23 Apr 09

Sie reißen nicht ab, die Horrormeldungen aus dem Irak. Seit ein paar Wochen vergeht kaum ein Tag, in dem in englischsprachige Medien, Blogs und Internetforen nicht über Gewalttaten gegen schwule Männer berichtet wird. Mit Tränen in den Augen lese dich die Schilderungen der entsetzlichen Foltermethoden, die an schwulen Männern angewendet werden.

Ich weiß nicht, ob alle Berichte stimmen. Jedoch sieht es danach aus, als würde im Irak systematisch, ja pogromartig, die Ausrottung schwuler Männer betrieben. Die berichteten Geschehnisse passen zu den Äußerungen einiger Moslemführer, die die Ermordung schwuler Männer gefordert haben, uns zwar in der grausamst möglichen Weise.

Die deutschen Medien, und ihnen folgend die deutsche Öffentlichkeit, nehmen, im Abwrackprämiendelirium, von den Ereignissen keine Notiz.

Viel tun können wir nicht. Aber vielleicht mag sich der ein oder andere  sich ein paar Minuten Zeit nehmen und der Bundesregierung einige Zeilen schreiben. Vielleicht wie folgt:

Herrn Bundesminister des Auswärtigen
Frank-Walter Steinmeier
Auswärtiges Amt

11013 Berlin

Sehr geehrter Herr Minister,

seit mehreren Wochen häufen sich Meldungen in englischsprachigen Medien, in denen über über die Verfolgung, Folterung und Hinrichtung schwuler Männer im Irak durch oder unter Mitwirkung beziehungsweise Billigung staatlicher Stellen berichtet wird. Offensichtlich sind schwule Männer, die in die Hände irakischer Milizen gelangen, unvorstellbar grausamen Misshandlungen ausgesetzt. International Gay and Lesbian Human Rights Commission (IGLHRC), New York, berichtet unter Bezugnahme auf die in den Vereinigten Arabischen Emiraten ansässigen Mediengruppe Alarabiya (http://iglhrc.wordpress.com/2009/04/20/iraq-torture-cruel-inhuman-and-degrading-treatment-of-lgbt-people/):

A prominent Iraqi human rights activist says that Iraqi militia have deployed a painful form of torture against homosexuals by closing their anuses using “Iranian gum.” … Yina Mohammad told Alarabiya.net that, “Iraqi militias have deployed an unprecedented form of torture against homosexuals by using a very strong glue that will close their anus.”

According to her, the new substance “is known as the American hum, which is an Iranian-manufactured glue that if applied to the skin, sticks to it and can only be removed by surgery. After they glue the anuses of homosexuals, they give them a drink that causes diarrhea. Since the anus is closed, the diarrhea causes death. Videos of this form of torture are being distributed on mobile cellphones in Iraq.”

IGLHRC geht davon aus, dass diese Welle der Gewalt, allein aus Bagdad wird von mehr als 60 Folterungen berichtet, gegen schwule Männer auf die Mordaufrufe mehrerer religiöser Führer der Sunniten und Schiiten zurückzuführen ist.

Amnesty international und IGLHRC haben sich bereits an die irakische Regierung gewandt mit der Bitte, der Gewalt gegen schwule Männer ein Ende zu bereiten. Die dortige Regierung hat bisher nicht reagiert.

Auf folgende, meiner Einschätzung nach glaubwürdige Darstellungen im Internet möchte ich Sie aufmerksam machen:

http://madikazemi.blogspot.com/2009/04/millibands-fco-joins-smiths-home-office.html

http://news.bbc.co.uk/1/hi/uk/8005482.stm

http://madikazemi.blogspot.com/2009/04/iraqi-gay-murders-surge-world-finally.html

Ich bitte Sie dringend, sich mit allen diplomatischen Mitteln dafür einzusetzen, dass das Verfolgen und Foltern schwuler Männer im Irak sofort beendet wird.

Mit freundlichen Grüßen

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