3 Mar 09

Die dunkle Qualmwolke, die ein Großbrand auf dem Gelände einer Kölner Brauerei heute Morgen über die Stadt ziehen ließ, kündigte wie ein Fanal das drohende Unheil an:  In Köln ist heute gegen 14 Uhr das im Jahr 1971 errichtete Gebäude des Stadtarchivs  eingestürzt. Die Trümmer sind teilweise in eine Baugrube für die Nord-Süd-Stadtbahn gerutscht. Die ersten Meldungen von bis zu 30 Todesopfern scheinen sich glücklicherweise nicht zu bewahrheiten.

Wahr ist aber, dass das historische Archiv der Stadt Köln zu den bedeutendsten Kommunalarchiven Europas gehört. Unter den Archivalen befinden sich über 65000 Urkunden ab dem Jahr 922, 26 Regalkilometer Akten, 104000 Karten und Pläne und 50000 Plakate, 800 Nachlässe (darunter der von Heinrich Böll) und Sammlungen.

Befinden? Befanden! Ein erheblicher Teil der über 1000jährigen Stadtgeschichte liegt unter einem Schuttberg begraben in einem halbfertigen U-Bahn-Tunnel, der mit Wasser zuläuft, und dürfte damit vernichtet oder schwer beschädigt sein.

Die Stadt Köln dürfte einen massiven Gedächtnisverlust zu beklagen haben. Dafür bekommt sie aber eine schöne neue U-Bahn…

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  1. [...] Heute vor einem Jahr ist das Gebäude des historischen Archivs der Stadt Köln eingestürzt. Eingestürzt? Nun, es ist nicht einfach so eingestürzt. Unfähigkeit und kriminelle Energie der für den Bau der Kölner Nord-Süd-Stadtbahn Verantwortlichen haben diesen Einsturz herbeigeführt, der nicht nur die Kölner Geschichte im schlamm versinken ließ, sondern, schlimmer noch, zwei Menschen das Leben kostete. [...]



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