29 Oct 08

DCRS-Online, Nachrichtenmelder allerbester Güte und Qualität, ist einem unglaublichen Skandälchen auf der Spur.

Der 32-jährigen Karl A. aus Köln dürfte wohl der erste heterosexuelle Mann sein, der nun wegen Diskriminierung vor Gericht ziehen will. Er fühlt sich bei der Bewerberauswahl für eine Anstellung in einem Lokal wegen seiner Sexualität benachteiligt.

Dummerweise arbeiten die Herr- und Damschaften bei DCRS nicht gerade sorgfältig, denn sonst wäre ihnen aufgefallen, dass die  meisten Menschen, die die Anti-Diskriminierungs- und Gleichstellungsregelungen in Anspruch nehmen, heterosexuell sind. Dass also DCRS nun den ersten heterosexuellen Mann gefunden haben will, der wegen “Diskriminierung vor Gericht ziehen will”, ist mehr als nur ein Semantikfehler; es ist ein klassisches Anzeichen dafür, dass die DCRS-Schreiber, in diesem Fall eine Schreiberin, nicht wissen, wovon sie schreiben.

Hier nun die herzzerreißende Story von Karlchen, dargereicht von DCRS:

“…Ich bin eigentlich gelernter Koch aber nun schon seit 3 Jahren arbeitslos…Ich habe zudem auch einiges an Erfahrung im Service und vorher auch schon ein paar Mal als Kellner gearbeitet…Da habe ich mich in einer Schwulen-Bar in der Nähe von Köln als Kellner beworben, weil ich gesehen habe, dass sie jemanden suchen…Als ich auf die Frage, ob ich denn selbst auch schwul sei sagte, dass ich Hetero bin und eine Freundin habe, bekam ich den Job nicht…”, berichtet Karl A. empört.

Wo bitte ist die “Schwulen-Bar in der Nähe von Köln”? Gelten neuerdings Bonn, Düsseldorf und Aachen als  “in der Nähe von Köln”?

Tatsächlich scheint es so, dass man in dem Lokal ausschließlich schwule Kellner haben möchte. Auf DCRS ONLINE Anfrage sagte der Besitzer des Lokals, Fred B. (52):

“…Es ist richtig, dass ich Herrn A. nicht eigestellt habe…Er ist heterosexuell und ich glaube, dass dies einfach in unseren schwulen Laden nicht passt…Ich hatte Angst, dass er sich dann vielleicht ständig dumm angemacht fühlt…Das bringt doch nichts…An sich hätte ich schon schon gerne genommen…”.

So dämlich, wie sich der angebliche Lokal-Beisitzer gegenüber DCRS-Online eingelassen haben soll, kann er gar nicht sein. Ich gehe davon aus, dass die Geschichte erfunden ist.

Glaubwürdiger wird das Ganze übrigens nicht dadurch, dass das brilliante österreichische Online-Magazin ggg.at die Meldung ungeprüft nachplappert. Immerhin hat man dort erkannt, dass DCRS ein christlich-konservatives Online-Portal ist, was bekanntlich Wahrheitsliebe ausschließt.

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