Das Thema Schwule Gesundheit, also die Gesundheit schwuler Männer wird oft an ganz dramatischen Dingen aufgehängt. HIV zum Beispiel. Oder Syphilis ist nicht nur als Gesundheitsthema schwer im kommen. Aber es gibt auch weniger bedrohliche Erkrankungen. Manchmal schleppt man so etwas unnötig lange mit sich rum, weil die Angst vor’m Arzt größer ist als die Beschwerden. Es ist erstaunlich, da lassen die Jungs und Männer in der Sauna hemmungslos alle Hüllen fallen und im virtuellen Raum werden Großaufnahmen von den kleinsten Details gezeigt. Wenn es aber darum geht, einen Arzt oder eine Ärztin mal nach dem Rechten sehen zu lassen, blockiert ein nie dagewesenes Schamgefühl alles.
Das war bei mir nicht anders. Früher meine ich, als ich noch jung und unerfahren, aber sehr neugierig war.
Ich hatte da jemanden kennen gelernt in Stuttgart, der hat mir ein paar nette Spielereien beigebracht. Zum Beispiel, dass das Blasen besonders geil ist, wenn der Blasende den Mund voller Sekt hat – also zu Beginn des Lutschens.
Ok, ein paar Tage später merkte ich, dass mit meinem Schwanz etwas nicht stimmte. Beim Pissen schmerzte er leicht und wenn ich genau hinschaute, sah ich, dass da etwas Merkwürdiges rauskam. Keine Pisse und kein Precum. Es wurde schlimmer, wichsen war nicht mehr und nach wenigen Tagen wünschte ich, das Ding würde nicht mehr steif werden. Da ich aber, damals wie heute, ziemlich schnell einen Steifen bekomme, war die Pein häufig und groß.
Was also tun? Ein Mediziner musste her. Aber auf dem Dorf, das mir damals eine Wohnstätte bot, war die Ärztelandschaft nicht so ausgepägt. Will sagen: Die Ärzte waren meistens landwirtschaftlich geprägt – Tierärzte also. Meinen Hausarzt wollte ich da nicht ranlassen, der hätte ohne fremde Hilfe meinen Schwanz nicht gefunden. Nicht etwa, weil mein Schwanz so kurz wäre, im Gegenteil, schmerzmäßig gefühlt war er mindestens 30 Zentimeter lang, nein der gute Mann war einfach unfähig und fehlsichtig.
Nun gab es im Dorf eine Ärztin für Haut- und Geschlechtskrankheiten.
Äääääääääääääärrrrrrrzzzztiiiiiiiiiiiiiiiiiinnn??
Niemals, nie!
Doch der Schmerz war groß, die gute Frau hatte einen guten Ruf, was bei den Bauern auf dem Lande schon etwas heißen will, und überhaupt hatten mich ja schon häufiger Frauen nackt gesehen, ohne dass ich davon heterosexuell geworden wäre.
Kleiner Exkurs: Es gibt zwei Sorten von Männern. Die einen müssen nichts verbergen, die anderen haben einfach nichts zu verbergen. Ich rechne mich zu der ersten Kategorie.
Außerdem besteht bei einer Ärztin nicht die Gefahr, dass mein Schwanz während der Untersuchung steif wird. Und Sex wollte ich ja auch nicht mit ihr. Sie sollte nur gucken.
Nur gucken!?
Ich also hin zu ihr, der sprechenden Stundenhelferin nicht verraten worum’s geht, und die Hose runtergelassen. Auf Befragen leugnete ich, eine Erklärung für das Unwohlsein zu haben. Sie fühlte und drückte und mein Schwanz zeigte sich unbeeindruckt von alledem. Ich weniger, denn das drücken war nicht so angenehm.
Dann holte sie ein überlanges Wattestäbchen hervor. Iiiiiiiiiiiiiiiik. Dieses Ding fummelte sie dann in mein Ding hinein. Es war das erste Mal, dass eine Frau an mir und meinem Ding herumfummelte.
Man muss schon ausgeprägte masochistische Neigungen haben, um so etwas geil zu finden. Ich fand’s nicht nur nicht geil, sondern total ungeil. Mein Schwanz schrumpfte schlagartig auf Minimalgröße. So klein und verängstigt habe ich ihn noch nie erlebt. Und ich hatte Tränen in den Augen. Nicht nur in den Augen. Als sie dann den fast ganz in meiner Harnröhre steckenden Wattestab um die Längsachse drehte, war ich der Ohnmacht nahe.
Wie auch immer: Spätestens seit diesem Tag habe ich Sexualpraktiken, die darin bestehen, irgendwelche Gegenstände in die Harnröhre einzuführen, aus der Liste des Auszuprobierenden gestrichen.
Ein paar Tage später war das Laborergebnis da. Sicherheitshalber trug ich bei diesem Arztbesuch ein Suspensorium – fest entschlossen, meine Harnröhre gegen erneute Eindringlinge zu verteidigen.
“Ein nettes Sortiment haben sie da. Erstaunlich, das sind Keime, wie sie auch in Schaumwein vorkommen.”
Okay, sie wusste es also. Ich beschränkte mich darauf, leuchtend rot zu werden. Ihr gelassener Vortrag über Diagnose, Therapie und zukünftigen Vermeidungsstrategien ließ mich ahnen, dass sie auch wusste, wie der Schaumwein in die Harnröhre gekommen war.
“Richten sie ihrer Freundin aus, Mineralwasser hat den gleichen Effekt und es ist hinterher nicht so schimm.”
Hehe, so genau wusste sie es also doch nicht, ging eher von normal-bäuerlichen Verhältnissen aus. Naja, egal, das verschriebene Mittelchen half schnell und die Lehre aus dem Ganzen: Besser bei den ersten Anzeichen zum Arzt gehen und Mann erspart sich viel Selbst- und Fremdquälerei!
Das würde ich, für den Fall, das jetzt jemand ansetzt zu denken, ‘typische, immer die Schwulen’, diesem Prachtexemplar von heterosexuellem Feigling ebenfalls empfehlen:
«Sex auf dem Strassenstrich – jetzt brennts»
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