Im Zusammenhang mit dem in Marburg geplanten Schwulenheilerkongress fordert der/die/das LSU, den Anbietern von Homosexuellenheilungsseminaren “keine weitere mediale Plattform zuteil werden zu lassen”.
Warum? Wer hat da was zu verbergen?
Ein Blick in die Schwulenheilerunterstützerliste auf medrum.de offenbart erstaunliches.
Zunächst ein Exkurs:
Bei dem (parteiähnlichen) Verein ‘pro Köln’ handelt es sich, Innenministerium NRW und Oberverwaltungsgericht Münster bestätigen diese Einschätzung, um eine Gruppierung, die sich gegen die freiheitliche demokratische Grundordnung richtet und das Ziel verfolgt, Schutzgüter der freiheitlichen demokratischen Grundordnung zu beseitigen oder außer Geltung zu setzen. In den auf Flugblättern verbreiteten Äußerungen von pro Köln sind durchweg Bekundungen enthalten, die im Hinblick auf die im Grundgesetz konkretisierten Menschenrechte, insbesondere die Menschenwürde und das Diskriminierungsverbot, den Verdacht einer verfassungswidrigen Bestrebungen begründen. Die uneingeschränkten, nicht relativierten Aussagen lassen nur den Schluss zu, dass ‘pro Köln’ Ausländer generell sowie Personen bestimmter Volks- oder Religionsgruppen bewusst als unerwünschte, nicht integrierbare Menschen zweiter Klasse darstellt und in der Bevölkerung Ablehnung und Hass gegenüber diesen Personen schürt. Aktuelle Anhaltspunkte für den Verdacht rechtsextremistischer Bestrebungen finden sich in Aussagen und Publikationen von ‘pro Köln’. Der Vorsitzende von pro Köln, Beisicht, legte in einem Interview mit einer Wochenzeitung die Taktik von pro Köln offen, als er erklärte, man komme zwar in dem Gewand daher, verstehe sich aber nicht als bloße Bürgerinitiative gegen den Moscheebau, sondern als ein rechtes Parteiprojekt. Die gleiche Stoßrichtung verdeutlicht ein inzwischen zu pro Köln übergetretener Stadtbezirksverordneter in einem Interview mit ‘Nation & Europa’, einer Zeitschrift, die als ältestes rechtsextremistisches Theorie- und Strategieorgan gilt. Man könne, heißt es dort, „mit den Medien geschickt spielen und Stimmungen in den Stadtteilen aufgreifen und kanalisieren“. Dabei erhalten die ‘pro’-Gruppen nicht nur Unterstützung aus dem traditionell rechtsextremistischen Lager, sondern können auch in weitere Wählerkreise eindringen, wie die Wählerverteilung der letzten Kommunalwahl in Köln zeigt.
Regina Wilden, für ‘pro Köln’ Mitglied im Rat der Stadt Köln, hat ihren Namen auf die Schwulenheilerunterstützungsliste gesetzt.
Wilden ist auch Autorin auf der Nazi-Plattform kreuz.net. Im Jahr 2005 hat das Amtsgericht Köln es unbeanstandet gelassen, Wilden als Nazi zu bezeichnen.
Nun darf Wilden ihren Namen schreiben, wohin sie will. Höchst erstaunlich ist allerdings, dass mehrere Dutzend andere Personen, darunter durchaus bekannte Namen, keine Bedenken haben, sich mit Verfassungsfeinden in ein Boot zu setzen.
Offenbar ist Schwulenheilung wichtiger als der Schutz unserer freiheitlich-demokratischen Grundordnung. Ist der Marburger Kongress womöglich nicht nur ein Treffen der Schwulenheiler, sondern auch der Rechtsextremisten?
Neben der rechtsextremen Wilden haben auch mehrere CDU- und CSU-Funktionäre, manche in offizieller Eigenschaft, ihren Namen auf die Unterstützerliste gesetzt, zum Beispiel:
Vor diesem Hintergrund überrascht es nicht mehr, dass sich Menschen mit der Vision, das Leben schwuler Menschen auszulöschen, auf der Homepage der CDU tagelang ungehindert austoben können.
Alexander Schart, Landesvorsitzender der Lesben und Schwulen in der Union (LSU) Hessen, meint in einer Presseerklärung:
Die CDU hatte dem Marburger Stadtrat ein Papier vorgelegt, indem sie darauf verwies, dass die Veranstalter des Kongresses “öffentlich versichern, Homosexualität nicht als Krankheit anzusehen und dementsprechend auch keine „Heilbehandlung“ und keine Konversionstherapien vornehmen.” “Die CDU bekennt sich damit zu den Rechten von Lesben und Schwulen auf freie Entfaltung und besteht darauf, dass Homosexualität nicht als krankhaft dargestellt wird” erklärt Schart.
Das Papier würde ich gerne mal sehen. Wie verträgt sich dieses beschwichtigende Ablenkungsmanöver damit, dass der Marburger CDU-Stadtverordnetenversammlungsfraktionsvorsitzende Philipp Stompfe gemeinsam mit Nazis ein Pamphlet unterschreiben hat, in dem es heißt,
Es gibt aber Menschen, die unter ihrer sexuellen Orientierung leiden und therapeutische Hilfe suchen. Wie wissenschaftliche Untersuchungen zeigen birgt praktizierte Homosexualität ein erhebliches gesundheitliches und psychisches Risiko. Dazu zählen überdurchschnittliche Anfälligkeit für AIDS, Geschlechtskrankheiten, Depression, Ängste, Substanzenmissbrauch (Alkohol-, Medikamente und Drogen) und Suizidgefährdung. Das müsste Grund genug sein, jenen, die sich kritisch mit Fragen homosexueller Lebensweisen befassen wollen oder therapeutische Hilfe suchen, diese Möglichkeit auch anzubieten.
[...]
International ausgewiesene Wissenschaftler und klinische Therapeuten (u. a. Prof. Dr. Robert Spitzer, Columbia Universität, und die in der Organisation NARTH vertretenen Therapeuten) bezeugen mit ihrer Arbeit, dass Veränderung einer homosexuellen Neigung möglich ist.
und so Dinge in die Welt setzt, die nachweislich unwahr sind?
Die Herren des/der LSU wissen traditionell nicht, wovon sie reden und sollten sich vielleicht einmal intensiv mit der Partei vertraut machen, deren Sache sie durch Beitragszahlungen und irreführende Presseerklärungen unterstützen.
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