Cameron Carpenter, nach Charles-Marie WIDOR’s Terminologie ist er der Wildling eines Organisten, in einem Kommentar wurde es schon erwähnt, macht in diesem Jahr eine Europa-Tournee, naja, eher ein Tourneechen, um ein wenig für sein Debüt-Album zu werben.
Auf der Homepage von Cameron Carpenter werden die Termine zum Teil widersprüchlich angegeben. Hier das, was mir halbwegs gesichert erscheint:
26.06.2009 (20 Uhr): Cathédrale de Lausanne, Lausanne, Schweiz
28.06.2009: St. Johann, Saarbrücken, Deutschland
07.2009: Mönchengladbach, Deutschland
12.07.2009 (16.30 Uhr): Wallfahrtsbasilika, Kevelaer, Deutschland
14.07.2009: Sankt Vinzenz, Menden, Deutschland
16.07.2009: Notre-Dame des Neiges Alpe d’Huez, Frankreich
Die Orgelwelt ist natürlich bereits in heller Aufregung und die kirchliche wird es bald sein, wenn den Kirchenoberen klar wird, wen sie da in ihren Kirchen hören werden.
Zwar erlaubt sich im Orgelforum niemand, Carpenter als schwul zu ‘outen’, aber halbseiden tuntig sei er ja schon, meint Epicureus:
Mir ist es auch letztlich egal, ob er semitransparente Outfits trägt, die man eher auf einer Schwulen-Parade oder einer halbseidenen Strandbar vermuten würde – auch da will ich mich nicht zum Richter aufspielen.
Was macht Carpenter bloß in Kevelaer, falls dort der Video-Beamer ausfiele? Ohne eine visuelle Übertragung seiner ans Manische grenzenden Fisimatenten scheint er doch gar nicht (über)lebensfähig zu sein. Wer sollte dann seine Ballettschühchen und seine semitransparenten weißen Tunten-Outfits bewundern können?
Dieser Post bekommt übrigens entgegen üblicher Gewohnheit nicht den Tag ‘Homophobie’, denn Epicureus ist im Allgemeinen ein ganz vernünftiger Zeitgenosse:
Dann verlange ich aber auch, dass meine Toleranz gegenüber den Kirchen im allgemeinen auf Gegenseitigkeit beruht. Es geht ja wohl nicht an, dass ein großer Religionsführer wie der Papst zum wiederholten Male gegen Homosexuelle agitiert!
Wenn er etwas dagegen hat, kann er sich meinetwegen an seinen eigenen Schäfchen und Klerikern dahingehend abarbeiten – es ist aber Unrecht, öffentlich zu sprechen, Parlamentarier zu beeinflussen oder demokratisch gewählte Regierungen (wie etwa die Sozialisten in Spanien) zu diffamieren.
Die christlichen Kirchen, insbesondere die katholische, sollten bedenken, dass es ja auch sie sind, die von der Demokratie in Europa und anderswo profitieren. Gäbe es keine Demokratie und keinen “ach so bösen” Pluralismus, dann würden die Kirchen auch nicht dort stehen, wo sie heute stehen.
Insofern ist alles kirchliches Gejammer über die Verderbtheit der atheistischen Umwelt ein Jammern auf hohem Niveau. Wenn die Kirchen die Menschen nicht von sich aus zum Glauben an Gott überzeugen können, dann machen sie etwas falsch – und nicht der “diabolische liberalistische Zeitgeist”!
Ein[e] friedliche Koexistenz zwischen Gläubigen und Atheisten ist nur dann möglich, wenn die Kirchen sich nicht ständig ungefragt in gesellschaftliche Prozesse einmischen.
So, nun aber zurück zu Carpenter. Ist der kleine Cameron denn nun schwul oder nicht, oder wie oder was. Auf seiner Homopage erfährt der neugierige Blogger:
Though he is proudly and profoundly queer, Carpenter finds the term ['gay', StM] too parochial for him. “While my first love was a boy and I’ve had numerous male lovers, I also love women,” he says. “I’ve shown extreme equitability in the genders, and also had gender confusion of my own.” He prefers to describe his sexuality as “radically inclusive,” an expression that echoes Middle Collegiate’s philosophy. “It’s the most diverse [congregation] you’ll ever see – straight, gay, and transgendered, from all financial walks of life, of every ethnic and age group,” Carpenter says.
Parochial!? So ein kleines Arschloch. Aber wenigstens:
He wasn’t, and still isn’t, religious.
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