25 Sep 09

Christen werden von der deutschen Bundesregierung gerettet, schwule Menschen lässt sie im Irak sterben.

So lässt sich die Auffassung der Bundesregierung zur Asylpolitik gegenüber Menschen aus dem Irak kurz zusammenfassen.

Die Bundestagsfraktion der Partei Bündnis90/Die Grünen hat das große Verdienst, sich immer wieder bei der Bundesregierung nach der Lage schwuler Menschen im Ausland zu erkundigen und nachzufragen, was die Bundesregierung zur Verbesserung der Situation schwuler Menschen speziell in islamischen Länder unternimmt. Dabei bedeutet ‘Verbesserung der Situation’ in vielen Staaten nichts anderes als Lebensrettung.

Und immer wieder antwortet die Bundesregierung in eiskalter Bürokratensprache, dass sie nichts sieht, nichts hört, nichts riecht, nichts weiß und vor allem: nicht mitfühlt.

So auch fällt auch die Antwort der Bundesregierung auf eine unter dem Eindruck des HRW-Berichts  ‘“They Want Us Exterminated” – Murder, Torture, Sexual Orientation and Gender in Iraq’ verfasste kleine Anfrage der Fraktion Bündnis90/Die Grünen entsprechend abweisend aus.

Das Auswärtige Amt, dessen Vorsteher bekanntlich der sich im Wahlkampf so schwulenfreundlich gebende SPD-Politiker Steinmeier ist, teilt mit, dass es keine eigenen Erkenntnisse über die Lage “der Homosexuellen” im Irak habe. Ich frage mich, wozu wir auch im Irak eine personell üppig besetzte Botschaft mit einem gutbezahlten Botschafter an der Spitze haben.

Zumindest wird eingeräumt, dass man auch keine Maßnahmen der irakischen Regierung, Übergriffe “auf Homosexuelle” zu verhindern, bemerkt habe. Irgendetwas für schwule Männer im Irak müsse man aber auch regierungsseitig nicht tun, denn das würden ja schon die US-Amerikaner machen. Allerdings, so lässt das Auswärtige Amt wissen, haben die Eheleute Steinmeier-Merkel auch anderes zu tun. Sie sind nämlich mit der Rettung von verfolgten Christen und alleinstehenden Frauen aus dem Irak beschäftigt. Das seien die wahren Verfolgten im Irak, und nicht ein paar schwule Männer, die ja ohnehin, so steht es im HRW-Bericht, von Tag zu Tag weniger werden.

Falls es übrigens doch einmal ein schwuler Iraker bis nach Deutschland schafft, dann wird vom Bundesamt für Migration und Flüchtlinge die sexuelle Orientierung vorsorglich nicht erfasst. Denn sonst müsste man sich im Falle einer Abschiebung dafür rechtfertigen, einen schwulen Mann in den sicheren Tod geschickt zu haben.

Sollte gleichwohl ein schwuler Mann im Irak von seinen dortigen Mitmenschen unter Aufsicht diverser internationer Streitkräfte doch nicht vom Leben in den Tod befördert werden, steht die Bundesregierung hilfreich mit einem Programm zur Förderung der Behandlung von Folter- und Traumaopfern bereit.

Um die Haltung der Bundesregierung auf den Punkt zu bringen: Wenn ein schwuler Mann, der seine sexuelle Orientierung nicht gewählt hat und nicht beeinflussen kann, vor Folter und Mord aus dem Irak nach Deutschland fliehen will, schlägt ihm die Bundesregierung die Tür vor der Nase zu. Kommt aber jemand und behauptet, er würde an irgendeinen nicht vorhandenen Gott glauben, so wird er mit offenen Armen und umfangreichen Haushaltsmitteln empfangen.

Die Empfehlung für schwule Iraker muss also lauten, allein aus Gründen der Rettung des eigenen Lebens sich irgendwie eine Bibel zu beschaffen, ein paar Zeilen daraus auswendig zu lernen, möglichst die, in denen davon die Rede ist, schwule Männer zu ermorden, das kommt bei anderen Christen immer gut an, zusätztlich den Namen Ratzinger buchstabieren lernen, in der deutschen Botschaft aufzukreuzen, irgendetwas von Christenverfolgung zu jammern, und als potenzieller Kirchensteuerzahler Asyl zu verlangen.

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