17 Jul 08

Der Berliner-Kurier, Fachblatt für Archäologie, berichtet aus dem alten Zypern:

Mit hochroten Ohren entzifferten Archäologen bei Ausgrabungen an der Südküste Zyperns die pikante Inschrift einer Bleiplatte: “Möge Dein Penis schmerzen, wenn Du Liebe machst!”, lautete der schmerzvolle Sex-Fluch auf dem Relikt aus dem 7. Jahrhundert!

Im Schutt einer ehemaligen Wasserzisterne fand das Forscherteam im antiken Amanthus den Fluch der Bleiplatte. Wer dem Adressaten Liebes-Qualen oder gar eine Geschlechtskrankheit wünscht, darüber rätseln die Forscher. “Neben der Inschrift ist ein Mann mit einem Stundenglas in der Hand abgebildet”, beschreibt Pierre Aubert vom Athener Archäologischen Institut den Fund.

Wer dort fluchte, weiß ich ebenfalls nicht. Aber ich habe in mühsamer Kleinarbeit und stundenlanger Internetrecherche den Adressaten des Fluchs ermittelt. Zunächst habe ich mich aber durch ‘Liebe machen’ vergewissert, dass weder ich, noch mein Freund von dem Fluch betroffen sind.

Also: Der Fluch gilt dem Freund von Isabella S.

Bella berichtet:

Ich habe seit ein paar Monaten einen Freund und wir führen ein schönes Sexleben. Aber seit 2 Wochen hat er starke Schmerzen, wenn er in mich eindringt und diese hören auch nicht auf, bevor er seinen Penis wieder rauszieht.

Er ist Tapfer, denn:

Er macht trotz Schmerzen weiter, ich möchte aber nicht, dass er so ,leiden‘ muss.

seufzt Bella, leidet mit und sucht Rat. Ebenfalls bei einem Fachblatt:

An was könnten die Schmerzen liegen?

Und das Fachblatt antwortet in Gestalt von Frau (angeblich Dr.) Thiele:

Liebe Isabella, Schmerzen am Penis können verschiedene Ursachen haben: zum Beispiel eine Entzündung. Diese kann in die Hoden wandern. Dann könnten auch die Spermien geschädigt werden. Entzündungen können aber sehr leicht mit einem Antibiotikum behandelt werden und hinterlassen dann überhaupt keine Schäden. Manchmal findet sich für Schmerzen oder andere Missempfindungen am Penis (oder auch an den Hoden) keine richtige körperliche Ursache. Dann sollte man den Grund der Schmerzen eher bei ,versteckten‘ psychischen Ursachen suchen. So kann zum Beispiel Unsicherheit über die eigene Sexualität oder eventuell selbst aufgebauter Druck auch unterbewusst solche Beschwerden hervorrufen. Um die genaue Ursache der Probleme zu finden, sollte sich Ihr Freund auf jeden Fall bei einem Urologen (Männerarzt) vorstellen.“

Spätestens jetzt ist klar, dass es sich bei dem Fachblatt um die grandiose BILD-Zeitung handelt.

Nun im Ernst:

Liebe Frauen, wenn Euer Freund/Mann/Fickpartner Probleme mit seinem Schwanz hat, fragt niemals nie eine andere Frau um Rat. Das geht nicht gut, siehe Frau (Dr.) Thiele. Klatsch und Tratsch und Großmutters 5000 Haushalstipps helfen nicht weiter. Schickt ihn zu einem guten Arzt, zunächst vielleicht zu einem Allgemeinmediziner, der dann entscheidet, welche Fachärzte (Urologe, Neurologe, …) hinzuzuziehen sind, der nicht spekuliert, sondern professionell die Ursache der Beschwerden aufklärt. Eine Entzündung zum Beispiel kann nicht nur durch Bakterien, sondern auch durch mechanische Reize oder Viren ausgelöst werden. Im letzteren Fall ist der Einsatz von Antibiotika nutzlos. Bakterielle Entzündungen im Bereich der Hoden/Nebenhoden sind im übrigen alles andere als ’sehr leicht’ zu behandeln.

Und einen Urologen als Männerarzt zu bezeichnen, passt auch nicht. Wenn man/frau schon ein Äquivalent sucht zum Frauenarzt, dann wäre das der Androloge.

 

 

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