20 Apr 09

Von meinem Büro, in einem der hässlichsten Bürohochhäuser Kölns, aus kann ich den Rhein sehen. Stromabwärts, über die Zoobrücke hinweg nach Mülheim hinüber. Wenn das Wetter es erlaubt, nutze ich meine Mittagspause und gehe ans Rheinufer. So auch heute. Die Sonne hat das fiese Wetter der letzten Tage vertrieben und ich habe mich, wie so oft, an die Böschung gesetzt. Machmal mache ich die Augen zu und träume, ich säße an der Thames. *seufz* Man kann nicht alles haben.

Manche Männer haben allerdings zuviel. Es ist wohl ein ungeschriebenes Gesetz, dass sich, sobald ein paar Sonnenstrahlen die Luft erwärmen, diejenigen, die es sich am wenigsten erlauben können, als erste sich die Klamotten vom Leib reißen. Ein schimpasenähnlich behaarter Männerrücken sieht unappetitlich aus. Da kann man mit Enthaarungscreme dran gehen, oder mit scharfen Messerchen.

Und wer sich oben mehr hineinsteckt als unten herauskommt, dem sollte klar sein, dass das zuviel Hineingesteckte sich ausbreitet. Und zwar zwischen Schwanz und Rippen. Das sieht nicht schön aus. Wer seinen Schwanz nicht sieht, wenn er an sich hinabblickt, sollte nicht darüber klagen, einen zu kleinen Schwanz zu haben, sondern etwas für seine Figur tun. Faustregel: Wenn bei der Hosengröße hinter dem W eine größere Zahl als hinter dem L steht, dann stimmt da etwas nicht. Dann besteht Handlungsbedarf. Entweder Gym oder stabile Hemden, die alles zusammenhalten und am Rheinufer anbehalten werden – jedenfalls solange ich in Sichweite bin!

Beine! Kreidebleiche Beine wie die vom Touristenführer in der Dechenhöhle sind ein Problem. Da kann man oft nichts dran machen; unter meinem Schreibtisch scheint auch nicht die Sonne. Aber gegen schwarze Haare an blassen, muskellosen Beinen -  da kann man etwas gegen machen: Ab damit, oder ne lange Hose an! Ich will meine Rheinuferspaziergänge genießen und nicht durch falsch verstandenen Körperkult erschreckt werden.

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