6 Jul 09

Michael Bärnthaler, Österreich, ausweislich seines Blogs in luftdünnen intellektuellen Sphären schwebend , vertritt die These, Aufrufe zum Mord an schwulen Menschen seien Kunst.

Die Lautäußerungen  des jamaikanischen Hasssänger Bennie Man qualifiziert er zunächst

als eine schöne Kunst

Weil es Kunst sei komme es nicht darauf an, ob das Publikum oder der Sänger selber wisse, was er meine, denn ein Jamaikaner könne in  Österreich, so die verblüffende Theorie Bärnthalers, gar nicht gegen schwule Menschen hetzen.

Sollte Beenieman die Absicht haben, in Österreich gegen Schwule zu hetzen, seine österreichischen Hörer zu Hass, Mord und Totschlag an Homosexuellen anzustacheln, so scheitert er kläglich. Denn seine Musik, völlig gleichgültig, wie sie intendiert ist (wer kann das schon wissen?), FUNKTIONIERT IM ÖSTERREICHISCHEN KONTEXT NICHT ALS VERHETZUNG [Hervorhebung im Original, StM].

Aber selbst wenn er es könnte, so meint unser Intellektueller, sei ein Aufruf zum Mord an schwulen Menschen kein Aufruf zum Mord an schwulen Menschen, denn

Die Rezeption ist entscheidend.

Nun ist auf meinem niedrigen intellektuellen Niveau zu fragen, welche von einem Mordaufruf abweichende Rezeption ein Sänger, der in seinen Liedern davon singt wie schwule Menschen hingerichtet werden können, Folter- und Mordmethoden beschreibt und seine Zuhörer auffordert, seine Vorschläge in die Tat umzusetzen, seinem Gesang beigeben könnte. Die jamaikanischen Hasssänger rufen nicht nur allgemein zum Mord an schwulen Menschen auf, sie beschreiben konkret und detailliert, wie dieses Morde zu geschehen haben (verbrennen, erschießen, mit Säure übergießen und dergleich mehr). Allein den Versuch einer Umdeutung in “schöne Kunst” kann nur ein den Menschen entfremdetes Hirn wagen. So fremd, dass es wohl nicht davor zurückschrecken wird, auch einen Mord als “schöne Kunst” zu betrachten. Und so schreibt der hier ziterte Blogger:

Und solange die Kunst nicht mit dem StGB in Konflikt gerät, ist sie frei.

Nichts als die Strafandrohung des Gesetzes hält ihn auf. Er ist frei von jeder Ethik, von jeder Moral, frei von Anstand und Menschlichkeit, frei von Verstand und Verständnis. Was ist das für ein Weltbild, in dem Demagogen, Fanatiker und Gewaltsäer mit ihrem Hass Zutritt zum Olymp der schönen Künste finden und nur noch durch die Gewalt des Staates gebremst werden können?

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