Nachdem der LSVD an den in den Räumen von Stadt und Universität Marburg durch die von der den Evangelikalen nahestehenden Akademie für Psychotherapie und Seelsorge e. V. (APS) unter Beteiligung namhafter Evangelikaler und sogenannter Ex-Gays geplanten Umpolungsseminaren Kritik geübt hat, liegt nun eine erste Reaktion der Akademie vor. Es ist die übliche, schon aus Graz und von dem Bremer Christival bekannte Verteidigungslinie, verkündet durch den APS-Vorsitzenden, Martin Grabe (Oberursel bei Frankfurt am Main), Chefarzt an der Fachklinik Hohe Mark .
Erstens wird behauptet, es gäbe keine Umpolungsseminare:
„Der Vorwurf in Bezug auf ‚Umpolungsseminare’ geht völlig ins Leere.“
Zweitens ist die Meinungsäußerung schwuler Menschen immer gleichzeitig eine Beschränkung der Meinungsfreiheit von Christen. Deshalb ist schwulen Menschen die Meinungsäußerung zu verbieten:
Die Kritik vereinzelter Lesben und Schwuler an diesen Referenten verurteilte Grabe als Versuch, die Meinungsfreiheit einzuschränken.
Drittens, wie oben zu lesen, ist Kritik an Schwulenheilern immer nur eine Einzelmeinung.
Viertens versuchen schwule Menschen ehrbare Referenten zu diskreditieren:
Den Kritikern gehe es offenbar darum, diese Referenten zu diskreditieren.
Dabei wird übersehen, dass mit der Zurschaustellung von unausgereiften Menschen, wie der Vonholdt und dem Hoffmann, die gesamte Veranstaltung in Misskredit gerät.
Grabe gehört übrigens selbst zu den Schwulenheilern. Denn: Zunächst verkündete er,
„Auf dem Kongress spielt das Thema Homosexualität inhaltlich keine Rolle“,
um dann mit Folgendem herauszurücken:
Als Veranstalter stehe die APS für Meinungsvielfalt, so Grabe. Der Kongress bilde weitgehend das Spektrum der kirchlichen Diskussion ab. Man werde sich mit allen Facetten der menschlichen Identität beschäftigen.
Das macht nur Sinn, wenn man Homosexualität nicht als (Facette der) menschliche Identität sieht, sondern als Perversion, als Fehlentwicklung, die es zu heilen, zu beseitigen gilt.
Weiteres zu dem geplanten Seminar:
Das Netzwerk der Evangelikalen
Das rote Tuch auf GayWest
Therapeuten erzürnen Homosexuelle in der Frankfurter Rundschau
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