Die Posse spielt im frömmelnden Österreich:
Was Pfarrer Othmar Posch in seiner Predigt zu sagen hat, sorgt bald im ganzen Ort für Gesprächsstoff.
Der Inhalt der Predigt hat für manchen Mess-Besucher etwas Inquisitorisches. Posch zieht über seinen Pfarr-Assistenten, den Schweizer Priester Markus K. her: K. werde die Pfarre im Herbst verlassen. Aus persönlichen Gründen. So weit, so gut. Doch dann zieht der Geistliche sämtliche Sündenregister. “Pfarrer Posch sagte, diese Gründe lägen im sexuellen Bereich, denn Kaplan K. fühle sich zu Männern hingezogen”, erinnert sich eine Mess-Besucherin. “Der Pfarrer meinte weiters, dass es besser sei, wenn K. die Pfarre verlasse, da K. auch mit Kindern zu tun habe.”
Nüchtern denken Menschen hätten, noch bevor Posch seinen Sermon hätte beenden können, stante pede die Kirche verlassen. Aber, so scheint es, das Kirchenvolk hat geduldig den Worten des Pfarrers gelauscht. Nun, es war vermutlich auch seit langem die erste Predigt, die einen gewissen Unterhaltungswert hatte. Für den sich an dem “sexuellen Bereich” des Kaplans aufgeilenden Pfarrer, für die frommen, sich an dem Skandal ergötzenden, ‘Gläubigen’, nicht aber für den Kaplan K.
Dem Pfarrer passiert nichts weiter, denn
Pfarrer Posch tut die Sache offensichtlich leid.
Und, wie üblich bei den römischen Katholiken ist damit alles vergeben und vergessen.
Das Bistum findet nichts Schlimmes dabei, Schwule und Pädophile gleichzusetzen, und
man soll nicht zu viel Wind um die Sache machen.
Vorsichtshalber wird noch der zukünftige Dienstort des Kaplans mitgeteilt.
K. wird ab 1. September in der Pfarre [...] arbeiten.
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