MSM ist eine Abkürzung, die für Männer, die Sex mit Männern haben, steht. Die Weltgesundheitsorganisation hat dieses Bezeichnung vor Jahren eingeführt, weil sie erkannt hat, dass nicht jeder Mann, der Sex mit Männern hat, als schwul oder homosexuell angesprochen werden möchte.
Ich habe in der Vergangenheit die Begriffe schwul, homosexuell und MSM verwendet und dabei hatte ich dem Begriff MSM durchaus eine neutrale bis positive Konnotation beigegeben.
Mittlerweile hadere ich mit dem Begriff MSM und den MSM, also den Männern, die Sex mit Männern haben, und sich gegen die Bezeichnungen schwul oder homosexuell wehren.
Ich sehe sehr wohl, dass es Regionen auf unserem Planeten gibt, in denen Mann sich besser nicht als schwul oder homosexuell outet, wenn Mann sich nicht den Gewaltexessen der lieben Mitmenschen hingeben möchte. Wenn es denn hilft, diese Männer in der Gesundheitsvorsorge, in der STI-Prävention zu erreichen, mag man sich auf diesen technischen Begriff MSM zurückziehen.
Nachvollziehen kann ich auch, dass Jungs, die merken, dass sie auf Jungs stehen, angesichts der möglicherweise ungünstigen Situation im Elternhaus, im ‘Freundes’kreis oder in der Schule, eher vorsichtig sind, sich als schwul zu bezeichnen. Hier mag MSM als Umschreibung ebenfalls nützlich sein.
Mein zunehmendes Missfallen rührt zum einen daher, dass der Begriff MSM uneinheitlich verwendet wird und durch eine sprachliche Vermischung von schwul, homosexuell und MSM das Tun und Treiben der MSM, die nicht zu ihrem Sexualverhalten stehen, den offen schwulen Menschen zugerechnet wird. Zu beobachten ist dieser Umstand zum Beispiel in den Veröffentlichungen des RKI (mit einer erfreulichen Tendenz zu besserer sprachlicher Genauigkeit) und – in fahrlässiger Weise – in dem Gesamtbericht “Wie leben schwule Männer heute? - Lebensstile, Szene, Sex, AIDS 2007″ zur 8. Wiederholungsbefragung “Schwule Männer und AIDS” des Wissenschaftszentrums Berlin für Sozialforschung im Auftrag der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung.
Zum anderen habe ich der neutralen Bezeichnung MSM auch eine Art Schutzfunktion – über die oben genannten Beispiele hinaus – beigemessen. Aber wen schützt der Begriff MSM eigentlich hier in der westlichen Hemisphäre?
Hello an das notgeile Volk, ich grüße euch
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werde höchst wahrscheinlich morgen von Vormittag an bis Mittag im Kino sein & darauf warten daß mir einer seinen Schwanz zum blasen hinhält!!!
Meine Bedingungen sind:
- Gesundheit
- Sauberkeit
- ordentlicher Penis
- akzeptables ÄußeresBin selber 23 Jahre alt, eigentlich hetero & eher der südländische Typ.
Ab & zu blase ich halt gerne & hab bisher auch immer Komplimente für meine Fähigkeit geerntet.
Allerdings achte ich extrem darauf, wen ich gerade abblase. Also wenn ihr die Voraussetungen nicht erfüllt, dann vergesst es.
Am meisten hasse ich es,wenn einer übel riecht! PFUI DEIVEL!
Wenn ihr aber meint ihr seid das was ich suche, dann haltet morgen Ausschau nach nem modischem jungen Mann, stellt euch neben mich & holt den Schwanz raus,
WENN er mir gefällt, dann blas ich dich schön genüßlich
hoffe das wird wasversaute Grüße
schreibt ein Forumsbesucher auf der Internetseite eines heterogelabelten Kölner Pornokinos. Die Wünsche der “eigentlich hetero” Männer sind vielfältig und längst nicht alle so einfach zu erfüllen, wie die des von mir ausgewählten “eigentlich hetero” Beispielsmannes. Offensichtlich bekommen diese “eigentlich hetero” Männer in ihrem Heterodasein nicht das, was sie brauchen. Nun ist es durchaus legitim, anderweitig Befriedigung zu suchen. Ich frage mich allerdings, ob diese “eigentlich hetero” Männer bereit wären, erforderlichenfalls für die Belange schwuler Männer einzutreten, welche Positionen sie in ernsthaften Diskussionen, bei Stammtischgesprächen, auf der Fußballtribüne oder bei Wahlen einnehmen.
Welche Lebenswirklichkeit hinter so einem “eigentlich hetero” Mann beispielweise stehen kann, berichtet Elisabeth Wagner in derStandard.at:
Ihr Mann ist draußen im Garten und schaut nach den Rosen. Die Töchter sind bei Freundinnen, der zwanzigjährige Sohn ist zum Sport unterwegs. Am Abend werden die Eltern gemeinsam eine Suppe kochen, sie werden einen ruhigen, harmonischen Abend in ihrem Einfamilienhaus am Rande Düsseldorfs verbringen.
[...]
Die Leute drehen sich nach ihm um”, sagt Lena. “Auch die Männer”, sagt sie weiter. Hinter ihm her wären die. Und ihr Mann? “Nein”, sagt Lena, er habe ihr das versprochen: “Ich bin nicht schwul!”.
Er muss bloß hin und wieder mit Männern schlafen. Im Geheimen. Er verrät es nicht. Und Lena liest nur die Spuren. “Ich liebe dich”, sagt er seiner Frau, wenn sie ihm wieder einmal “Beweise” vorhält. Dann weint er. Über die Sehnsucht nach Männerkörpern, unmöglich sich zu bekennen.
[...]
Es beginnt an einem Vormittag. Lena ist im achten Monat schwanger, ihr Mann unterwegs auf Montage. Lena beschließt, die Wohnung aufzuräumen. Bevor das Kind kommt. Jetzt, wo noch Zeit ist, um auch an den Staub in den Ecken, in den Nischen, in den Zwischenräumen der Möbel zu denken. Der Brief fällt ihr aus einem Schrankregal entgegen.
Im Brief: ein Foto ihres Mannes, “eine Halbkörper-Nacktaufnahme”, dahinter steckt eine Adressenliste. Namen von Parkplätzen sind aufgelistet, schneller Sex wird versprochen.
Gay Banker streift in einem seiner Posts das Thema ‘Sex mit einem (verschiedengeschlechtlich) verheirateten Mann’. Dazu wird wie folgt von einem Anonymus [mit Hervorhebungen durch mich, TGD] kommentiert:
Never in your life have sex with a married man, unless he’s drop dead gorgeous… I personally absolutely hate married or selfproclaimed bisexual guys who are trying to chat you up and get a cheap fling. These bastards have their wives or their ex and children to look after them in later life. We do not have these options and rely on ourselves most of the time. So dont waste your time with those hypocrits who will be never there for you if you will need support and affection.
Let them pay for their horniness! There are plenty of hustlers around these days. They are ideal for married or bi. Any gay guy who is proud and has character and not just a cheap slut does not get involved with married or bi!!!
Auf dem Blog LifeLube: the blog schreibt Charles Stephens [ebenfalls mit Hervorhebungen durch mich,TGD]:
Every idea starts out good, perhaps, even if it ends up being counterproductive in the end. And no where is that more evident than in the term “MSM” or men that have sex with men.
[...]
On one hand we say, being gay is ok, being gay is natural, being gay is normal, but then we turn around and say, if you are someone that for all practical purposes is gay, but choose not to identify with gay community, culture, politics or history, if you choose to distance yourselves from us, we support and affirm that. If you choose to bathe in your internalized homophobia, like a drunk with cologne, we allow it. If you choose to remain wounded, we meet you there, without showing you an alternative means.
All dies, und die einen oder anderen Erfahrungen im wirklichen Leben, lassen mich die Bezeichung MSM und die sich dahinter verbergenden (!) Männer, die nicht zu ihrer sexuellen Orientierung stehen, zunehmend in einem zweifelhaften Licht sehen. Ich möchte nicht gerne missverstanden werden: Durchaus bin ich nicht der Ansicht, dass jeder jedem und bei jeder Gelegenheit seine sexuelle Orientierung und Berichte über seine sexuellen Aktivitäten auf die Nase binden muss. Ich gehöre selbst zu den Leuten, die nicht gerne ihr Innerstes nach außen kehren (jaja, ich weiß, der ein oder anderen Post deutet genau auf das Gegenteil hin); deshalb wird im wirklichen Leben jemand, der sich nicht weiter für mich und mein Dasein interessiert, auch wenig über meine Befindlichkeiten, mein Seelenleben und meine sexuelle Orientierung erfahren. Ich will hier auch keine normativen Ansprüche erheben und festlegen, wer mit wem Sex haben darf. Jedoch: Wer im Geheimen die Freuden des Männersexes genießt, wer sich durch die Betten der Männer fickt oder ficken lässt, aber zu feige ist, dazu zu stehen, und dann, wenn es darauf ankommt, so tut, als sei Männersex etwas Widerwärtiges und schwule Menschen und ihre Beziehungen das Letzte, den mag ich nicht mehr ’schützen’ oder verteidigen.
Was meinen meine geschätzten Leser?
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