28 Jun 09

Timm., der erste Fernsehsender für schwule Männer in Deutschland, kürzlich bei mir noch wohlgelitten, hat eine Studie in Auftrag gegeben, um sich für Werbekunden interessant zu machen.

Die Studie zeigt, dass sich Werbung in schwulen Medien lohnt und zu einem erhöhten Käuferpotenzial beiträgt: 58% der Befragten finden Unternehmen und Marken, die in schwulen Medien werben, besonders sympathisch. 39% der Befragten vertrauen Unternehmen und Marken sogar stärker, die in schwulen Medien werben.

So weit, so fragwürdig.

Es geht weiter:

Die „Double Income No Kids“-Zielgruppe verfügt über ein hohes Haushaltsnettoeinkommen: In rund 70% der Zweipersonenhaushalte sind beide im Haushalt lebenden Personen berufstätig. Diese attraktive Zielgruppe bevorzugt auch beim Einkauf „schwulenfreundliche“ Marken: Rund ein Drittel aller Befragten kauft bevorzugt Marken, die in schwulen Medien beworben werden. Diese Präferenz korreliert positiv mit der Höhe des Einkommens, das heißt je höher die Einkünfte, desto stärker werden „schwulenfreundliche“ Marken gekauft.

Irrtum: Eine Marke, die in ’schwule Medien’ beworben wird, ist nicht allein deshalb schwulenfreudlich, geschweige denn macht die Werbung den Produkthersteller schwulenfreundlich.

Schade: Die Mär von den im Geld schwimmenden schwulen Menschen ist wohl nicht totzukriegen. Schade, dass ausgerechnet Timm. diesen Unfug auch mitmacht.

Zweifel: Ich bezweifele ernsthaft, dass bei schwulen Menschen mit zunehmendem (selbsterarbeiteten) Einkommen auch die Dummheit zunimmt und die Anfälligkeit, auf vermeindlich schwulenfreundliche Marken und ihre Werbeaussagen hereinzufallen, steigt.

Related posts


Filed under: Miscellaneous

Trackback Uri


2 Comments.

  • jan says:

    werbung richtet sich immer an kaufkräftige zielgruppen, weil ein anreiz zum konsum erzielt werden soll. aber das schließt doch “soziale vielfalt” der zuschauer bei timm (und allen anderen tv-sendern) nicht aus. jeder kann frei entscheiden, welche produkte er kaufen möchte.

    richtig, trotz werbung in schwulen medien lässt sich noch keine 100-prozentige aussage treffen, wie ein unternehmen wirklich zu homosexualität steht (z.b. im umgang mit seinen eigenen mitarbeitern). es kann aber ein anzeichen sein, wie z.b. bei ford und microsoft, die für eine tolerante unternehmenspolitik bekannt sind.

    niemand behauptet, dass alle schwulen im geld schwimmen. aber: man braucht nur mal seine eltern fragen, wie viel geld sie während der kindheit für ihren nachwuchs aufbringen mussten. es liegt in der natur der sache, dass ein schwules paar mit zwei monatsgehältern potenziell mehr geld für reisen, unterhaltungselektronik & co. ausgeben kann, weil es nicht in die bildung/erziehung seiner nicht vorhandenen kinder investieren muss.

Trackbacks/Pingbacks

  1. [...] Befund, hat nie tatsächlich einen qualtiativen Anspruch gehabt. Offenbar ging es lediglich mit immer neuen Konzepten darum, neues Geld in die Kassen zu bringen. Damit konnte sich Timm. nicht vom Mainstreamfernsehen [...]



Leave a Comment



Subscribe without commenting