9 Oct 08

Die Vonholdt, Ober-Christl aus dem Vorzimmer Gottes, hat mal wieder zu Papier und Bleistift gegriffen und ihr auf Dildogröße eingedampftes evangelikales Weltbild zum Besten gegeben. Die Tagespost, kirchenkatholische Postille aus Würzburg, hatte hierfür noch Platz frei.

Vonholdt kommt mit selbst nicht klar, denn sie findet auf 

grundlegende Fragen [...], die sich beim Thema Gleichstellung von homosexuell lebenden Paaren mit Ehepaaren im Adoptionsrecht aufdrängen 

keine Antwort. Sie kann auch keine Antwort finden, denn sie macht gleich mit der Fragestellung den ersten Fehler. Was bitte ist ein “homosexuell lebendes Paar”? Sie bildet einen Begriff, der keiner, oder, wenn man so will, ganz vieler Definitionen zugänglich und damit für die weitere Diskussion untauglich ist. Sich selbst dieserart in Ratlosigkeit stürzend stellt die Vonholdt erstmal ein paar Thesen in die katholische Tagespost: 

Es gibt kaum ein anderes Gebiet, in dem die sozialwissenschaftlichen Fakten so umfangreich und so eindeutig sind: Die Familienstruktur hat Einfluss auf die Entwicklung des Kindes. Kinder wachsen am besten auf, wenn sie mit beiden biologischen Eltern zusammenleben und diese miteinander verheiratet sind. In diesem Setting gibt es die größten Entwicklungsmöglichkeiten, die wenigsten psychischen Erkrankungen und die besten Chancen für das Kind, später selbst eine gelingende, tragfähige Partnerschaft einzugehen. Die Forschung zeigt außerdem eindeutig, dass Mutter und Vater in der Beziehung zu ihren Kindern nicht austauschbar sind. 

Leider hat die Vonholdt vergessen, auch nur eine einzige Quelle für diese Oberflächenstreifung zu nennen. Aber sie hat natürlich Freunde, die ihr beistehen: 

Ausführlich stellen etwa die führenden Bindungsforscher Klaus und Karin Grossmann dar, dass Vater und Mutter geschlechtsabhängig Verschiedenes in die Erziehung einbringen und erst in ihrer Ergänzung die Grundlagen für die psychische Sicherheit des Kindes legen. 

Führende Bindungsforscher? Klaus und Karin Grossmann? Nie gehört! Google kennt sie. Google kennt aber auch Eberhard Rathgeb, den ich auch nicht kenne, der aber über die Grossmann’sche Forschung meint, sie sei “ein wenig enttäuschend. Zum einen deshalb, weil sie im Grunde bestätigen, was man sich schon denken konnte, etwa, dass Zusammenhänge zwischen einer gelungenen frühkindlichen Bindungsentwicklung und einer gelungenen lebenslangen Bindungsgeschichte bestehen.” Und er bedauert anlässlich einer Rezension, dass in der empirischen Überprüfung “eben nur ein winzig kleiner Durchschnittskreis” erfasst wird.

Das entspricht der üblichen Vonholdt’schen Vorgehensweise: Man nehme drei oder vier verschiedengeschlechtliche Elternpaare, bei denen die Kindererziehung gut läuft, und behaupte allein aufgrund dessen, es müsse bei gleichgeschlechtlichen Elternpaaren immer schlecht laufen. Fakten hat die Vonholdt nicht zu bieten, es bleibt bei Behauptungen. Aus Verzweiflung sucht sie sich zur Diskreditierung schwuler Eltern Einzelfälle (ohne Quellenangabe) wie diesen 

2007 wurde in England der sexuelle Missbrauch an vier Jungen (acht bis 14 Jahre alt), die bei einem homosexuell lebenden Männerpaar in Pflege waren, lange nicht aufgedeckt. Die zuständigen Sozialarbeiter befürchteten, als homophob gebrandmarkt zu werden und gingen deshalb ersten Hinweisen auf Missbrauch nur zögerlich nach 

aus. Vor dem Hintergrund der in den letzten Wochen bekannt gewordenen Fälle, in denen verschiedengeschlechtlich orientierte Eltern(teile) in den katholischten Gegenden Österreichs und Polens ihre Kinder jahrelang im Keller wegsperrten und niemand in der hochanständigen Umgebung etwas davon mitbekommen haben will, wirkt die Vonholdt’sche Angriffsstrategie gegen schwule Menschen in höchstem Maße absurd! 

Dann kommt sie mit einem bisserl Statistik:  

Die Folgen von Vater- und Mutterentbehrung sind bekannt. Nach amerikanischen Studien kommen 63 Prozent der jugendlichen Selbstmörder, 71 Prozent der schwangeren Teenager, 85 Prozent der Jungkriminellen und 75 Prozent der Drogenabhängigen aus vaterlosen Familien. 

Das sagt aber nichts gegen das Zweivätermodell. Im Gegenteil! 

Eine Langzeitstudie aus Schweden (2003) zeigt, dass Kinder, die ohne Vater oder ohne Mutter aufwachsen, häufiger psychisch krank sind, suizidgefährdeter sind und häufiger an Suchtkrankheiten leiden. Das gilt auch dann, wenn die Entbehrung nicht mit sozioökonomischen Nachteilen verbunden ist. 

Diese Studie, deren Fundstelle ebenfalls nicht erwähnt wird, sonst könnte ich sie mal auf meinem Studienseziertisch zerlegen, zeigt vielleicht ein Zusammenfallen verschiedener Umstände auf, aber wird kaum beweisen können, dass die Vater- oder Mutterlosigkeit die auslösende Ursache für die psychischen Erkrankungen – in dem Zusammenhang wäre es übrigens interessant zu erfahren, ob die Vonholdt ohne ihren Vater oder ohne ihre Mutter aufgewachsen ist -, die Suizidgefährdung oder die Suchtkrankheiten ist. 

Es geht beim Adoptionsrecht also nicht zuerst darum, ob homosexuell lebende Paare Kinder lieben, es geht um etwas ganz anderes. 

Doch, genau darum geht es! Es geht darum, ob zwei schwule Männer oder zwei lesbische Frauen genau so wie ein verschiedengeschlechtliches Elternpaar sich um ein Kind sorgen können, für ein Kind da sein können, es erziehen und in die Lage versetzen können, seinen Weg in dieser Welt zu gehen. Und ja, sie können es einschränkungslos, wenn man sie nur lässt! 

Ein homosexuelles Paar wird dem Kind immer, und zwar vorsätzlich, eine Mutter- oder Vaterentbehrung zumuten. 

Richtig, aber das Kind bekommt mindestens gleichwertigen Ersatz.  

Das alternative Familienmodell der homosexuellen Familie mutet dem Kind noch eine zweite, entscheidende Verletzung zu: Kinder mit alleinstehender Mutter oder Vater dürfen wissen, dass jemand in der Familie fehlt. Sie können die Lücke betrauern und damit konstruktiv verarbeiten. Homosexuellenverbände behaupten aber, die alternative Familie mit „zwei Müttern“ und „zwei Vätern“ sei eine „komplette“ Familie, es fehle ihr nicht wirklich etwas. 

Es kann dahingestellt bleiben, was ‘Homosexuellenverbände’ behaupten. Vonholdt verkennt nämlich die Funktion und Bedeutung von Familien; sie geht in rückwärtsorientierter Denkweise von einem falschen Begriffsinhalt aus. Eine Familie sein bedeutet, in einem Beziehungsgeflecht zu leben, in dem die Familienmitglieder je nach ihren Fähigkeiten und Möglichkeiten füreinander Verantwortung übernehmen. Familie bedeutet, Menschen zu haben, die als Gesprächpartner dienen. Dabei ist nicht jedes Familienmitglied für jedes Thema ein gleichguter Gesprächspartner. Wer mit wem über was redet, ergibt sich nicht aus biologischer Verbundenheit, ist keine Frage der von Vonholdt gepredigten Abstammungslehre, sondern hängt von den Charakteren, den Interessen und der Dialogbereitschaft der Familienmitglieder ab. Familie ist keine Frage der geschlechtlichen Disposition sondern eine Frage des ‘Familie sein Wollens’. Diesen Willen in ein gedeihliches Familienleben umzusetzen funktioniert bei verschiedengeschlechtlichen Paaren nicht besser oder schlechter als bei gleichgeschlechtlichen Paaren.

Es gibt bisher keine wissenschaftliche Untersuchung, die eine Ebenbürtigkeit „homosexueller Elternschaft“ mit heterosexueller Elternschaft nachweisen könnte. 

Es bedarf solcher Untersuchungen auch gar nicht. Vernünftiges Denken reicht völlig aus und macht den Nachweis, dass es so ist, entbehrlich. 

Immer wieder wird behauptet, die durchschnittlichen Lebensumstände eines homosexuell Lebenden und eines heterosexuell Lebenden unterschieden sich in nichts außer im Geschlecht der Partner. Das stimmt aber nicht.

Bei homosexuell lebenden Männern und Frauen ist die Häufigkeit psychischer Erkrankungen etwa dreimal so hoch wie unter heterosexuell Lebenden. Es gibt kaum eine andere Gruppe vergleichbarer Größe in unserer Gesellschaft, in der psychische Erkrankungen so gehäuft vorkommen. 

Mir fällt da zumindest die Gruppe der Evangelikalen und die der Fundamentalkatholiken ein. Und dann sind da natürlich noch die Schwulenheilersekten. Diese Gruppen mögen nicht unbedingt eine vergleichbare Größe haben, der Anteil an psychisch erkrankten Gruppenmitgliedern wird sich aber auf nahezu 100 vom Hundert stellen. 

Dass diese Probleme im Wesentlichen auf eine Diskriminierung der Homosexualität durch die Gesellschaft zurückzuführen seien, konnte bisher nicht belegt werden.  

Auch hier gilt: Vernünftiges Denken ersetzt Studien und sonstige Belege.  

Aber auch die folgenden Vonholdt’schen Ausführungen zeigen, dass es bei ihr mit dem Denken nicht so weit her ist und sie vieles einfach nicht versteht, was vermutlich eine Folge übermäßigen Bibelkonsums ist. 

Homosexuelle (männliche) Partnerschaften, das zeigen zahlreiche Studien, sind weniger stabil als Ehen. Der Basler Psychologieprofessor und Protagonist der Homosexuellenbewegung Udo Rauchfleisch schreibt, das häufige Wechseln von Sexualpartnern sei der „erste Unterschied“ zwischen Homosexualität und Heterosexualität. Eine Studie aus Holland (2003) mit jungen, homosexuell lebenden Männern kommt zu dem Schluss, dass die Männer, die in einer festen homosexuellen Partnerschaft lebten, im Durchschnitt acht sexuelle Nebenbeziehungen pro Jahr hatten. 

Was hat die Anzahl der Sexualpartner mit der Stabilität einer Beziehung zu tun? Die von Vonholdt wiederum ohne Quellenangabe genannte Studie deutet eher darauf hin, dass ’sexuelle Nebenbeziehungen’ gleichgeschlechtliche Partnerschaften festigen! 

Der zuletzt zitierte Satz von Vonholdt lässt übrigens durchblicken, mit welcher Verachtung sie über schwule Menschen denkt. Sexuelle Nebenbeziehungen setzen begrifflich eine sexuelle Hauptbeziehung voraus. Sie reduziert schwule Menschen auf ihre Sexualität und sieht nur, was sie sehen will. 

Es darf auch nicht vergessen werden, dass es in unserer Gesellschaft durchaus sehr unterschiedliche Auffassungen darüber gibt, wie homosexueller Sex moralisch zu sehen ist. 

Es gibt zu diesem Thema insgesamt zwei Auffassungen: Eine richtige, die unter anderen ich hier in meinem Blog vertrete, und eine falsche, der unter anderen die Vonholdt anhängt. 

In dieser Auseinandersetzung können verwundbare, wehrlose Kinder leicht instrumentalisiert werden, um über sie eine gleichberechtigte Anerkennung homosexueller Verhaltensweisen durchzusetzen. Das ist genau genommen eine Form von Missbrauch. 

Diese Äußerung ist ebenso dumm wie unverschämt. Ist es nicht vielmehr so, dass Vonholdt Kinder für ihre wirren Ideale, für ihre lebensfremde Tümelei und ihren Feldzug gegen schwule Menschen mißbraucht? 

Eine Umfrage in der Homosexuellenzeitschrift „Genre“ (1996) unter mehr als 1000 Lesern ergab, dass 52 Prozent Sex in öffentlichen Parks hatten, 46 Prozent in öffentlichen Saunen, 26 Prozent hatten für Sex bezahlt und 32 Prozent fesselten sich gegenseitig während sadomasochistischer Handlungen.  

So what? Interessant hieran ist allenfalls, welche Art von Lektüre die Vonholdt bevorzugt. Ich käme nie auf den Gedanken, mich für das Vonholdt’sche Sexleben zu interessieren. 

Homosexuell Lebende benutzen häufiger Sexspielzeuge wie etwa Dildos. Hat es keinen Einfluss auf ein heranwachsendes Kind, wenn es das zu Hause findet?

So what? Dann wird dem Kind erklärt, was es mit dem Dildo auf sich hat und fertig. Schwierig wird es, wenn das Kind eine Bibel findet. Ich wüsste nicht ohne weiteres, wie ich all die Mord-, Horror- und Hassgeschichten darin erklären sollte. 

In der Familie mit Mutter und Vater ist Sexualität in der Regel auf die Beziehung der Ehepartner begrenzt, Promiskuität gilt weitgehend als Verstoß. Für homosexuell lebende Männer ist nach ihren eigenen Angaben sexuelle Treue die Ausnahme und Promiskuität die Norm. Das aber trägt zu einer massiven latenten oder offenen Sexualisierung der Lebens- und Beziehungswelt des Kindes bei. 

So oder ähnlich stellt sich die Vonholdt den Haushalt eines schwulen Paares vor: Überall liegen Dildos und Plugs umher, der Vorratsschrank ist randvoll mit Criscodosen und der Kühlschrank ist voller Poppersflaschen, der Fußboden ist gleitmittelverschmiert, überall liegen Handschellen, Ketten, Knebel, Pornos und benutzte Männer herum…

 Sie folgert daher  

Wie etwa soll ein adoptierter Heimjunge im Jugendlichenalter erkennen, ob das gemeinsame Duschen mit seinen homosexuell sich verhaltenden „Vätern“ auch ihn atmosphärisch sexuell miteinbezieht oder nicht? Es muss ihn verwirren und verletzen. Für einen Heranwachsenden ist es eine Überforderung, in einem sexualisierten Umfeld die eigene sexuelle Nichtverfügbarkeit zu formulieren und die eigenen Grenzen zu schützen.

und liefert einen Hinweis auf ein von ihr erlebtes Trauma: Offensichtlich hat sie versucht, sich beim Duschen heterosexuell zu verhalten und wollte einen ihrer Söhne sexuell einbeziehen. Daraufhin hat er verwirrt und verletzt reagiert und die Vonholdt hat nicht bekommen, was sie wollte. Das wiederum, in Überschätzung ihrer körperlichen Attraktivität, ließ sie dem Glauben verfallen, ihr Sohn sei schwul und die zurückgewiesenen sexuellen Avancen stürzten sie in abgrundtiefe Homophobie. 

Ich vermute, die Vonholdt ist im Besitz einer bisher geheim gehaltenen Studie, aus der hervorgeht, dass die Wohnungen schwuler Männer immer mit Duschkabinen ausgestattet sind, unter der drei oder mehr Personen bequem gemeinsam Platz finden.

Die Verführungstheorie ist so alt wie sie dumm ist. Leider glaubt die Vonholdt fest daran und verkündet:

Die Forschung hat noch keine abschließenden Erkenntnisse darüber, ob homosexuell Lebende zum Beispiel minderjährige Jugendliche häufiger sexuell belästigen als es heterosexuell Lebende tun. Einiges spricht aber dafür.

Nichts, aber auch gar nichts spricht dafür und die Forschung, soweit sie ernst zu nehmen ist und nicht von katholischer oder evangelikaler Seite bezahlt wird, wird auch nicht die Erkenntnisse liefern, die Vonholdt sich wünscht.

Eine Studie (1988) fand: Junge Männer, die als Kinder homosexuell belästigt worden waren, bezeichneten sich später im Vergleich mit denen, die keinen homosexuellen Missbrauch erlitten hatten, siebenmal häufiger selbst als homosexuell.

Wie bitte soll sich ein homosexueller Mann, der als Kind von einem homosexuellen Mann belästigt worden ist, anders bezeichnen als homosexuell? Er wird doch durch die Belästigung nicht heterosexuell. Ein heterosexueller Mann, der als Kind von einer heterosexuellen Frau belästigt worden ist, wird sich doch als heterosexuell bezeichnen. Und eine heterosexuelle Frau, die als Kind von einem heterosexuellen Mann belästigt worden ist, wird sich als heterosexuell bezeichnen. Dieser Vonholdt sind einfachste Überlegungen fremd!

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  1. [...] glaube nicht an den fundamentalchristlichen  Gott und muss deshalb nicht gegen Menschen kämpfen. Jedoch trete ich ihren abstrusen Ansichten entgegen. Nicht zuletzt, weil die Vonholdt weiß gar nicht weiß, was Kindeswohl [...]

  2. [...] Christl Vonholdt vertritt dieses Auffassung. Bisher hat kein seriöser Kinderpsychologe oder Kindertherapeut dieses Auffassung bestätigt. Es gibt vielmehr umfangreiche Studien aus den USA, dem skandinavischen Raum und eine, von der Bundesregierung bisher zurückgehaltene deutsche Studie, die zeigen, dass es Kindern mit gleichgeschlechtlichen Pflege- oder Adoptiveltern nicht schlechter ergeht, als Kindern mit  genormten Eltern. Deshalb hat vor wenigen Tagen The West Virginia Supreme Court in einem einstimmigen Beschluss ein anderslautendes Urteil eines Instanzengerichts kassiert und ein kleines Mädchen bei seinen lesbischen Pflegeeltern belassen. [...]



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