27 Aug 08

Jeden morgen, auf dem Weg zur Arbeit, ‘muss’ ich mir in den Zeitungen der Menschen, die mir im Zug gegenüber sitzen, bei den diversen Zeitungshändlern im Bahnhof und sogar in den Büros einiger Kollegen Fotos von mehr oder weniger nackten Frauen anschauen. Schön ist das nicht, aber ich mache kein Aufheben darum. Stuff it! Ich ‘muss’ ja nicht hinschauen.

Vor ein paar Tagen nun hat Sezgin Özhan, Fußballspieler des Duisburger Bezirksligisten VfvB Ruhrort/Laar ein Teilstriptease veranstaltet. Während der Aufnahme eines Mannschaftsfotos hat er sein Höschen ein bisschen zur Seite geschoben, weil’s juckte oder zum lüften oder weil der Sezgin angeben wollte, und dieses Foto fand den Weg in die Druckausgabe der Neue Ruhr Zeitung/Neue Rhein Zeitung (NRZ).

So beeindruckend ist das Teil doch nun wirklich nicht, dass nun die von welchen Komplexen auch immer geplagte versammelte Männerwelt sich verstört geben müsste. Doch das Drama nahm seinen Lauf:

Zunächst musst sich der arme Sezgin Özhan entschuldigen, dann wurde die Kriminalpolizei tätig, und nun wird das gesamte Fußballregelwerk bemüht, um ihm die Schändlichkeit seines Tuns vor Augen zu führen. Abmahnung und Geldstrafe durch den Verein, Sperre duch den Verband

Allerdings: Ich verstehe immer noch nicht, was Sezgin eigentlich Schlimmes getan hat. Männer, habt ihr noch nie einen Schwanz gesehen? Wenn ihr Euch schon bei so einem kleinen Ding anpisst, was macht ihr dann bei einem richtigen Schwanz? Unten zeige ich mal einen.

Ach so: Wenn gar nichts hilft, kommt das Totschlagargument schlechthin, dann versteckten sich die angeblich Erwachsenen hinter Kindern:

„Schließlich steht auf dem Foto in unmittelbarer Nähe zu dem Spieler sogar noch ein kleines Kind“, schimpft der Staffelleiter.

Und auch die konservative Rheinische Post fügt ihrem ansonsten woanders abgeschriebenen Artikel hinzu:

Auf dem Mannschaftsfoto war übrigens auch sein [des Trainers, TGD] kleines Enkelkind abgebildet. Es stand keine drei Meter von Özhan entfernt.

Was für ein Skandal!

Als Christoph Daum kürzlich seiner Homophobie freien Lauf ließ, gab’s dafür keine Strafe und keine polizeilichen Ermittlungen.

***

 

Related posts


Filed under: Miscellaneous

Trackback Uri



Leave a Comment



Subscribe without commenting