100 Tage sind seitdem vergangen.
Es ist gut.
Anders.
Stürmisch und friedlich.
Auf Regen folgt immer Sonnenschein.
Es geht weiter.
Liebevoll und voller Liebe.
Eines ist merkwürdig: Vorher habe ich dem Verheiratetsein nicht so viel Bedeutung beigemessen wie mein Mann. Jetzt scheint es umgekehrt zu sein.
Ich kann nicht erklären, warum das so ist. Vorher habe ich dem Akt vor dem Standesamt keine nennenswerte Bedeutung beigemessen und hielt ein Zeitfenster von zehn, eher fünf Minuten für ausreichend. Dass es anders gekommen ist, ist den (teilweise überraschenderweise) anwesenden Freunden,
einer ausgezeichneten Standesbeamtin, dem vorzüglichen Wetter und – vor allem! – meinem Mann zu verdanken. Vielleicht war es auch der manchmal unplanmäßige Verlauf, das unstandardisierte Geschehen, das mich diesen Tag in so bedeutungsvoller und wunderbarer Erinnerung behalten lässt. Vielleicht liegt es auch daran, dass mir dieser Tag, dieser Augenblick, diese Worte unserer Standesbeamtin Christin Klebow etwas ganz Wichtiges klar gemacht haben:
Partner sein in einer Ehe ist mehr als nur ein Teil des Ganzen zu sein. Jeder trägt in einer Ehe auf seine Art Wesentliches und Entscheidendes zum Gelingen des Ganzen bei. Die Individualität des Denkens und Handelns verlangt Respekt. Denn Respekt und respektvoller Umgang miteinander lässt dem Ehepartner den Freiraum zur Entwicklung und Entfaltung seiner individuellen Einzigartigkeit. Und in die haben Sie sich schließlich einst verliebt!
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