Ich bin wohl ein Intensivbekehrungsfall. Jedenfalls bekomme ich in einer nicht enden wollenden Flut Werbung kirchlich angehauchter Verlage ins Haus geschickt. Heute zum Beispiel von dem ‘Verlag der Stiftung Gralsbotschaft’ der seine Zeitschrift ‘GralsWelt’ zu einem Superspezialsonderrabattpreis bei mir loswerden möchte.
Ein Probeblättchen ist dabei. Mit einem Editorial. Darin heißt es zur Entschuldigung für die Belästigung:
Während das Wort “Gral” unseren Blick aufwärts lenkt, weist der Begriff “Welt” auf das bodenständige Hier und Jetzt. Die Kunde vom Gral birgt Verheißungen aus geistigen Höhen, die sich bereits bei den Menschen der Frühzeit zu einem Mythos verdichtet haben. Leider hat unser begrenztes Raum- und Zeitverständnis den zeitübergreifenden Sinn verdeckt. Durchzieht doch alle Sagen, Legenden und auch Dichtungen vom Gral die Erinnerung an ein goldenes Zeitalter, das wiederauferstehen soll.
Es scheint sich hier eher um Undichtungen zu handeln, denn das Geschwafel zieht sich über eine halbe Seite hin.
Da es sich um einen seriösen Verlag handelt, der nur an meinem Geld interessiert ist, liegt selbstverständlich eine unauffällige Bestellkarte für hochdosierte geistige Höhenflügen in Gestalt der letzten 20 (!) Ausgaben der Zeitschrift dabei, je Heftchen zum unschlagbar günstigen Preis von EUR 21,80. Und die Themenliste dieser Zeitschrift über Geisteskultur und ganzheitliche Zusammenhänge ist umwerfend:
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Der Rote-Nasen-Report
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Kargo-Kult
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Fleisch – ja oder nein?
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Kleidung als Lockmittel
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Mit der Waage auf Jenseits-Suche
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Yin und Yang im Geldverkehr
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Tod den Ketzern!
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Der Zins – Krebsgeschwür im Geldwesen
Nun ich widerstehe der Versuchung… und investiere meine paar Kröten lieber in eine DVD des Mythos ’Lucas’…
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