der Ehe lehne ich […] ab. Denn ein prinzipieller Unterschied bleibt: Aus einer Ehe können Kinder hervorgehen – aus einer gleichgeschlechtlichen Lebenspartnerschaft nicht.

Wie mag das wohl für Herrn Letocha sein, wenn er morgens ins Büro kommt und von seiner Chefein als erstes einen verbalen Tritt in die Eier bekommt: “Eike, Du bist kein richtiger Mann, Du bist ein entwicklungspsychologisches Risiko, Du bist nicht so, wie alle anderen. Eike, Du bist weniger Wert als Deine Heterokollegen, Du kannst nicht das Gleiche leisten, wie die Deckhengste hier im Ministerium. Nein, Eike, Du stellst Dich hinten an, und zwar aus Prinzip. Denn wir sind hier alle bei der CDU, da ist Diskriminierung Prinzip!”

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