15 Aug 08

“Das Leben ist keine Generalprobe”, so beginnt Margit Lorenz ihre Hofberichterstattung in der Thüringer Allgemeine vom 09.08.2008 (online nicht mehr verfügbar). Recht hat sie und nutzte die Gelegenheit, anlässlich der Lebensverpartnerung von Günter Rößner und Matthias Hahnemann, zwei Nordhausener Bekannheiten, ein paar Peinlichkeiten zu dokumentieren. Zunächst quillt es überall vor Dekadenz:

Beide Männer beschlossen, ihre Hochzeit am 8. 8. 2008 groß und mit vielen Freunden zu feiern. Als Trauungs-Ort wählten sie die Barocken Gärten in Blankenburg. Ihr bekennendes Ja wollten sie unter freiem Himmel sagen – vor einer blühenden Kulisse, rauschenden Wasserfontänen und einem romantischen Lustschloss. Weiß-gelbgoldene Ringe mit Brillanten hatten sie ausgewählt. Für keinen soll ihre Zusammengehörigkeit ein Geheimnis sein. “Lange dachten wir über unseren Hochzeits-Ort nach”, so Günter Rößner. Beider Wahl fiel auf Blankenburg im Harz. Sie lieben diese romantische Fachwerkstadt, die Barocken Gärten und das Hotel mit feinstem Ambiente. Das führt ein Freund. “Der Ort wird all unseren Gästen gerecht”, so Günter Rößner. Die Hochzeit mit Matthias Hahnemann sollte etwas ganz Besonderes, Einmaliges sein. Ihre Ehe soll halten bis in die Ewigkeit. Die Zeit seit dem Heirats-Antrag verging für beide wie im Rausch. Die zwei Männer urlaubten vier Wochen in San Remo. Kurz danach genossen sie vier Wochen auf dem Luxus-Dampfer “Aida”.

Aida? Igitt!

Morgen reisen sie in die Schweiz. Erich von Däniken hat sie in sein Haus eingeladen – das ist das Hochzeitsgeschenk des 73-jährigen Privatgelehrten.

Gestern um 14 Uhr zur Trauung weckten Angela Wiedl und ihr Bruder mit ihrem im Duett vorgetragenen Hochzeitslied alle Emotionen. Unter den weit über hundert Gästen befanden sich Peter Orloff, Tom Pauls, Ute Freudenberg, Gaby Albrecht, etliche prominente Künstler mehr und natürlich die Familien von beiden

Beide leben in einem schönen Gebäude im Kurort Stolberg. Es gibt nichts, dessen beide bedürfen. “Wir haben alles. Toaster, Waffeleisen und Kaffee-Automaten brauchen wir nicht im Dutzend”, zeigt er sich praktisch.

Und dann wird’s praktisch dämlich:

Günter Rößner und Matthias Hahnemann waren stets tolerant genug, die Ehen von anderen zu akzeptieren.

Aha, die toleranten Schwulen…, sehr schön!

Doch eine eigene Hochzeit kam ihnen nicht in den Sinn. Doch manches im Leben kommt anders – im Sommer 2007 erlitt Matthias Hahnemann mit 43 Jahren einen Herzinfarkt. Einige Tage kämpften die Herz-Spezialisten im Leipziger Klinikum um sein Leben. “Ich war in sehr großer Sorge”, erinnerte sich Günter Rößner. Bei all seinem Kummer betrachtet er es als großes Glück, auf junge, tolerante Ärzte gestoßen zu sein.

Ich betrachte es immer als großes Glück, auf fähige Ärzte zu stoßen.

Dann wird es abstrus dumm:

Das Paar lebt in Stolberg in einem großen Haus. Matthias Hahnemann hat es von seinen Eltern geerbt. Beide investierten viel Geld in diese Immobilie. Passierte dem 44-Jährigen etwas Schlimmeres, hätte sein langjähriger Partner Günter Rößner bislang nicht einmal ein Wohnrecht. Mit leeren Händen stünde er da – umgekehrt ist es genauso.

Ein Wohnrecht, liebe Rößner-Hahnemanns, wird, wenn es etwas bringen soll, durch Eintragung eines Wohnungsrechts im Grundbuch begründet, nicht aber durch eine Eingetragene Lebenspartnerschaft!

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