Lukas hat ein Problem:
Meine Freundin (18) und ich (18) sind zwei Jahre zusammen und hatten beide das erste Mal miteinander. Am Anfang war alles neu und aufregend. Aber zu meiner Entt äuschung ging es nicht so weiter. Im Gegenteil, es flaute rasch ab und wurde öd. Wir spulen das immergleiche Programm ab. Meistens im Bett, ganz selten einmal, wenn es warm ist, irgendwo im Freien. Da muss ich dann schon froh sein. Ich möchte aber ein wenig experimentieren: SadomasoSpiele ausprobieren oder etwas mit Natursekt. Analverkehr z.B. steht zuoberst auf meiner Wunschliste. Aber noch nie brachte sie es fertig, etwas Neues auszuprobieren. Sie verspricht immer wieder, sie wolle es versuchen, aber sobald es so weit wäre, klemmt sie. Mühsam.
Ja, dass ist schlimm, wenn’ so klemmt. Die elektronische Liane weiß rat. Wie immer ist der Mann der Böse (warum eigentlich suchen Männer bei Frauen um Rat nach, wenn es um Sex geht?):
Es mag dir nicht bewusst sein, aber du gestaltest eure sexuellen Begegnungen als sadistisches Ritual. Allerdings eines ohne Befriedigung: Du forderst von der Freundin sexuelle Dienstleistungen, die sie beschämen oder abstossen. Weil sie dich liebt, verspricht sie es, bringt es aber nicht über sich, worauf du sichtlich unzufrieden bist und sie unglücklich.
Dann allerdings gibt Liane eine sinnvolle Empfehlung
Sag ihr lieber, dass du dich von ihr trennen möchtest, weil deine Gefühle für sie abgek ühlt seien.
und schließt weise:
Was du noch wissen musst: Auch die ausgefallensten Sexspiele werden bald langweilig, wenn kein Feuer da ist.
Da lob’ ich mir die beiden Männer in Mainz, die das Feuer ihrer sexuellen Begierde kräftig haben lodern lassen:
Unter den Augen zahlreicher Passanten hat ein schwules Pärchen am Bahnhofsvorplatz in Mainz jüngst Geschlechtsverkehr praktiziert. Sie waren sich offenbar nicht bewusst, dass sie DIE Unterhaltung des langweiligen Samstag-Nachmittags waren.
Die beiden 21 und 26 Jahre alten Männer übten dort zur Mittagszeit den Polizeiangaben zufolge den Geschlechtsakt aus. Die zwei Mainzer ließen sich dabei offenbar auch nicht von den um sie herumstehenden Passanten aus der Ruhe bringen.
Verklemmungen gab es allerdings auch. Verklemmte Augen zum Beispiel:
Der Schwulen-Sex schien dem 21 und 26 Jahre alten Paar offenbar wichtiger, als all die starrenden Blicke.
Jaja, der Schwulen-Sex. Was können die beiden denn dafür, dass die Damen und Herren Passanten zu Hause vermutlich nur das erleben, was auch Lukas der Liane berichtete.
Die Polizei musste her und die öffentliche Verklemmung wiederherstellen:
Erst die eintreffenden Beamten konnten das Liebesspiel des Pärchens stoppen. Gegen beide Männer wurde ein Ermittlungsverfahren eingeleitet und ein Platzverweis erteilt.
Ach ja, und für all diejenige, die natürlich nichts gegen schwule Menschen haben, es aber voll pervers finden, wenn Schwule sich in der Öffentlichkeit …: Die Mainzer Meldung gibt es auch in der heterosexuellen Variante:
Mitten auf dem Mainzer Bahnhofsvorplatz hat sich am Samstag ein Paar beim Freiluftsex versucht. „Bei voller Mittagshitze“ hätten ein 26-Jähriger und eine fünf Jahre jüngere Frau „geglaubt, den Geschlechtsakt ausüben zu müssen“, hieß es am Sonntag von der Polizei.
„Dabei ließen sie sich auch nicht von den drum herumstehenden Passanten aus der Ruhe bringen.“ Die Polizei beendete das bizarre Schauspiel, das Paar bekam einen Platzverweis und hat nun ein Ermittlungsverfahren am Hals.
In der Polizeistube und/oder den Redaktionsräumen scheint die Mittagshitze durchaus unterschiedliche Fantasien zu generieren.
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