12 Dec 08

Janet Jenkins und Lisa Miller fusionierten im Jahr 2000 im US-Bundesstaat Vermont zu einer civil union nach dortigem Recht. Bald musste ein Kind her. Lisa wurde mit dem Sperma eines unbekanntes Mannes künstlich befruchtet. Nach einem Umzug der Mütter erblickte die so gezeugte Isabella im US-Bundesstaat Virginia im April 2002 das Licht der Welt.

Die beiden Frauen zogen dann samt Bella zurück nach Vermont. Aber schon nach einem Jahr wollte Lisa Miller nicht mehr lesbisch sein. Sie trennte sich von Janet und begab sich unter Mitnahme von Bella wieder nach Virginia. Sie gestattete es ihrer Ex nicht, das Kind zu besuchen.

Der Fall beschäftige die Gerichte. Dabei ist es nicht interessant, dass sich zwei (ex-)lesbische Frauen in die Haare kriegten, sondern das zwei US-Bundesstaaten in den Fall verwickelt sind, deren Gesetzeslage in Bezug auf gleichgeschlechtliche Partnerschaften nicht unterschiedlicher sein könnte.

Virginia erkennt civil unions nicht an. Deshalb haben sich fast alle Gerichte dieses Bundesstaates auf die Seite von Lisa Miller gestellt; insbesondere, weil sie ja wieder ‘normal’ geworden war. Die Vermont’schen Gerichte waren vernünftiger. Sie sprachen, da Janet nach dem Recht des Staates Vermont vollwertige Mutter von Bella ist, Janet ein Besuchsrecht zu und verlangten zudem, dass der Staat Virginia diese Entscheidungen beachte und, falls sich Lisa widerborstig zeige, auch durchsetze. Im Laufe des Rechtsstreits legte Miller die Angelegenheit viermal dem US Supreme Court vor, der es viermal ablehnte, die Sache zu verhandeln.

Zuletzt entschied nun der Virginia Supreme Court, dass die Frage des Besuchsrechts der Jurisdiktion des Staates Vermont unterliege und die Entscheidungen der dortigen Gerichte von den Gerichten des Staates Virginia erforderlichenfalls durchzusetzen, sprich: zu vollstrecken seien, selbst wenn sie nicht im Einklang mit den Gesetzes des Staates Virginia stünden. Damit hatte Janet Jenkins ihr Besuchsrecht erlangt. Lisa zickte weiter herum und versuchte ein fünftes Mal, den US Supreme Court mit sich und der Besuchsrechtsfrage zu befassen. Doch der oberste us-amerikanische Gerichtshof lehnte, mit dem Bemerken, nachdem sich die Gerichte in Virginia und Vermont über ihre Zuständigkeit und das anzuwendende Recht einig geworden seinen, gebe es für ihn nichts mehr zu entscheiden, erneut ab, die Sache zu verhandeln.

Bleibt nur zu hoffen, dass Lisa nun endlich Ruhe gibt und Klein-Bella mit Kontakt zu ihren beiden Müttern auswachsen darf.

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