31 May 09

In der vergangenen Woche hat ein Moderator der Aktuellen Stunde (WDR Fernsehen) seine Mitmoderatorin als “dusselige Kuh” bezeichnet. Er wollte damit zum Ausdruck bringen, dass die Gute keine Ahnung von dem hat, worüber sie spricht.

Ich habe in meinen Posts schon mehrfach meine Ansicht, dass Frauen keine Ahnung von Männern, insbesondere nicht von schwulen Männern, haben, zum Ausdruck gebracht. Mit allergrößtem Bedauern muss ich nunmehr hinzufügen, dass auch lesbische Frauen (für diese ‘Untergruppe’ hatte ich noch Hoffnung), jedenfalls einige von ihnen, keine Ahnung von schwulen Männer haben.

Auf dem Blog ‘Feminine Lesbians‘ fand ich folgenden von einer Frau verfassten Beitrag:

[...] Ich glaube auch nicht, dass frauenliebende Frauen unbedingt heterosexuell monogam sind,

Die Bedeutung heterosexueller Aktivitäten für lesbische Frauen wird die Verfasserin im weiteren Verlauf der Lektion noch durchblicken lassen.

so nach dem Motto: Mein Job, mein Haus, meine Frau, meine Kinder und meine Jacht. Aber dennoch unterscheidet sich ihre “Nichtmonogamie” von der schwulen, sich beziehungslos durch die WeltundMännergeschichte fickenden Männerkultur.

… spricht die Expertin, die vermutlich unter Wahnvorstellungen leidet, oder, meine viel schlimmere Befürchtung, bei Christl Vonholdt  oder Gaby (Kuby) abgeschrieben hat.

Ich denke,

Und ich habe ernste Zweifel daran, dass diese großartige Schwulenversteherin denken kann.

dass Frauen eine Art Beziehungsgeflecht zwischen Frauen aufzubauen versuchen – und das mit Liebe und Sex. Denn SexLiebe /LiebesSex ist eine Art Macht, die dazu benützt werden kann Frauen aneinander zu binden und verbunden sein zu lassen, im besten Falle lebenslang.

Zusammen mit meinem Freund bin ich gerade dabei, ein neues “Beziehungsgeflecht” zu anderen Männern aufzubauen und neue Freundschaften entstehen zu lassen. So wie es aussieht, kommen wir dabei ohne Sex aus. Anders als die große Denkerin müssen schwule Männer nicht alles sexualisieren. Sex im Kontext mit Macht deutet auf Abhängigkeiten und Erpressbarkeiten hin; Vorstellungen, die mir fremd sind.

Und ich denke auch, dass (schwule) Männer dieses mit ihrer fast zwanghaften Sexsucht zu kopieren versuchen, es aber nicht hinkriegen, da ihnen der Zugang zur Liebe fehlt.

Meine jahrelange Feldforschung hat hingegen zu der Erkenntnis geführt, dass die Spezies ’schwuler Mann’ wie keine andere zwischen ihrem Verlangen nach sexueller Befriedigung, fernab von Zwängen und Süchten, mit Ausnahme ganz natürlicher Sehnsucht, und dem Bedürfnis zu lieben und geliebt zu werden, trennen kann.

Die Denkerin erklärt uns aber sogleich, warum Liebe zwischen Männern von Natur aus unmöglich sei:

Und jede Liebe, und ja wirklich jede, hat ihren wahren Ursprung in der Beziehung zwischen der Mutter und ihrem Kind.

Dahinter verbirgt sich folgende Vorstellungswelt: Männer seien Fickmaschinen, die Unterscheidung zwischen schwul und nicht schwul dabei augenscheinlich irrelevant; sie haben gefälligst zu funktionieren und wenn Frau es befehle ihr Sperma an einem geeigneten Ort zu platzieren, damit daraus unter Beigabe einer Eizelle ein Kind werden könne. Mit Liebe habe das alles nichts zu tun, denn Männer können nicht Mutter sein und seien damit nicht liebensfähig. Sei das Kind weiblich, sei alles in Ordnung und es könne sich das oben von der Verfasserin beschriebene sexbasierte Machtbeziehungsgeflecht entwickeln. Sei das Kind hingegen männlich, möge es zwar von der Mutterliebe erdrückt werden, generell könne das Kind die Liebe, insbesondere, wenn es zu allem weiblichen Unglück schwul sei, die Liebe nicht erwiedern.

Das männliche schwule Kind stört die harmonische Beziehungswelt der Verfasserin und wird im Laufe seines weiteren Lebens der personifizierte Sündenbock für die Probleme lesbischer Frauen:

Und Lesben, zumindest die ofiziellen und (schwul)Szenegeprägten, kopieren da leider nur die (schwulen) Männer, anstatt sich was Eigenes und Frauenauthentisches zu überlegen. Mit der Liebe, dem Sex und der Frauengemeinschaft und der SexLiebeUndLebenslangVerbindenden Nichtmonogamie….

Eingangs hatte  uns die Verfasserin noch mit ihrer Erkenntnis, schwule Männer suchten lesbische Frauen zu kopieren, verblüfft. Nun sind es also die offiziellen Lesben, die schwule Männer kopieren. In dem geistigen Irrgarten der Verfasserin ist dieser Zirkelschluss allerdings nicht weiter vertiefenswert. Mann lerne vielmehr: Die Undercover-Lesben sind die besseren Lesben. “Frauenauthentisch” bedeuted offenbar, dass Frauen zeitweilig sich von Männern besamen lassen, der Kinder wegen, natürlich muss den Männern gegenüber die sexuelle Orientierung verheimlicht werden, damit diese nicht auf den Gedanken kommen, sie hätten es einer Lesbe einmal ’so richtig besorgt’, denn die weibliche Machtposition darf auf keinen Fall abhanden kommen, und im übrigen frauenbündlerische geheime gleichgeschlechtliche Beziehungen pflegen sollen.

Und wer jetzt noch Zweifel hat,

Meine Zweifel haben mittlerweile gigantische Ausmaße angenommen!

stelle sich das Szenario (das mit der Liebe, dem Sex und der Frauengemeinschaft

Ist mit Frauengemeinschaft die Katholische Frauengemeinschaft Deutschlands gemeint?

und (…) Nichtmonogamie…) mal mit allen krassen Frauen vor,

Ich bin mittlerweile so weit, dass ich mir gar nichts mehr mit Frauen vorstellen will!

die gerade so durch die Medienlandschaften geistern, Stars wie: Angelina Jolie, Heidi Klumm, Miley Cyrus, Rihanna, Cybill Shepard, Amy Winehouse, Iris Berben, Catherine Deneuve, Beyoncé …(Die Auswahl/Reihenfolge ist rein zufällig gewählt und endlos fortzuführen…)

Bitte nicht! Aufhören! Erbarmen! Aufhören!

Oder auch mit Diven aus vergangenen Zeiten wie: Marlene Dietrich, Ava Gardner, Joan Crawford, Greta Garbo, Marilyn Monroe, Rita Hayworth, Anita Berber, Josephine Baker, … übrigens, die meisten von ihnen (die älteren Diven) hatten zumindest lesbische Affairen. Waren sie authentischer(=ehrlicher mit sich selbst und mehr am Frausein dran) als die heutige Frauengeneration…???

Ich weiß nicht, woran die heutige Frauengeneration dran ist, allerdings weiß ich, dass die Verfasserin arm dran ist.

Der Moderator der Aktuellen Stunde hat also seine Kollegin eine dusselige Kuh geheißen. Dass ich der Verfasserin des Textes auf dem Blog Feminine Lesbians ebenfalls den Titel ‘dusselige Kuh’ beilege, mag als sehr vorsichtige Umschreibung der Tatsache verstanden werden, dass ich sie für schwer gestört halte.

Related posts


Filed under: Miscellaneous

Trackback Uri



Leave a Comment



Subscribe without commenting