Schon vor einiger Zeit hatte ich geäußert, dass ich mich immer sehr unbehaglich fühle, wenn Frauen sich über schwule Männer und deren Gefühlswelt auslassen.
Hier habe ich zwei Beispiele aus dem englischsprachigen Raum, die wunderbar zeigen, wie wenig Frauen über das Empfinden schwuler Männer wissen.
Lisa Power arbeitet für den englischen Terrence Higgenis Trust (THT). Der THT macht sich um die HIV-Prävention und allgemeine Aufklärung über Sex und Gesundheit sehr verdient. Nun mischt sich der THT in die Diskussion über das blödsinnige Blutspende-Verbot (im Eigentlichen ist es kein Verbot, sondern die dringende Bitte an MSM, über ihr Sexualverhalten zutreffende Auskunft zu erteilen - räumt Mann beim Blutspendetermin ein, dass Mann jemals Oral- oder Analverkehr mit einem anderen Mann hatte, führt dass zu einem lebenslangen Blutspendeverbot in Großbritannien) ein. Durch Frau Power lässt der THT nunmehr verkünden, dass der THT das Blutspendeverbot unterstützt! Die Begründung für das Blutspendeverbot, das es übrigens in vergleichbarer Form auch in Deutschland gibt, ist hahnebüchen, insbesondere wenn man berücksichtigt, dass in Großbritannien HIV häufiger durch heterosexuellen als durch homosexuellen Geschlechtsverkehr übertragen wird; sogar in Russland ist man zwischenzeitlich insoweit klüger geworden.
Frau Power, um den schwulen Männern klar zu machen, dass sie sich gefälligst nicht so anstellen sollen, verfällt auf folgende Argumentation: Sie meint zunächst, wenn in dem Blutspendeverbot überhaupt eine Diskriminierung zu sehen sein sollte, träfe diese nur Männer, die schon seit langem in einer monogamen Beziehung leben würden.
Sodann weist sie darauf hin, dass Briten in den USA generell von der Blutspende ausgeschlossen seinen, und zwar wegen der Befürchtung, es könnten durch eine Blutspende BSE-Erreger übertragen werden. Dieses us-amerikanische Verbot treffe aber auch britische Vegetarier [sic!]. Und dann wörtlich:
“For a vegetarian to be refused the chance to give blood in America is pretty much the same as a gay man would feel.”
Ich weiß nicht, wie sich ein vegetarisch lebender Brite fühlt, den es in die USA verschlagen hat, und der dort kein Blut spenden darf. Ich weiß aber, dass ich mich beschissen fühle, jedesmal, wenn es um Blut- oder Organspenden geht, wie ein Aussätziger behandelt zu werden, während Frauen und nicht schwule Männer einen generellen Vertrauensvorschuß gewährt bekommen. Aber davon ahnt Frau Power nichts und deshalb finde ich ihren verniedlichenden Vergleich zum kotzen!
So, und dann ist da Amanda Marcotte. Auf ihre kruden Ansichten über schwule Männer bin ich auf der Suche nach Informationen über HPV und Krebserkrankungen gestoßen. Es hat sich vielleicht schon herumgesprochen, dass HPV nicht nur ein Thema für Frauen (w/Zusammenhang mit Gebärmutterhalskrebs) und HIVpositive Männer ist, sondern auch ein Zusammenhang mit anderen Krebserkrankungen gesehen wird, so dass jeder Mann grob über HPV Bescheid wissen sollte. In verschiedenen (Fach-)Publikationen ist darüber berichtet worden, dass HP-Viren Krebserkrankungen in der Mundhöhle (mit-)verursachen und das HP-Viren durch oralen Geschlechtsverkehr in die Mundhöhle gelangen können. In diesem Zusammenhang sinniert Frau Marcotte nun darüber nach, was einen Mann dazu bewegen könnte, an einer Muschi herumzulutschen. Das Ergebnis ihrer Überlegungen ist abstrus:
Anyway, cunnilingus is so gay. Why on earth would a warm-blooded heterosexual Christian man want to put his mouth on the penis sleeve, if not because he secretly likes to taste cock salt? Oral cancer is a sign that someone was homosexing up the sacred heterosexual bedroom, and so preventing it would be thwarting god’s homophobic will.
Als erstes meint sie also, dass der christliche Normalmann eine Vagina allenfalls dafür nutzt, um für maximal 13 Minuten, wie wir kürzlich gelernt haben, mit seinem Schwänzchen darin herumzuhampeln. Dann offenbart sie, was sie über schwule Männer weiß: Schwule, verkappte Schwule im Besonderen, lutschen an Muschis, um so an den Geschmack eines Schwanzes zu kommen – vermutlich des eigenen, den sie vorher dort hinein gesteckt haben. Und, ihre dritte Erkenntnis, das alles geschieht, um den lieben Gott zu täuschen, der sich allerdings nicht täuschen lässt, und deshalb der Menschheit den Mundkrebs geschickt hat, auf dass homosexuelle Männer spätestens auf diese Weise erkannt werden.
Frau Marcotte ist eine ziemlich dumme Nuss. Selbst wenn sie ihre religiöse Betrachtung eher scherzhaft gemeint haben sollte, zeigt es, dass sie keine Ahnung von Männern, speziell von schwulen Männer hat. Jedenfalls würde mir nicht im (Alp-)Traum einfallen, mich mit der Zunge in Feuchtgebiete zu vertiefen, nur um an den Geschmack eines Schwanzes zu kommen. Auf den Gedanken, dass ‘cock salt’ die geheime Sehnsucht schwuler Männer ist, kommt Frau Marcotte wohl nur, weil sie keinen Schwanz hat und nicht weiß, was Mann da alles für geile Sachen mit machen kann. Vielleicht landet sie ja bei den Smegs mit ihrer Theorie.
Related posts
Filed under: Miscellaneous
Trackback Uri



Commentaries