23 Dec 08

Ursula Sinemus, Jahrgang 1940, pensionierte Lehrerin, hat ein Buch geschrieben. Einen Liebesroman. Hauptfigur ist  Johannes, ein 70jähriger Mann. Das ist nichts besonderes, niemand kennt Ursula Sinemus und so würde sich wohl auch niemand für das Buch interessieren. Das erkannte auch Frau Sinemus:

Ihm eine junge Geliebte anzudichten, das war mir zu öde, zu gewöhnlich.

Also machte sie das, was auch RTL in seiner Bauern-Show und Rowling mit ihren Potter-Geschichten machten: Ein Schwuler musste her.

Heliane bereitet den 70. Geburtstag ihres Mannes Johannes vor. Dabei entdeckt sie beim Aufräumen einen Brief, der sich in einer Schreibtisch-Schublade verklemmt hatte, und fällt aus allen Wolken: Ihr Mann betrügt sie. Heliane ist natürlich schockiert, aber das ganze Ausmaß der Katastrophe wird ihr erst beim zweiten Hinschauen klar: Johannes ist homosexuell, betrügt sie mit ihrem Bruder Carl, und das schon lange. Was tun? Darum dreht sich “Späte Lieben”, der erste Roman der Lüneburgerin Ursula Sinemus. Heliane fühlt sich hintergangen und gedemütigt.

berichtet die Landeszeitung Lüneburg (online nicht mehr verfügbar) über das Sinemus’sche Erstlingswerk “Späte Lieben”.

Auf den Gedanken, dass Johannes in der realen Welt sein Leben lang von der heteronormativen und heterosexistischen Gesellschaft betrogen worden wäre, dass er sein Leben lang gedemütigt worden wäre, kommt die Autorin vermutlich nicht.

Ich bleibe dabei, Frauen haben keine Ahnung von Männern, insbesondere nicht von schwulen Männern!

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