In Großbritannien gibt es mal wieder durch die Rechtspresse geschürte Aufregung.
Die größte englische Adoptionsvermittlungsagentur, The British Association for Adoption and Fostering (BAAF), hat in einer ihrer Broschüren geschrieben, schwule Menschen, die Kinder adoptieren wollen, sollten sich nicht zu große Sorgen wegen der zurückgebliebenen Homophoben machen:
Children need good parents much more than retarded homophobes need an excuse to whinge, so don’t let your worries about society’s reaction hinder your desire and ability to give a child a loving caring home.
Das brachte zunächst behinderte Menschen auf die Palme. Verständlicherweise, denn wer möchte schon in die Nähe Homophober gerückt werden?
Aber auch die Homophoben, vertreten durch die rechten Schmierblätter, randalieren ob dieser Bezeichnung. Die Daily Mail bezeichnete die BAAF gar als “adoption Nazis“.
Und die Christenvereine fühlen sich gleich wieder verfolgt:
Mike Judge, of the Christian Institute thinktank, commented: “Christians are tired of being marginalised.”
Während ich das entsetzen behinderter Menschen und ihrer Interessenvertreter über die gewählte Formulierung ohne weiteres nachvollziehen kann, ist ’bei den anderen’ das empört spielen, in Deutschland wäre es nicht anders, nur möglich, weil man den fraglichen Text nicht genau lesen will. Es wird dort nämlich nicht behaupt, dass alle Homophoben zurückgeblieben sind, sondern dass es zurückgebliebene Homophobe gibt. Aber jeder zieht bekanntlich den Schuh an, der ihm passt.
Related posts
Filed under: Miscellaneous
Trackback Uri



Commentaries