4 Oct 08

Es gibt verschiedene Theorien, welchem Umstand die Stadt Frankfurt, nehmen wir die am Main, ihren Namen verdankt.

Die Franken sollen daran beteiligt gewesen sein, geflohene Trojaner werden herbei gedichtet und von Main durchschreitenden Hirschkühen ist die Rede. Das ist aber alles Quatsch. Ich habe das Institute of Ivory Tower in Islington um eine orts- und namenskundliche Stellungnahme gebeten:

Der Name Frankfurt ist auf einen chattischen freien Siedler mit dem Namen Frank zurückzuführen. Der Überlieferung nach bevorzugte dieser Frank eine sexuelle Praktik, die heute als ‘rimming’ oder, seltener, als ‘Anilingus’ bezeichnet wird, und zwar in der passiven Variante. Frank ließ also sein Gesäß, speziell seinen Anus und seinen Damm, von anderen Männern mit deren Zunge berühren. In der damaligen Zeit wurden Teile des männlichen Gesäßes auch als ‘Furt’ bezeichnet.

Der nämliche Frank hatte seinen Wohnsitz auf einem Hof im Bereich der heute als Domhügel bezeichneten Erhebung, dem historischen Frankfurter Kernsiedlungsgebiet, und betrieb dort eine Poststelle. Der Begriff ‘frankieren’ findet hier seine geschichtlichen Wurzeln. Überkommenen Schilderungen des Zeitgeschehens ist zu entnehmen, dass sich nach Einbruch der Dunkelheit die Männer des Umlandes aufmachten, besagten Frank zu besuchen und sich seinem Gesäß zuzuwenden. Die Wendung ‘komm, wir gehen zu Franks Furt’ entwickelte sich zu einem geflügelten Wort und schließlich wurde die Bezeichnung des Körperteils ‘Frank’s Furt’ auf den Wohnsitz seines Besitzers übertragen und endlich in der verkürzten Form ‘Frankfurt’ zum Namens des Marktfleckens daselbst.

Die von dem Institut ebenfalls herausgearbeitete Herkunft der Bezeichnung ‘Frankfurter Würstchen’ möchte ich aus Diskretionsgründen hier nicht wiedergeben.

Am vergangenen Wochenende habe ich mich nun aufgemacht, die Richtigkeit dieser Theorie zu überprüfen. Mit Unterstützung der C O Q A konnte ich örtliche Erhebungen durchführen. Spezielle Uniformen,

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die uns als Frankfurt-Forscher auswiesen, erlaubten uns Zutritt zu verschiedenen Szene-Etablissements. Das nächtliche Publikum in diesen Vor- und Einrichtungen für das Frankfurter Nachtleben vermittelten mir bald, in Anlehnung an Worte von Martin Lücker, die Gewissheit, dass es ein irrsinnige Privileg ist, ein nicht entfremdetes Leben genießen zu dürfen.

Frank, und erst recht seine Furt, blieben jedoch unauffindbar.

Der Blick nach oben

und der Blick von oben

förderten als einzigen Erkenntnisgewinn den Unterschied zwischen den Bankstädten Frankfurt und Düsseldorf zu Tage: Im Neandertal leben die Menschen in Höhlen, in Frankfurt in Türmen. Frank nebst Furt ward nicht zu sehen. Deshalb muss in Betracht gezogen werden, dass Frank nur ein Tarnname war. Ein häufig in der Stadt anzutreffender Goethe könnte die gesuchte Person sein und deshalb ist eine Umbenennung der Stadt in Goethefurt anzuregen. Tatsächlich scheint in Frankfurt, wenn auch aus anderen Gründen, bereits über eine Änderung des Stadtnames nachgedacht zu werden. Zwischen den Worten ‘Frankfurt’ und ‘am Main’ soll das Wort ‘Hauptfriedhof’ eingefügt werden. Die amtlichen Stadtpläne sind bereits angepasst worden.

Zurück zu meiner Goethetheorie. Sie wird gestützt durch ein Zitat aus einem der Werke Johann Wolfgang Goethes:

Er aber, sag’s ihm, er kann mich im Arsche lecken!

Von einem anderen Wolfgang, dem Mozart nämlich, der höchstselbst in der noch ins Spiel kommenden Katharinenkirche Orgelkonzerte gab, wunderbar vertont:

[youtube=http://www.youtube.com/watch?v=SHIw-ZfbDSQ]

Leck mich im Arsch!
Lasst uns froh sein!
Murren ist vergebens!
Knurren, Brummen ist vergebens,
ist das wahre Kreuz des Lebens.
Drum lasst uns froh und fröhlich sein!

Leck mich im Arsch!
Dem Soldaten sein Marsch.
Dem Bäcker sein Brot,
Dem Henker der Tod.
ist des Kreuzes Sinn vergebens,
Freut Euch trotzdem Eures Lebens!

Im Mozart’schen Urtext heißt es übrigens:

Leck mire den Arsch recht schon,

fein sauber lecke ihn,
fein sauber lecke, leck mire den Arsch
Das ist ein fettigs Begehren,
nur gut mit Butter geschmiert,
den das Lecken der Braten mein tagliches Thun.
Drei lecken mehr als Zweie,
nur her, machet die Prob’
und leckt, leckt, leckt.
Jeder leckt sein Arsch fur sich.

Die COQA bestand, nach dem die Aussichtslosigkeit des Frank Furt Unterfangens immer deutlicher zu Tage trat, darauf, sich mit gewissen Frankfurter Eigentümlichkeiten zu befassen. Explosive Gewürze mit etwas Wurst dabei zum Beispiel,

oder aus alten Äpfeln gekelterter Most

mussten im Wege der teilnehmenden Beobachtung ausprobiert werden.

Bäääh! Sowas kann man doch nicht trinken. Kein Wunder, dass der Frank nebst Furt dort weg ist. Und weil er weg ist, ist da auch nachts nichts los – damit ihr’s wisst! So, dass musste jetzt mal geschrieben werden. Dennoch hatte die nächtliche Vader Abraham Stimmung mit starker Rauchentwicklung den hoch angehmen Nebeneffekt eines ausführlichen und nach- und bedenkenswerten Gesprächs mit A.

Tagsüber jedoch ist in Frankfurt durchaus was los. Da erlebt man, mit etwas Glück, als Höhepunkt einen Orgelpunkt. So, von Q ganz beabsichtigt zufällig arrangiert, geschehen in der Dotationskirche (auch so eine Frankfurter Eigentümlichkeit) Sankt Katharinen. Dotationskirche bedeutet, dass der städtische Steuerzahler die Kirchenbaulast trägt (das ist schlecht) und in der Katharinenkirche für eine vorzügliche Orgel aus dem Hause Rieger (54/III/P) gesorgt hat (das ist gut). Der dortige Organist, Martin Lücker, Professor und Vizepräsident der Frankfurter Hochschule für Musik und Darstellende Kunst, bereitete uns das ungemeine Vergnügen, seine Orgel aus der Nähe sehen

und wahlweise von nah oder von fern hören zu dürfen. Seine farbenfrohe Interpretation von BWV 582 hob sich wohltuend von den früher in Frankfurt gepflegten allzu akademischen Bachdarbietungen ab.

Q, YOU MADE MY DAY IN A VERY SPECIAL WAY!

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  1. [...] Gerade das Mitführen dieser Literatur schien mir nicht ungefährlich. Ist doch bei Goethe vom Arschlecken die Rede (die Folgen sind hinlänglich bekannt). Ist das nicht obszön? Brachte Goethe nicht [...]



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