Warum bezeichnen schwule Männer andere schwule Männer (manchmal auch sich selbst) als ‘Schwester’, ‘Mutti’ oder ähnlich?
Irgendwie ist das doch, na ich nenne es mal vorsichtig: ungeschickt. Wenn man etwas Weibliches sucht, könnte Mann es ja mal mit einer Frau versuchen, oder???
In ein paar Kommentaren zu dem Post wurde das ein und andere unterstellt und mir vorgehalten, ich habe etwas gegen Tucken und Tunten, gegen sich weiblich gebende Männer. Dabei hat, so scheint es, kaum jemand genau gelesen, was ich geschrieben habe, obgleich der Posttitel, “Von dem Gebrauch der Sprache”, doch zu einem sorgfältigen Studium meiner bescheidenen Ausführungen hätte einladen müssen.
Nicht einen Gedanken hatte ich daran verschwendet, einen Post zu schreiben, der sich gegen Tucken und Tunten richtet, und doch ist der ein und andere Leser geradezu besessen von dem Gedanken, dass ich genau solche Gedanken habe. Obgleich ich mehrfach nachfragte, ob das was ich schrieb möglicherweise falsch gelesen und mithin falsch interpretiert worden sei, wurde allerlei Merkwürdiges festbetoniert.
Nun denn: Meine in dem Post zum Ausdruck gebrachte fragende Haltung gilt doch nicht den Männern, die sich nach landläufigem Verständnis betont weiblich geben, lassen wir einstweilen dahingestellt, ob das Tucken und/oder Tunten sind. Ich adressiere vielmehr an die Männer, die über die vorerwähnten Männer in einer nach meinem Dafürhalten unangemessenen Art und Weise reden! Dem selektiv wahrnehmenden Leser, möglicherweise durch den Klammerzusatz in der zweiten Textzeile zusätzlich auf eine falsche Fährte geraten, sehe ich das nach. Wer jedoch meinen Blog schon länger liest, hätte bei jeder von dem was ich tatsächlich schrieb abweichenden Interpretation ins Grübeln kommen müssen. Das meine Haltung in dem großen Universum der Gedanken und der Gedankenlosigkeit derart falsch verortet werden kann, ist einerseits amüsant, andererseits beängstigend.
Ein kleiner Streifzug:
Schon die Header, “Von dem Gebrauch der Sprache”, signalisiert mein Thema, nämlich wie Menschen übereinander reden, wie schwule Menschen übereinander reden und wie nicht schwule Menschen über schwule Menschen reden. Die Wirkung der Sprache wird nicht nur von den gebrauchten Worten bestimmt, sondern auch von der Betonung, dem Kontext, dem Sprecher und dem Angesprochenen. Im Februar des Jahres habe ich zum Beispiel beanstandet, wie in einem Internetforum über Cameron Carpenter geschrieben wurde. Der Begriff “Tunten-Outfit” ist dort zweifellos bewusst derogativ verwendet worden. Auch Bohlen, sekundiert von einem Frankfurter Szeneblättchen, mochte ich in der Art und Weise, wie er über schwule Menschen spricht, nicht zustimmen.
In den Entgegnungen zu meinem Post von 06/10/2009 ist – mangels Argumenten – mehrfach postuliert worden, man müsse auch über sich selbst lachen können. Das war und ist aber überhaupt nicht mein Thema; jeder mag mit sich selbst ausmachen, ob und wie viel er über sich selbst lacht und wann er anderen damit auf die Nerven geht. Ich störe mich daran, wenn andere ausgelacht, übermäßig durch den Kakao gezogen und lächerlich gemacht werden. Im November des vergangenen Jahres habe ich in einem Post und der nachlaufenden Diskussion deutlich gemacht, dass ich die englische Fernsehserie ‘Little Britain’ für ein homophobes Machwerk halte und der Theorie, durch das Lächerlichmachen von schwulen Menschen könne Homophobie abgebaut werden, eine Absage erteilt. Spätestens seit der schäbigen Auseinandersetzung um Proposition 8 in Kalifornien müsste jedem klar sein, wie leicht aus latent vorhandener Homophobie durch ein paar Bildchen und Worte auf dem Niveau von ‘Little Britain’ offener Hass auf schwule Menschen erzeugt werden kann. Indes: Diskussionen und Kommentare zeigen mir, dass manch schwuler Mensch nicht in der Lage ist, die Lebenswirklichkeit wahrzunehmen. Manch einer wird wohl auch noch lachen, wenn er Bilder von im Irak gefolterten Jungs sieht und sich für besonders humorvoll halten.
Im einem Kommentar zu dem Post vom 06/10/2009 ist darauf hingewiesen worden, dass es Dragqueens waren, die vor 40 Jahren in New York für ihre Rechte gekämpft haben. Dem Kölner Lesben- und Schwulentag (KLuST) habe ich in Erinnerung daran auf seine unsägliche CSD-Charta erwidert,
Das Andenken an die Ereignisse in der Christopher Street ist nicht das Andenken an Duckmäuser und Klemmschwestern, nicht das Andenken an angepasste und unauffällige Schwule, die ihre Identitäten an mehrheitsfähigen Toleranzmustern ausrichten. Es ist das Andenken an Ledermänner, Transen, Stricher und andere, die die Gesellschaft zu Außenseitern gemacht hatte, und die sich gewehrt haben, die sich nicht konform verhalten wollten, die sich nicht anbiedern wollten, die sich nicht etwa gegen die Staatsgewalt verteidigt haben, weil sie so sein wollten wie ‘die anderen’, sondern weil sie so sein wollten, wie sie waren.
und anlässlich des vierzigsten Jahrestages der Stonewall-Riots schrieb ich:
Damals vor 40 Jahren haben sich in der New Yorker Christopher Street schwule Menschen, vornehmlich Tunten, Stricher und Ledermänner, gewehrt, weil sie so sein wollten wie sie waren und die ständigen Repressionen des Staates satt hatten. Heute wird nicht, jedenfalls nicht beim Kölner CSD, gegen die staatlichen Repressionen demonstriert; dafür brauchte es eine ganze andere thematische Ausrichtung des CSD. Zugegeben, die staatlichen Repressionen sind heute viel subtiler und weniger augenfällig als in früheren Zeiten – aber gerade deshalb wäre es wichtig, die Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit darauf zu lenken. Und eine nicht unerhebliche Anzahl schwulen Menschen geht auch nicht auf die Straße, um dafür einzutreten, so sein zu dürfen, wie sie sind, sondern um für ein paar Stunden so sein zu dürfen, wie sie gerne wären.
Damit meine ich, dass viele Teilnehmer des CSDs vor und nach diesem Feiertag ein angepasstes Leben führen, sich nicht als Tunte, Ledermann oder Liebhaber irgendwelcher Fetische zu erkennen geben, vielleicht sogar ihre Homosexualität verbergen. Dann kommen sie in die große Stadt und leben für einen Tag ihr Wunsch-Ich aus. Damit wird der CSD zu einem Kostümfest und hat kaum etwas Authentisches zu bieten. Es ist ein Unterschied, ob man in seinem Umfeld, in seiner Nachbarschaft, seinem Viertel, sein Leben lebt, deshalb in Bedrängnis gerät und sich wehrt, oder ob man sich für einen Tag im Schutze eines Megaevents unbesorgt produziert und prostituiert und anschließend wieder unauffällig in ein unauffälliges Leben zurückkehrt. Das erste, nämlich ein authentisches Leben zu leben und zu verteidigen, ist sehr mutig, das zweite weniger.
Mit Blick auf die heutigen Tucken und Tunten mag ich den Lobgesang vergangener Tage nicht mehr anstimmen. Oder, anders gewendet: Gibt es heute noch Tucken und Tunten?
Wenn ich mir die Jungs von heute anschaue, also die fünfzehn- bis fünfundzwanzigjährigen, dann lassen sich zumindest im großstädtischen Bereich im wesentlichen zwei Gruppen ausmachen: Die ‘harten’ Machokerle, bis zur Selbstaufgabe markenklamottenabhängig, und die Emo- und Wuschelkopftypen, die vielleicht am ehesten Tucken und Tunten nahekommen. Man muss schon ein ausgezeichnetes gaydar haben, um in diesen Gruppen schwule Jungs auszumachen. Gründe dafür mögen sein, dass einerseits nicht schwule Männer in immer kürzerer Zeit Erscheinungsstile schwuler Männer übernehmen und andererseits insbesondere jüngere schwule Männer nicht als schwul erkannt werden wollen und deshalb im (nicht schwulen) Mainstream mitschwimmen. Tucken und Tunten, die die Tradition von stonewall für sich in Anspruch nehmen können, vermag ich dort jedenfalls nicht zu erblicken. Etwas anders sieht es bei älteren Männern, also diesseits der fünfundzwanzig, aus. Aber auch dort möchte ich differenzieren. In einem Kommentar ist der schöne Begriff “Naturtucke” verwendet worden. Ja, den Begriff mag ich: Es gibt Männer, die sind einfach als Tucke auf die Welt gekommen. Die haben schon als Kind anders am Schnuller gelutscht als andere Kinder (nein, es ist nicht überliefert, wie ich am Schnuller gelutscht habe – und auch nicht, an welchen). Tuckiges Verhalten, tuntiges Aussehen, … – all das passt zusammen und entspricht der Natur dieser Männer. Sie sind schön anzusehen, es macht Spaß, sie zu beobachten und sie sind ’stilecht’ und können aus ihrer Haut nicht heraus. Das sind wohl diejenigen, die damals in New York City die Schnauze voll davon hatten, sich verstellen zu müssen, die nicht mehr für das, was sie waren, beleidigt und bedroht werden wollten. Aber davon gibt es heute nur ganz wenige (ob das früher anders war?). Viel häufiger anzutreffen sind Männer, die es für chic halten, sich tuckig zu benehmen und tuntig anzuziehen. Auch das ist mitunter schön anzusehen, aber es ist nicht wirklich echt und wirkt sehr oft aufgesetzt. Stonewall-Nachfolge? Nein, eher nicht. Dann gibt es noch diejenigen, die zwanghaft die Tucke/Tunte geben. Das sind meistens Jungs und Männer vom Land, die hin und wieder in die große Stadt (oder auf das Kreuzfahrtschiff) kommen, und meinen, sie müssen dann eine bestimmte Verhaltensweise an den Tag legen. Das geht fast immer schief und die Herren haben mehr Ähnlichkeit mit einem Quietscheentchen als mit einer Tucke/Tunte – von der vorerwähnten Naturtucke sind sie unendlich weit entfernt. Stonewall-Nachfolge? Gewiss nicht!
Altmodische Ansichten sind mir vorgehalten worden. Ich meine vielmehr, dass diejenigen, die glauben tuckiges Verhalten sei des Fortschritts letzter Schrei, nur noch den Staub aufwirbeln, der sich während ihres Stillstands der letzten Jahre auf ihre Klamotten gelegt hat. Das Andenken der Menschen, die damals vor vier Jahrzehnten mit ihrer und für ihre sichtbare Andersartigkeit auf die Straße gegangen sind, ist nicht hoch genug einzuschätzen, und vor allem darf nicht vergessen werden, dass in vielen Länder heute noch gerade die schwulen Männer, die durch Kleidung, Sprache und Verhalten als erste auffallen, auch als erste bedroht und verfolgt werden (wenn sie nicht gerade als Fernsehkasperle die Gunst der Regierenden haben) und sich kaum auf die Straße trauen können. Im westlichen Europa jedoch wird der Kampf um Fortschritt und Anerkennung nicht mehr auf der Straße geführt. Die Narrenfreiheit genießende Tucke erreicht hier und heute nichts mehr, außer vielleicht ein paar Lacherfolge. Der im Straßenanzug oder in Arbeitskleidung in seinen Betrieb oder in seine Behörde gehende schwule Mann, der am Montag die allgemeine Berichterstattung über heteronormative Wochenenderlebnisse ergänzt um die Berichte über seines und seines Freundes/Mannes Freizeitgestaltung, der Fragen nach Frau und Kind mit gelassenen Klarstellungen beantwortet, der erklärt, warum er an der Blutspendeaktion in seiner Behörde/seinem Betrieb nicht teilnimmt, der seinen Chef fragt, warum es für verschiedengeschlechtliche Eheschließungen zwei freie Tage gibt, nicht aber für gleichgeschlechtliche, der das Bild seines Freundes/Mannes auf seinem Schreibtisch stehen oder in seinem Spind hängen hat und schon nicht mehr weiß, wie oft er ‘das sieht man dir ja gar nicht an’ oder ‘das hätte ich von dir aber nicht gedacht’, gehört hat, der bewirkt und bewegt sehr viel, weil er seine heterosexuelle Umwelt herausfordert. Herausfordert, Klischees über den Haufen zu werfen und über Recht und Gerechtigkeit nachzudenken. Natürlich wird man mir jetzt entgegenhalten, dass sei Anbiederung und Übernahme heterosexueller Verhaltensnormen. Ich empfehle jedoch jedem, der so denkt, es auszuprobieren und zu versuchen, längere Zeit durchzuhalten. Das Männer mit Männern Sex haben (und es nicht verheimlichen und nicht auf befragen leugnen) ist nämlich keine heterosexuelle Verhaltensnorm. Das zwei Männer miteinander verheiratet sind, ist auch keine heterosexuelle Verhaltensnorm. Und noch vielmehr: Aus überwiegend verbreiteter heteronormativer Sicht ist das jahrelange Zusammensein zweier Männer, das (Miteinanderver-)Heiraten zweier Männer, alles andere als eine homosexuelle (!) Verhaltensnorm. Das, was gegenwärtig im Rahmen des Rummels um Guido Westerwelle alles als gesellschaftlich akzeptiert ausgegeben wird, ist es mitnichten.
Ach ja, bevor in die vorstehenden Zeilen erneut jemand etwas hineinliest, was ich nicht geschrieben habe: Ich bin nicht der Ansicht, dass dauerhafte Zweierbeziehungen das Referenzmodell für das Beziehungsleben schwuler Männer sind. Es sind möglicherweise die Beziehungen, die für vorurteilsbeladene Menschen die überraschendsten sind, aber es sind gewiss nicht die einzig möglichen Lebensentwürfe und -entwicklungen. Wer es anders bevorzugt, macht es halt anders.
Mangelnde Toleranz wurde meinem inkriminierten Post auch entnommen. Falls jemand wissen möchte, wie es um meine Haltung zum Thema Toleranz bestellt ist, mag er nachlesen, was mir eingefallen ist, als jemand im Kinderblättchen der Süddeutschen Zeitung schrieb, “ich glaube, dass es kein intoleranteres Völkchen als Homosexuelle gibt.”
Der letzte Satz in meinem Post vom 06/10/2009 lautet:
Lauscht man den Unterhaltungen schwuler Männer, wird nur allzu oft deutlich, das der Vorhalt, schwule Männer seien keine richtigen Männer, gar nicht so sehr aus der Luft gegriffen ist.
Auch dieser Satz ist so interpretiert worden, als sei er gegen Tucken und Tunten und tuckiges oder ‘weibliches’ Verhalten gerichtet. Das steht da aber gar nicht und ich bin ziemlich konsterniert darüber, dass, insbesondere nach dem zuvor in dem Post Geschriebenen, nicht klar ist, was ich meine. Eine Lesehilfe:
Wer unterhält sich? – Schwule Männer, nicht näher spezifiziert
Worüber unterhalten sie sich? – Über andere schwule Männer
Wie unterhalten sie sich? – In der Form und im Inhalt (sofern überhaupt einer feststellbar ist) abfällig
Von wem stammt der Vorhalt, schwule Männer seien keine richtigen Männer? – Von (manchen) nicht schwulen Männern
Haben sie den Vorhalt aus der Luft gegriffen? – Nein, sie haben ihn aus dem mitgehörten Gespräch schwuler Männer
Ist das so schwer zu verstehen?
Weiterhin sah sich der ein oder andere von mir zu einem „Normalverhalten“ genötigt.
Im November 2007 schrieb ich:
Der Trend zur Anpassung und zur Angleichung an heterosexuelle Lebensformen und Lebensweisen ist unverkennbar. Mit der eigenen Normalisierung entsprechen viele Schwule dem Druck und dem Wunsch heterosexueller Menschen. „Verhaltet Euch normal, dann behandeln wir Euch auch normal“, wird nicht selten als Voraussetzung für die Gleichberechtigung und Gleichbehandlung formuliert. Und viele Schwule sind spiegelbildlich der Ansicht, dass Gleichberechtigung nur über die weitestgehende Anpassung an und Übernahme von heterosexuellen Lebensweisen zu erreichen sei. Der Wunsch, zum gesellschaftlichen Mainstream zu gehören, wird von schwulen Menschen oft damit begründet, dass sie nicht über ihre Sexualität definiert werden wollen und sie führen an, dass ihre Sexualität nur ein kleiner, nicht der wesentliche Teil ihrer Identität sei.
Dem halte ich entgegen, dass der Weg zur Gleichberechtigung nicht zwangsläufig über eine vorhergehende Gleichmacherei, nichts Anderes verbirgt sich hinter dem Mainstreamdenken, führen muss. Mainstream ist nichts Anderes als unauffälliges Mitschwimmen im breiten Strom, ein Einreihen in Verhaltensweisen der breiten Masse. Das mag das Leben erleichtern, wenn Mann mit dieser Form zu leben zufrieden ist. Die Erleichterung liegt aber in erster Linie darin, sich mit den vorherrschenden politischen, gesellschaftlichen und kulturellen Ansichten abzufinden und sich nicht der Unbequemlichkeit, eine eigene Meinung zu finden und zu vertreten, zu unterziehen. Sie liegt darin, sich mit einem standardisierten Freizeitangebot zufrieden zu geben, und zum Beispiel auf die, häufig auch von schwulen Menschen verächtlich so bezeichnete, schwule (Sub-)Kultur zu verzichten. Gleichberechtigung wird für den hohen Preis der Anpassung an Mainstream-Normen erreicht. Jeder mag für sich entscheiden, ob darin nicht auch ein Teilverlust der persönlichen Identität liegt. Manchen wird diese Anpassung, getrieben von dem Wunsch dazu zu gehören, leicht fallen, anderen wird sie nur durch eine schmerzhafte Selbstverleugnung gelingen.
[...]
Ich möchte Gleichberechtigung nicht über Angleichung bis hin zur Unkenntlichkeit der eigenen Identität erreichen.
Ich sehe nicht, wie man meinem Post vom 06/10/2009 entnehmen kann, dass ich meine Auffassung geändert habe.
In der Kommentardiskussion um den Post vom 06/10/2009 erwiderte ich unter anderem:
Ich will Sex mit Männern haben, die ich als Männer erkennen und anerkennen kann.
Daraus wurde ganz schnell, ich wolle anderen Männer die Männlichkeit absprechen. Das ist mitnichten der Fall. Ich bin lediglich der Auffassung, dass ich mir meine Sexpartner selbst aussuchen darf. Was ich unter einem Mann verstehe, habe ich an keiner Stelle weiter ausgeführt, und doch glaubt der ein oder andere Leser, ganz genau zu wissen, auf welche Art von Männern ich stehe und wen ich infolgedessen nicht für einen Mann halte. Dabei ist auch das ganz einfach: Ich stehe auf Männer und will Sex ausschließlich mit Männern (vermutlich passt dieses Empfinden nicht in die modernen Genderauffassungen, über die ich so reichlich, aber nicht reichhaltig, belehrt worden bin). Wenn nun ein Mensch nicht ausssieht wie ein Mann, weil es sich um einen Menschen weiblichen Geschlechts handelt oder um einen Menschen männlichen Geschlechts, der sich wie ein weibliches Wesen hergerichtet hat, oder irgendetwas dazwischen, die Gelehrten mögen die allerneueste zutreffende Bezeichnung sich dazudenken, dann werde ich allen Vorhaltungen zum Trotz auf sexuelle Interaktionen verzichten. Und wenn ein Mann partout nicht als Mann bezeichnet werden will, dann, so sehr ich mir auch all die vielen Kommentare zu Herzen nehme, sehe ich nicht, warum ich seinem Wunsch nicht entsprechen darf.
Zusammenfassung: Ich habe nichts gegen Tucken, Tunten und Anverwandte, wohl aber gegen diejenigen, die schlecht über sie reden.
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