Dass die römisch-katholisch Kirche schwule Menschen zur Hölle wünscht und ihnen deshalb das irdische Leben zur Hölle macht, ist allgemein bekannt. Dieser Tage durfte ein römisch-katholischer Priester in Wetzlar erfahren, dass es aus Sicht seiner Kirche auch höchst verdammenswert ist, sich überhaupt mit schwulen Menschen abzugeben. In Kalifornien trommelt indessen die römisch-katholische Kirche zusammen mit Islamisten und Evangelikalen zu einer Massenhetzjagd gegen schwule Menschen (und gegen die Vernunft schlechthin!). Natürlich alles im Namen gottes. Heiliger Hass sozusagen.
Ungünstig für die römisch-katholische Kirche ist allerdings, dass sich immer wieder ranghohe Kirchenführer als homosexuell entpuppen. In Köln gab es den berühmten Kardinal Frings, dem Männer nicht nur aus theologischen Gründen lieber waren als Frauen, New York hatte einen weithin bekannten homosexuellen Erzbischof und auch die römisch-katholische Kirche auf den britischen Inseln kann mit mindestens einem homosexuellen Kardinal aufwarten: John Henry Newmann.
An Newmann hat die römisch-katholische Kirche ein ganz besonderes Interesse. Nicht weil er auf Männer stand. Davon wollen die alten Herren in Rom nichts wissen. Nein, Newmann war ehedem Priester der anglikanischen Kirche, tauschte dann den Glauben aus und konvertierte zur römisch-katholischen Kirche. Bekanntlich ist gott ja römisch-katholisch, und da wollte Newmann nicht fern stehen. Er erwies sich dann als vorzügliche Sperrspitze der römisch-katholischen Kirche gegen die Anglikaner. Und da die alten Herren in Rom es so gerne mögen, wenn jemand aus ihren Reihen energisch gegen Andersdenkende kämpft, möchte sie den guten John Henry heilig sprechen, damit’s noch ein paar Knochen mehr gibt, die verehrt werden können.
Und um die Knochen des vor fast 120 Jahren verblichenen Kardinals gibt es nun Streit. Denn John Henry verfügte vor seinem Tod:
I wish, with all my heart, to be buried in Father Ambrose St John’s grave – and I give this as my last, my imperative will.
Ambrose St John war Newmann’s Lebensgefährte. Und es passt der römisch-katholischen Kirche überhaupt nicht, dass die Beiden nebeneinander begraben liegen. Deshalb will die Kirche im Laufe des der Heiligsprechung vorhergehenden Seligsprechungsverfahrens die Knochen umbetten und damit das, was sie zu Lebzeiten des Kardinals nicht zerstören konnte, wenigsten 120 Jahre nach dessen Tod symbolisch zunichte machen: Die Liebe zweier Männer.
Auf den gemeinsamen Grabstein der beiden Männer ließ John Henry Newmann, wohl ahnend, was ihm von seiner Kirche noch drohte, schreiben:
There from the shadow and images into the truth
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