Zwei, drei Tage nicht gegen schwule Menschen gehetzt, und schon wird’s dem Vatikan langweilig. Also hat man ein altes Thema wieder aufgewärmt, nämlich die nicht enden wollenden Pädophiliskandale in der römisch-katholischen Priesterschaft. Hatte Ratzinger noch im April 2008 erklärt, dass es einen Unterschied zwischen Homosexualität und Pädophilie gibt und dabei den Eindruck erweckt, die pädophilen Priester seien das Problem der Kirche, lässt er jetzt klarstellen, dass doch die homosexuellen Männer in der Kirche das Problem seien:
[...] the Holy See said the majority of Catholic clergy who committed such acts were not paedophiles but homosexuals attracted to sex with adolescent males. He added that sexual abuse was far more likely to be committed by family members, babysitters, friends, relatives or neighbours, and male children were quite often guilty of sexual molestation of other children. [...] “Of all priests involved in the abuses, 80 to 90% belong to this sexual orientation minority which is sexually engaged with adolescent boys between the ages of 11 and 17.”
Offenbar hat die Kirche ihren Homosexualitätstest auf die Fälle von Kindesmißbrauch angewendet.
Und so nimmt der Kreuzzeug der Katholiken gegen homosexuelle Männer wieder volle Fahrt auf und Ratzinger lässt erneut auf die Ranke-Heinemann’sche Linie einschwenken.
Weil aber der Vatikan so Stolz auf seine Homosexuellenverfolgung ist, mahnt er andere Religionen und Institutionen zur Nachahmung:
In Sachen Kindesmißbrauch sollte man nicht nur auf die katholische Kirche starren, sondern auch Skandale in anderen Kirchen bzw. Religionsgemeinschaften in den Blick nehmen. Das fordert Erzbischof Silvano Tomasi. Der Vatikan-Beobachter bei UNO-Einrichtungen in Genf wurde im Menschenrechtsrat vom Vertreter eines laizistischen Verbands auf Mißbrauchs-Skandale in der katholischen Kirche angesprochen. Zur Antwort wies Tomasi darauf hin, dass – anders als die Medienberichterstattung oft glauben mache – in den USA die meisten Mißbrauchs-Skandale in protestantischen Kirchen zu verzeichnen seien. Auch die entsprechenden Skandale innerhalb der jüdischen Gemeinschaften der USA lägen zahlenmäßig deutlich über denen, zu denen es in der katholischen US-Kirche gekommen sei. Tomasi wörtlich: „So wie die Kirche vor ihrer Tür gekehrt hat, sollten das jetzt auch mal andere Institutionen und Autoritäten tun, und zwar mit der gleichen Offenheit den Medien gegenüber!“
Dieser Auffassung nach sind die jüdischen Gemeinschaften und die “protestantischen Kirchen” von kindermißbrauchenden homosexuellen Männern geradezu überschwemmt. Mit seinem durch nichts belegten Behauptungen möchte Erzlügnerbischof Tomati von den erschütternden Enthüllungen des Ryan-Reports ablenken.
All dies wird auch am nächsten Wochenende wiederum schwule Männer nicht davon abhalten, in römisch-katholische Kirchen zu rennen, vor Priestern niederzuknien, irgendeinen ominösen Gott anzuhimmeln und sich darüber zu beklagen, dass sie in diesen Kirchen nicht heiraten dürfen. Manche merken einfacht nicht, dass die römisch-katholische Kirche eine Vereinigung ist, die ein Höchstmaß an krimineller Energie (ver-)birgt:
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