Kanadische Forscher haben im Rahmen einer Befragung von 34 Männern, die Sex mit Männern haben,
34 Männer! Der geneigte Leser mag sich vorstellen, wie ich gröhlend unter’m Tische liege, und diese Zahl beim weiteren Studium dieses Posts in Erinnerung behalten.
jetzt untersucht, welche verbalen und nonverbalen Mitteilungen und welche stillschweigenden Annahmen rund um ungeschützten Analverkehr eine Rolle spielen.
Den Forschern zu Folge gibt es in den sozialen Netzwerken Regeln, von denen zumindest die HIV-positiven Angehörigen annehmen, dass sie jeder kennt. So wird ungeschützter Sex den HIV-infizierten Befragten zu Folge nur dann vermieden, wenn einer der Partner den ausdrücklichen Wunsch äußert, sich schützen zu wollen. Die Regel über die keiner spricht, beruht in diesem Fall auf der Annahme, dass jeder der nicht ausdrücklich darauf hinweist, dass er HIV-negativ ist, HIV-positiv sein kann. Nach Ansicht der HIV-Patienten, die an der Befragung teilnahmen, sollte ein HIV-negativer Partner im eigenen Interesse für seinen Schutz sorgen und kann nicht darauf vertrauen, dass HIV-Infizierte ihn schützen. Doch oftmals kennen die HIV-negativen Männer diese Regel nicht und erwarten, dass mit dem HI-Virus infizierte Partner auf ihren HIV-Status hinweisen.
Das will man also aus der Befragung von 34 Männern herausgelesen haben? Sorry, ich liege schon wieder unter’m Tisch. So etwas nennt sich Studie, solche Heinis nennen sich Forscher! Das ganze auf einer Seite von GlaxoSmithKline GmbH & Co. KG, vertreten durch die GlaxoSmithKline Verwaltungs GmbH, Luxemburg, zu lesen, macht es nicht besser.
Und ob den Forschern nebest Claqueren von GlaxoSonstWas aufgefallen ist, welchen Umkehrschluss sie mit der folgenden Aussage implizieren?
Wie andere Studien zuvor, ergab auch diese Studie, dass eine Mehrzahl der HIV-positiven Männer ihre Partner nicht mit dem HI-Virus infizieren wollen.
Ich fürchte, ja. Sie haben absichtlich so formuliert, um HIVpostive Männer nach wie vor als Bedrohung hinzustellen!
Warum wird eigentlich für solche Studien Geld ausgegeben? Was soll nachgewiesen und was bewiesen werden? Welche Schlüsse sollen daraus gezogen werden? Warum wird das Geld nicht besser zum Beispiel dafür verwendet, den Unterschied zwischen Infektion und Infektiosität zu erklären?
Wenn aber nun schon 34 Männer dafür herhalten müssen, darzulegen, dass, je nach Interpretation, HIVpostive oder HIVnegative Menschen entweder dumm oder verantwortungslos sind, erlaube ich mir, am Beispiel zweier Männer einen Anhaltspunkt dafür zu liefern, das GlaxoDingsBums Unsinn verbreitet. Aus einem GayRomeo-Chat von neulich:
Nach kurzem kennenlernen:
- 5. L. 06. Mar. 2009 – 21:41
Okay. Und was suchst du so? - 6. StM 06. Mar. 2009 – 21:42 Haha, Das weißt Du doch. Jemanden, der mit [...] was anfangen kann!
- 7. L. 06. Mar. 2009 – 21:45 Ich würde mich ja anbieten
Gern auch mit FF - 8. StM 06. Mar. 2009 – 21:46 Und da wären wir wieder bei unserem Zeitproblem
- 9. L. 06. Mar. 2009 – 21:48 Das ist ja eher DEIN Problem
Was heisst eigentlich bei dir “Safer Sex: Keine Angabe”? - 10. StM 06. Mar. 2009 – 21:50 Das heißt, dass mir das, was gr unter safer sex versteht, nicht gefällt. Beim Fisten zB hilft ein Kondom wenig.
- 11. L. 06. Mar. 2009 – 21:51 Das stimmt. Da heisst “Safer Sex” eigentlich Handschuhe
- 12. StM 06. Mar. 2009 – 21:53 Genau. Und das nötige Geschick.
Nach sieben Minuten waren wir bei den wichtigen Fragen!
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