Vor einiger Zeit habe ich über meinen untauglichen Versuch, meinen Marktwert festzustellen, berichtet. Der geneigte Leser wird bemerkt haben, dass ich den damaligen Versuch mit einer gewissen Lustlosigkeit und eher aus Langweile, als dem ernsthaften Interesse an einem ‘Sexabenteuer’ unternahm. So schrieb ich damals auch:
Meine Bedürfnisse werden zu Hause gestillt.
Für die von André Kostolany beschriebenen zittrigen Hände bin ich nicht geeignet. Ich bin – so bilde ich es mir ein – eher eine Daueranlage, die in feste Hände gehört und dort auf lange Sicht ihren Wert steigert und Erträge bringt. Damit stehe ich aber auch nur einer begrenzten Zahl von Marktteilnehmern zur Verfügung.
Dieses Zuhause ist dort, wo mein Freund ist. Seine Hände sind die festen Hände, in denen ich mich wohl fühle. Und umgekehrt sieht er es wohl genau so – meistens.
Das mag konservativ und spießig klingen, ist es aber nicht. Es ist vielmehr die Verwirklichung eines Lebensentwurfs für den es gerade kein festes Schema gibt, der sich ohne Vorbild weiterentwickelt und mit uns wächst. Dahinter verbirgt sich eine feste Beziehung, die aber kein Gefängnis ist und die festen Hände meines Freundes haben mich nicht im Würgegriff (auch wenn ich zu Hause manchmal nicht viel zu melden habe
)
Ich lebe diese Beziehung, weil sie es mir wert ist. Und ich kenne ihren einmaligen und außerordentlichen Wert im Vergleich zu anderen Optionen.
Gaybanker schreibt in einem seiner Posts über seine Sorge, das Team in der Investmentbank, in der er arbeitet, zusammen zu halten:
I became fed-up of all the calls that my team members would get from head-hunters and recruitment consultants, because I didn’t want to lose any of my staff. So I devised a plan for one of the secretaries to answer all the phone calls which came through on the general enquiry phone number. The plan was never implemented because my boss hated the idea.
“You can’t do that GB,” he said, “imagine our liability if a phone call about some family emergency for one of your team members fails to get through!”
“Everyone’s still got their direct phone lines, as well as their mobile phones for that,” I replied.
“Yes but even so, you’re missing the point! It’s much better to keep your team happy, so they won’t want to resign because they know that working for you in their current role is the best choice for them. They actually need to be in touch with the job market to know that!”
Der Rat des Chefs funktioniert auch in einer Beziehung. Sobald man versucht, seinen Freund einzusperren und von Kontakten mit anderen fern zu halten, hat Mann verloren. Das gilt übrigens nicht nur in Bezug auf Sex, sondern auch für andere Interessen. Die Neugier auf anderes, auf andere Männer, auf anderen Sex ist so oder so vorhanden. Der Versuch sie zu unterbinden, macht sie nur größer. Der Reiz des Verbotenen nährt die Neugierde.
It’s much better to keep your boyfriend happy, so he won‘t want to resign because he knows that being with you is the best choice for him. He actually needs to be in touch with others lads to know that!
Ich bekomme meinen Auslauf, aber ich nutze ihn nicht. Meine Marktkenntnis hält mich davon ab.
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