Ein hin und wieder vorkommendes Lebensbild: Markus ist ein heterosexueller Mann, sein Gemüt ist ein kindliches, er sieht nicht gut aus. Sein unscheinbares Gesicht und sein unattraktiver Körper machen ihn für das weibliche Geschlecht uninteressant. Seine ständige Lustlosigkeit, ein ausgeprägter Spaßbremsencharakter und seine chronischen Selbstzweifel stürzen ihn von einem Stimmungstief ins nächste. Irgendwann versucht er, die ständigen Demütigungen durch Frauen und die Liebesverweigerung wettzumachen, indem er sich um Sexualkontakte mit Männern bemüht. Markus hat Erfolg. Er findet Männer, die über seine körperlichen Defizite hinwegsehen und seine sexuellen Wünsche befriedigen. Die schwulen Männer, die er kennen lernt, sind nicht so, wie sein heterosexuelles Umfeld. Sie nehmen ihn an und auf. Sie verstoßen ihn nicht wegen seines Aussehens. Und doch fühlt er sich nicht wohl. Er sieht in dem Sex mit Männern nur eine Ersatzbefriedigung. Aber gerade diese Männern sind es, die ehrlich zu ihm sind, es gut mit ihm meinen, Zeit mit ihm verbringen, ihn aufbauen, ihm helfen, zu sich selbst zu finden, ihn ermuntern, etwas für sich und seinen Körper zu tun und das, was er an sich nicht ändern kann, zu akzeptieren. Schwule Männer sind es, die ihn, der sich selbst verachtet, annehmen so wie er ist; die seine Schwachheit nicht ausnutzen und seinem Drängen nach festen Beziehungen, die aufgrund seiner Heterosexualität unglücklich bleiben müssen, nicht nachgeben. Schwule Männer helfen ihm, sein Leben nicht wegzuwerfen, nicht zu verzweifeln und seine Identität zu finden. Sie holen ihn aus seiner geistigen Gosse. Einer bietet Markus seine Freundschaft an, denn er liebt Markus. Doch Markus schreit ihn an und beschimpft ihn nur. Aber dieser schwule Freund hält zu ihm, lässt sich nicht verschrecken, lässt Markus sein, wie Markus ist, hilft ihm sogar, einen Weg zurück in die Welt des Heterosexes zu finden, macht ihm klar, dass er seine negativen Erfahrungen mit einigen Frauen nicht auf alle Frauen übertragen darf. Der Freund sorgt dafür, dass Markus sich selbst und seine sexuelle Identität annimmt.
Heute ist Markus verheiratet und hat drei Kinder.
Heute macht Markus Jagd auf schwule Männer. Er will sie bekehren, heilen, ihre Sexualität auslöschen, sie zwingen, ein entfremdetes Leben zu leben.
Markus S. Hoffmann hasst schwule Männer. Er ist Gründer und Vorsitzender von wuestenstrom eV.
In naiv wabernder Sprache beichtet er in dem Hetzbulletin, Ausgabe 15, des “Deutschen Institut für Jugend und Gesellschaft“ der “Offensive Junger Christen – OJC e.V” seine Lebensgeschichte.
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