Leider gay

Aus einer Diskussion auf de.etc.beruf.selbstaendig

M. Acho sucht rat: 

Ich habe das Problem, daß ich eine Arbeitskraft einstellen will, die äußerst gut im Job ist, also 1A geeignet und sehr flexibel, er ist aber leider gay. 

LEIDER gay!! 

Meine bisherigen Mitarbeiter sind alles Machos und die würden dann aus Angst um ihre Popos vielleicht schlechter arbeiten bzw. den schwulen Kollegen gezielt mobben. 

Leider wissen auch alle, daß der potentielle Mitarbeiter gay ist, weil der einmal pro Woche als Transe in einem S/M Lederclub auftritt. Auf seinem Gebiet ist er dennoch ein As. 

LEIDER wissen es alle! Wie ungewöhnlich, dass so einer DENNOCH ein Ass ist! 

Was kann man da denn tun? 

Einerseits würde ich ungerne auf einen top-qualifizierten Mitarbeiter verzichten, andererseits jedoch könnte er das Betriebsklima mit seiner Homosexualität massiv stören. 

Aha! ER würde mit seiner Homosexualität das Betriebsklima massiv stören!! Also nicht etwa die Homophobie der Machos! 

Mein Rat: Das ganz homophobe Pack rausschmeißen und ganz neu anfangen, mit sorgsam ausgesuchten Mitarbeitern. 

Rainer antwortet: 

Einstellen. 

Mit steigendem Lebensalter wird sich Dein Horizont erweitern. Solche Fragen wirst Du dann nicht mehr stellen.

 Oliver hat die Erfahrung gemacht: 

OK, dann will ich mal versuchen, das produktiv zu wenden, ohne die Macho Komponente. 

Ich hatte nämlich schon öfter einen ganz ähnlichen Gedanken: 

1) Wir vertreiben Deko-Produkte. Meinen positiven Vorurteilen gemäß haben Schwule für Design und Farben mit hoher Wahrscheinlichkeit eher ein Händchen als Normalos.

2) Neben meinen weiblichen Aushilfskräften wäre ein männlicher Mitarbeiter nicht schlecht. Es gibt immer mal wieder Gelegenheiten, wo ein schwerer Karton zu heben ist oder aus anderen Gründen ein Mann gute Dienste täte.

3) Ich habe bisher zweimal den Versuch unternommen, einen Mann in Vollzeit einzustellen. Das ist beide Male in die Hose gegangen. Meine eigenen mangelhaften Führungsqualitäten will ich ja gar nicht in Abrede stellen. Trotzdem spielte bei diesen beiden Fehlschlägen durchaus auch die Macho-Komponente eine Rolle, sprich die Tatsache, daß diese beiden Herren Schwierigkeiten hatten, meine Weisungsbefugnis als Chef und Inhaber zu respektieren. Da kommt immer wieder dieses Wettbewerbsding unter Männern mit rein, und da habe ich echt keinen Bock mehr drauf. Fast alle Schwulen aber, die ich kennen gelernt habe, hatten das abgelegt. Sehr sympathische Menschen. 

Ohne Scheiß: Zur Zeit sind wir personell ganz gut aufgestellt, aber wenn sich nochmal die Notwendigkeit ergeben sollte, einen Mann einzustellen, würde ich die Stellenazeige am liebsten in einer Schwulenbar aufhängen. Ich schätze nämlich, daß Du meit einem ensprechenden Text in öffentlichen Medien sofort eine Klage wg Diskriminierung am Hacken hättest. 

Alexander meint: 

Schlau überlegt (ich meinte jetzt das Ansprechen einer Zielgruppe an ihrem bevorzugten Aufenthaltsort, ohne das Gleichbehandlungsgesetz zu verletzen).

Die Schwulenbar ist also neuerdings mein bevorzugter Aufenthaltsort. Wußte ich noch gar nicht. 

Und Erwin gibt zu bedenken: 

Das Material dafür hast Du nun in einem öffentlichem Medium bereits publiziert :) Bei Deinem nächsten Stellenangebot haben alle Frauen und alle hetero-Männer gute Aussicht auf eine Entschädigung in Höhe von ca. 3 Bruttomonatsgehältern, wenn Du sie nicht nimmst.

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