16 Apr 09

Kurt J. Heinz versucht sich auch an dem in Marburg geplanten Schwulenheilerkongress.

Wer ist Kurt J. Heinz?

Es selbst nennt sich christlicher Publizist. Ich nenne ihn schludrig arbeitenden,  seelenlosen Schreiberling, der nicht einmal davor zurückschreckt, auf der katholischen Hassseite kreuz.net zu veröffentlichen. Kurt J. Heinz, bisher noch nie als Kämpfer für die Freiheit aufgefallen, versucht sich nun als Freiheitskämper. ‘Freiheit den Schwulenheilern’, das ist seine Devise.

Zu seinen sich weit verlaufenden Ausführungen

Geht ein Kongress auf Distanz zur Freiheit?

wäre nicht mehr zu schreiben, als ein Hinweis auf das schon Martin Böcker erwiderte. Jedoch erdreistet sich Kurt J. Heinz Voltaire vor seinen Karren zu spannen:

Voltaire sagte einst: “Ich missbillige, was du sagst, aber bis in den Tod werde ich dein Recht verteidigen es zu sagen.” Muß man diese Maxime den Grünen, der Schwulenbewegung oder gar der APS in Erinnerung rufen? Gilt sie nicht gerade in ganz besonderer Weise für den wissenschaftlichen Diskurs, zu dem sich die Teilnehmer eine Kongresses in Marburg verabredet haben?

Das ist wieder so ein billiger Trick, Schwulenhasser und Schwulenheiler salonfähig zu machen.

Ein Gedankenexperiment:

Nehmen wir an, ich, Träger eines in der Bibel erwähnten Names, würde auf den Gedanken kommen, alle Menschen die Kurt heißen, müssten ihrer Menschenwürde und -rechte beraubt werde. Begründung: Der Name Kurt (auch nicht in den Langformen Kunibert und Konrad) werde in der Bibel nicht erwähnt. Deshalb seien alle Träger des Names unchristlich und haben keine Würde; auch ein weiterer Vorname helfe nicht. Mehr brauchte ich als Grund nicht, den Schwulerheilern genügt auch primitivstes Gedankengut und ein Hinweis auf die Bibel.

Ich scharre ein paar Anhänger um mich, das ist nicht schwer. Christival und Bushido-Konzerte beweisen, dass sich die meisten Menschen dort zusammenfinden, wo Hass geschürt wird, und bringe unter Vorspiegelung falscher Tatsachen Stadt und Universität Marburg dazu, mir Räume zur Verfügung zu stellen. Dort hetze ich erstmal gegen alle Kurts und Kurtis, erkläre, was das doch für furchtbare Menschen sind, biete eine Statistik, wonach Kurts und Kurtis häufiger krank sind als andere, eine geringere Lebenserwartung haben und überdurchschnittlich oft Straftaten begehen, um dann, ich bin ja ganz Christ, eine Heilung für alle Kurts und Kurtis dieser Welt anzubieten. Wie die aussehen könnte, lassen wir dahingestellt; ich würde rechtzeitig bei Vonholdt, Gerlach & Co ein identitätsvernichtendes Heilungskonzept in Auftrag geben (nach der Methode van Aardweg oder ähnlich). Dass es in Folge der Heilung zu Suiziden der zu Heilenden kommen könnte, wäre angesichts des großen Ziels der Artreinhaltung der Menschheit in Kauf zu nehmen. Eventuellen Kritikern würde ich entgegenhalten, dass alles nach streng wissenschaftlichen Methoden abläuft, Kurts und Kurtis massenhaft bei mir um Heilung nachsuchen würden und Professor Spitzelmann in den USA großartige Kurtheilungserfolge in seinen umfassenden Studien nachgewiesen habe. (Das Professor Spitzelmann ausführlich dargelegte, dass er genau diese Heilungserfolge nicht erzielte, müsste ich ja nicht verraten. Bezirzte ihn die Vonholdt, würde ohnehin kein Kurt merken, dass alles Lug und Betrug ist.)

Und ich würde zugerne sehen, ob dann Kurt J. Heinz auch mit Voltaire unter’m Arm angelaufen kommen und dafür kämpfen würde, dass man dieses doch alles wissenschaftlichen diskutieren dürfen müsse. In Marburg, in der Universität.

Es könnte aber auch sein, um den Bereich des Gedankenexperiments zu verlassen, dass Kurt J. Heinz aus einem anderen Grund nicht mit den Texten von Voltaire unter’m Arm herumläuft. Voltaire sage nämlich nicht, auch nicht einst, “ich missbillige, was du sagst, aber bis in den Tod werde ich dein Recht verteidigen es zu sagen”. Evelyn Beatrix Hall war es, die es im Jahr 1906  schrieb (“I disapprove of what you say, but I will defend to the death your right to say it.”). Das wiederum zeigt, dass Kurt J. Heinz weder von Homosexualität, noch von Voltaire auch nur die geringste Ahnung hat, sondern einfach nur nachplappert, was andere ihm vorbeten.

Und da ich mich nun schon in ekelhafte Gesellschaft begeben habe, halte ich noch einen Augenblick länger durch: Gaby Kuby und der römisch-katholische Bischof Andreas Laun biegen sich mit dem Aktionskreis Fulda der Aktion Schwulenheilung Leben eV die Welt zurecht.

Bestens qualifizierte klinische Therapeuten (u. a. Prof. Dr. Robert Spitzer, Columbia Universität, und die in der Organisation NARTH vertretenen Therapeuten) bezeugen mit ihrer Arbeit, dass Veränderung einer homosexuellen Neigung möglich ist,

schreiben sie in ihrem Kampfaufruf für den Schwulenheilerkongress. Sie lügen! Denn erstens hat die NARTH keine qualifizierten Therapeuten und zweitens legte Robert Spitzer bereits mehrfach ausführlich dar, dass seine Forschungsarbeiten gerade nicht als Beweis für eine Veränderbarkeit homosexueller Neigungen herangezogen werden können. Warum sollte Homosexualität auch verändert werden? Nur weil ein paar von Homophobie geplagte Menschen es so wollen?

Wie immer, stehen die Schwulenheiler und ihre Claquere ohne Hemd da, und es bleibt ihnen nichts, als von der Freiheit des Wahnsinns, von der Freiheit des Psychoterrors zu faseln. Das Wohl der Menschen interessiert sie nicht.

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  1. [...] so begann ich im April 2009 einen Post über christliche Schwulenheiler und ihre Claquere. Seitdem grollt mir Kurt J. Heinz. Heinz ist nicht der gleichnamige Ketchup, sondern der Betreiber des Portals Medrum. Dieses widerum gibt er als Christliches Informationsforum aus.  Am vorvergangenen Wochenende scheint er, getreu dem biblischen Motto, die Rache ist mein, spricht Kurt der Heinz, nun Mittel und Wege gefunden zu haben, fundamentalchristliche Rache zu nehmen. [...]



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